Afghanistan-Einsatz wird immer kritischer gesehen
Geschrieben von CyberKane in Politik, tags: Afghanistan-Einsatz, KritikNoch vor nicht all zu langer Zeit, war die Meinung der deutschen Bevölkerung zum Bundeswehreinsatz am Hindukusch eher neutral, verhalten kritisch oder auch zustimmend. Doch in den letzten Monaten hat sich dieses Meinungsbild weiter ins negative verändert als es je zuvor der Fall war. Verschiedenen Untersuchungen zufolge sind bereits mehr als zwei Drittel der Deutschen grundsätzlich gegen einen Bundeswehreinsatz in Afghanistan und bei den Afghanen selbst, denen ja eigentlich geholfen werden soll, wandelt sich die Einstellung zu den anfangs oft als “Befreier” gesehenen Fremden im Land, wobei die Bundeswehr dabei verglichen mit anderen Verbündeten, bislang noch gut weg kommt.
Doch mit dem verheerenden, durch die Bundeswehr angeforderten Luftangriff am vergangenen Freitag, bei dem verschiedenen Quellen nach zwischen 56 und 125 Menschen getötet wurden, gilt der Zorn vieler Afghanen auch den Deutschen im eigenen Land. Keine gute Vorraussetzung, um Frieden zu schaffen.
Der einfache Soldat in Afghanistan hat es also Alles andere als leicht. Er muss gleich an zwei Fronten um Anerkennung für seine Arbeit kämpfen – zu Hause sowie vor Ort bei der Bevölkerung. Zudem ist er tausende von Kilometern von seiner Heimat, der Familie und Freunden entfernt. Alles was ihm von zuhause bleibt sind gelegentliche Postkarten, der ein oder andere Anruf oder eben das Internet, über das er eine Email oder Free SMS nach Hause schreiben kann. Ansonsten ist er umgeben von einem tristen Alltag, der ihm wenig bietet, außer der ständigen Angst einem Anschlag zum Opfer zu fallen.
Insgesamt sieht die Lage also derzeit nicht besonders gut aus in Afghanistan. Schließlich sind die NATO-Staaten bereits seit 2001 im Land und der Einsatz hat noch immer nicht zum erhofften Frieden geführt. Zudem erscheint es so, als würde ein großes und allumfassendes Konzept für das Land fehlen. Das wird wohl auch der Grund sein, weshalb nun bereits Zahlen wie 2015 als “frühster Abzugstermin” durch die Medien geistern. Hätte man dass bereits im Jahr 2001 vorhersehen können, wäre es wohl mehr als fraglich, ob sich damals eine Mehrheit für den Afghanistaneinsatz im Bundestag gefunden hätte.

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