Posts Tagged “Klimaerwärmung”

Bereits im Jahr 1824 entdeckte der französische Mathematiker und Physiker Jean Baptiste Joseph Fourier den „Glashauseffekt“, 1958 begann der US-Klimaforscher Charles D. Keeling mit der systematischen Erforschung der globalen Erwärmung. Weitere Jahrzehnte dauerte es, bis die Klimaerwärmung von großen Teilen der Forschung als Fakt akzeptiert wurde. Und erst langsam setzt sich auch in breiten Teilen der Bevölkerung die Auffassung durch, dass uns ein Klimawandel bevorsteht, der für die ganze Menschheit dramatische Folgen haben kann. Nur noch wenige Skeptiker zweifeln daran, dass die sich abzeichnende Erwärmung menschengemacht und keine „statistische“ Schwankung ist. Ein paar Unbelehrbare freuen sich halb im Scherz darüber, dass es bei uns in Europa wärmer wird, doch auch diesen Zeitgenossen sollte aufgefallen sein, dass sich zum Beispiel Unwetter und Klimaanomalien häufen. Vom unbeschwerten „endless summer“ kann also keine Rede sein, ganz zu schweigen davon, dass die heimische Vegetation als Basis unserer Ernährung und Erholung Schäden von einer dauerhaften Erwärmung davontragen würde. Es ist also allerhöchste Zeit, etwas zu tun.

Als wesentliche Triebkraft der Klimaerwärmung wurde das durch Verbrennungsprozesse fossiler Rohstoffe freigesetzte Kohlendioxid identifiziert. Die logische Schlussfolgerung daraus liegt auf der Hand: Es gilt den Einsatz fossiler Brennstoffe zu reduzieren. Dies kann durch Substitution geschehen oder aber durch Einsparung.
Die große Trägheit der natürlichen Systeme hat zur Folge, dass wir das Kohlendioxid in der Atmosphäre nicht von heute auf morgen reduzieren können. Selbst wenn ab dem morgigen Tag kein Gramm CO2 mehr ausgestoßen würde, dauerte es ca. 20 Jahre, bis der Anstieg der Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre gestoppt wäre, erst dann würde sie langsam wieder absinken. In der Realität waren wir jedoch noch nie so weit von einer Kohlendioxid-Reduktion entfernt wie zur Zeit! Wissenschaftler befürchten, dass irgendwann auch „nichtlineare Effekte“ eintreten. So könnten die Ozeane als größte globale CO2-Speicher wegfallen, weil das Lösungsvermögen für das Treibhausgas erschöpft ist.
Sollte die Lage kritisch werden, erinnert sich die Menschheit mit Sicherheit an ihre Kohlendioxidfreien Methoden zur Energieerzeugung. Dass die „CO2-freie“ Verbrennung von Kohle oder Öl nicht als Augenwischerei ist, sollte jedem physikalisch gebildeten Menschen klar sein, die Endlagerung des Gases kostet zusätzliche Energien, die den Wirkungsgrad der Verbrennung unnötig schmälern, ganz zu schweigen von „Nebeneffekten“ wie der Versauerung des Wassers beim Verklappen von CO2 im Meer oder ähnlichen hanebüchenen Vorhaben.
Den alternativen Energien wird immer nachgesagt, dass sie nicht in der Lage wären, unseren Energiebedarf zu decken und es ist davon auszugehen, dass die derzeit vorhandenen Techniken und die Form ihrer Anwendung dazu wirklich nicht in der Lage sind. Und genau hierin besteht eine weitere Gefahr der Diskussion über den Klimawandel. In kritischen Situationen werden die Anhänger der Atomkraft wieder massiv auf den Plan treten und diese als Lösung all unserer Probleme feiern. Maschinen – ob mobil oder stationär – lassen sich mit Atomstrom antreiben, erstere müssen selbstverständlich mit den entsprechenden Akkumulatoren ausgerüstet werden – Häuser beheizen, die Kommunikation aufrecht erhalten. Es gibt eigentlich nichts, was sich nicht durch Atomstrom substituieren ließe. Die Freunde schneller und einfacher Lösungen werden jubeln. Doch bei genauer Betrachtung ist das logischerweise eine Milchmädchenrechnung: Mit jedem neugebauten Atomkraftwerk erhöht sich die Gefahr einer Reaktorkatastrophe, schließlich ist jede vom Menschen erdachte Technik fehlbar und eine 100-%ige Sicherheit kann es nicht geben. Doch selbst wenn uns solche Katastrophen erspart bleiben, ist noch immer nicht geklärt, was mit den radioaktiven Rückständen geschehen soll. Eine dauerhafte Lösung ist nicht in Sicht, kann es auch nicht geben, denn die Strahlungsintensität nimmt nur extrem langsam ab – die Halbwertszeit von Plutonium liegt bei über 24.000 Jahren, von Uran 235 bei 700 Millionen Jahren, bei Uran 238 gar bei 4 Milliarden Jahren. Wer kann über solche Zeiträume die Sicherheit unterirdischer Lager garantieren? Da bliebt nur, den Strahlenmüll ins All zu schießen…
Sollte der Klimawandel zu einer „Rückbesinnung“ auf die Atomkraft führen, so wäre dies tragisch. Quasi handelte es sich dabei um die Wiederholung der Geschichte. Als unsere Vorfahren begannen Kohle aus der Erde zu graben und nach Öl zu bohren, dachte noch niemand an die Folgen in hundert oder mehr Jahren. Wir hingegen wissen heutzutage, welche Gefahren von der Atomenergie ausgehen, weshalb wir ihre Nutzung auf ein Mindestmaß beschränken sollten.
Vielmehr erscheint es sinnvoll unsere geistige und materielle Energie in die Erforschung alternativer Energiequellen zu investieren. Auf diesem Wege hat es bereits schon viele Erfolge gegeben aber auch einige Fehlentwicklungen. Man denke an die nicht allzu weit zurückliegenden Diskussionen zum Biospritanbau in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion. Auch die Ökobilanz anderer alternativer Energien fällt nicht immer positiv aus. Wenn für die Herstellung zum Beispiel eines Windrades mehr Energie verbraucht wird, als es in seiner Lebensdauer erzeugt, dann ist das nicht gut. Sicher ist, dass die Sonne noch so lange scheint, wie wir Menschen existieren, das Wind weht und Wasser fließt. Erdwärme und Gezeitenenergie sind weitere mögliche Quellen. Insbesondere die solare Kraft harrt der effektiveren Nutzung. Globale Lösungen – selbstverständlich ist es sinnvoller Sonnenergie dort zu erzeugen, wo es viel Sonne und die entsprechenden Flächen gibt, z.B. in Wüsten – werden neben lokalen stehen müssen, z.B. neben Blockkraftwerken für eine Siedlung. Die großindustrielle zentralisiere Energieerzeugung wird an Bedeutung verlieren, der verlustreiche Transport wird zurückgehen.
Fürs Erste ist es unvermeidlich, dass wir unseren Energiehunger drosseln. Vieles von dem, was wir erzeugen und konsumieren ist überflüssig oder zumindest verzichtbar, genauso wie ein nicht unerheblicher Teil des Verkehrs. Ohne Einschränkungen bezüglich unseres „Lebensstandards“ werden wir den Klimawandel wohl kaum überstehen. Es ist nur noch eine Frage, wann uns – oder unseren Nachfahren – die Rechnung für unser Fehlverhalten präsentiert wird; nur die Höhe können wir (vielleicht) noch beeinflussen. Damit das Erwachen nicht zu böse wird, müssen wir endlich in die Gänge kommen…

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