Posts Tagged “Kampagne gegen FDP”

Heute erhielt ich eine Email folgenden Inhalts:

Hallo mein Name, empfiehlt Ihnen folgendes Video von nachrichten-tv24.de:

Mein Name ist nicht zur Bundestagswahl gegangen und hat damit die Wahl entschieden!”

Bitte klicken Sie auf diesen Link:

http://www.nachrichten-tv24.de/igm/video?vparam=ec8a6510faVWxscmljaDtCZW1tYW5uOyMjIw==

Was macht man mit solch einer Mail? Eigentlich in die Ablage P verschieben. Bei besonders dreisten oder seltsamen Mails mache ich mir jedoch häufig die Mühe, herauszubekommen, wer oder was denn da dahintersteckt. Also neuen tab im Browser geöffnet und die Adresse von Hand eingegeben. Gelandet bin ich dann auf einer Seite, in die ein Video eingebunden war, dass beim ersten Blick aufs Standbild nach Tagesschau/Nachrichtensendung aussah, sowie ein Formular, in das man Emails eintragen kann zum weiterleiten des Videos.

Mal ganz ehrlich, wer denkt da nicht sofort an Adressensammler und Spams? Nun gut, es gab ein Impressum und so schaute ich erst einmal nach, wem ich diese tolle Seite zu verdanken habe. Und siehe da, verantwortlich für die Seite war kein böses Internetabzockerunternehmen, sondern die IG Metall! Solcherart beruhigt, wagte ich es dann doch, das Video anzuschauen, doch was sich da bot, spottete wirklich jeder Beschreibung.

Das Filmchen zeigte Deutschland nach dem Wahlsieg der FDP. Verantwortlich für diesen „katastrophalen Zustand“ sollte der eine Nichtwähler Max Mustermann sein, auf den die anderen Wähler natürlich alle böse waren. OK, ich bin kein Fan der FDP, trotzdem glaube ich nicht, dass Guido Westerwelle als Bundeskanzler den Untergang des Landes bedeuten würde. Aus Sicht der IG Metall ist er sicher ein Wirtschaftslobbyist, der will, dass die Arbeiternehmer den Arbeitgebern (Geben ist seliger als Nehmen!) ausgeliefert sind. Mit anderen Worten, die Gewerkschaft will verhindern, dass Westerwelle an die Macht kommt. Das ist zwar ihr gutes Recht, mit ihrer plumpen Stimmungsmache sind die Metaller aber sicher weit übers Ziel hinaus geschossen. Die FDP ist eine demokratische Partei. Falls sie genügend Anhänger besäße, um eine Wahl zu gewinnen, müssten das auch ihre Gegner akzeptieren.

Nicht zu vergessen, dass kein einzelner „Herr Mustermann“ eine Wahlentscheidung herbeiführen kann. Insofern wäre eher sinnvoll gewesen, man hätte eine Gruppe an Leuten gezeigt, die nach dem ungünstigem Wahlausgang das Ergebnis heftig diskutiert und wo sich dann sukzessive herausstellt, dass keiner der Gezeigten wählen war. Bei einem klaren „Feind“ und einer einigermaßen geschlossenen Wählerklientel sollte dies eigentlich kein Problem sein und entsprechende Mobilisierungswirkung besitzen.

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