Wenn Werbung lügt – “Windbeuteleien” werden abgestraft
Geschrieben von Peer in Bildung & Wissen, Wirtschaft, tags: abgespeist, Carlsberg, Escoffier, foodwatch, goldener Windbeutel, Pfanner, Schuhbeck, Unilever, Werbelüge, Zott„Die Lebensmittelindustrie verkauft Zuckerbomben als gesundes Kinderfrühstück und Tütensuppen als Naturprodukte. Warum? Weil Verbraucher sich bisher nicht genug dagegen gewehrt haben.“
(foodwatch)
Da ich in meinem letzten Beitrag etwas zu Werbung geschrieben habe, wollen wir gleich einmal beim Thema bleiben. Das Werbung nicht immer ganz die Wahrheit sagt, dass wissen mündige Verbraucher selbstverständlich. Doch manches, was da wortreich beworben wird, entspricht so gar nicht den übermittelten Botschaften. Da das insbesondere bei Lebensmitteln nicht nur eine Lappalie ist, verleiht die Organisation foodwatch jährlich den „Goldenen Windbeutel“, die Auszeichnung für die dreisteste Werbelüge. So soll Druck auf die Unternehmen erzeugt werden, die Produkte zu verbessern und sie ehrlich zu beschriften. Wer über den goldenen Windbeutel 2010 abstimmen will, der kann dies bis zum 22. April auf abgespeist.de tun. Zur Auswahl stehen in diesem Jahr „Beo Heimat Apfel-Birne“ von Carlsberg, eine Biolimonade an der so gut wie nichts Bio ist, die dafür aber ordentlich Zucker enthält. Ein weiterer Kandidat ist die Pastasoße „Bertolli Gegrilltes Gemüse“ von Unilever, deren angeblich “verbesserte Rezeptur” im Zusetzen von Aroma, Zitronensäure (E330) und Geschmacksverstärker besteht. Ebenfalls gut im Rennen ist die „Gelbe Zitrone Zitrone-Physalis“-Wellness-Saft von Pfanner, der zwar Unmengen Zucker aber dafür keine Spur von Physalis enthält. Bewerber Nummer vier ist die „Duett Champignon Crème-Suppe“ von Escoffier. Das magere Instant-Süppchen kommt, beworben von Starkoch Schuhbeck, zu unschlagbar ungünstigem Preis gleich in zwei Teil-Dosen daher, besser schmeckt es davon aber auch nicht. Und Kandidat Nummer fünf ist der Monte Drink von Zott, der eigentlich für Kinder gedacht ist. Dummerweise enthält die „Zwischenmahlzeit“ für die Kleinen mehr Zucker als die gleiche Menge Cola. Unglaublich, nicht?

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