Servietten – Einweg oder Mehrweg?
Geschrieben von Peer in Ratgeber, tags: Einweg, Mehrweg, Ökobilanz, ServiettenIm Zeitalter des Klimaschutzes wird so manches Verhalten, dass jahrzehntelang selbstverständlich erschien, plötzlich infrage gestellt. Getränkedosen werden als Umweltfrevel gebrandmarkt, während Milchverpackungen aus gewachster Pappe auch von Umweltschützern durchgewunken werden. Die richtigen Umweltschutzgurus wollen dagegen, dass wir auch die Milch aus Mehrweggebinden trinken. Dabei wird – ob grob fahrlässig oder aus reiner Ideologie – verdrängt, dass auch der Rücktransport der Mehrwegflaschen viel Energie und die Reinigung frisches Wasser verbraucht. Diese Problematik ist bei allen Einweg- und Mehrwegalternativen von großer Relevanz. Das gilt auch für die Tischdekoration. Was ist ökologisch betrachtet besser, Einweg-Servietten oder doch lieber Stoffservietten auf den Tisch zu legen? Einwegservietten müssen jedes Mal neu gekauft werden. Hierfür fallen auf Seiten der Produzenten und Händler viele Autobahnkilometer für die Fracht an. Dazu kommt die Entsorgungsproblematik. Wählt man die stilvollen Stoffservietten, so ist der Komfortfaktor dahin, weil man diese teuren Produkte nicht einfach wegwerfen kann, sondern waschen und mühsam bügeln muss. Hier schlägt auf jeden Fall Wasser und Energie zu Buche. Dies gilt allerdings auch für die Produktion für die Einwegservietten. Um hier seriös urteilen zu können, was nun tatsächlich umweltfreundlicher ist, müsste von Experten eine so genannte Ökobilanz ermittelt werden, die jeden Aufwand und Verbrauch berücksichtigt. Es ist nicht von vornherein sichergestellt, dass die Stoffserviette als Sieger aus diesem Vergleich hervorgeht. Dennoch hat diese den einen oder anderen Vorteil. Da der Vergleich aber vermutlich weniger eindeutig ausfällt, als man dies allgemein unterstellt, sollte niemand ein schlechtes Gewissen haben, der bei einer Geburtstagsfeier einmal auf Papierservietten oder Papiertischdecken zurückgreift. Wenn man mit letzteren sorgsam umgeht, können diese bei der Qualität der heute angebotenen Produkte durchaus auch öfter benutzt werden. Also Einweg steht nicht zwingend im Widerspruch zum Umweltschutz. Eine differenzierte Betrachtung ist, wie immer im Leben, auch in diesem Bereich angezeigt.
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