Seit Tagen, wenn nicht gar Wochen dreht sich in unseren Nachrichten alles um Griechenland. Die Südeuropäer oder genauer gesagt ihr Staatswesen stehen kurz vor der Pleite und jetzt wird laut diskutiert, wer die Rechnung bezahlen soll. Aus meiner Sicht ist die Antwort völlig klar: Bezahlen werden diejenigen, die auch schon in der Bankenkrise blechen durften, nämlich wir, die Steuerzahler. Auch wenn sich Finanzminister Schäuble – so kurz vor der NRW-Wahl – bemüht, uns zu versichern, dass das Hilfspaket den deutschen Steuerzahler nicht belasten wird. Hofft er zumindest.

Ich habe in der letzter Zeit quasi zwangsläufig eine Menge zum Thema gelesen und gehört. Zu meiner Aufklärung hat das Ganze nicht wirklich beigetragen. So richtig klar geworden ist mir zum Beispiel nicht, wann Schulden für ein Land normal sind und wann zu viel. Auch frage ich mich, bei wem die Staaten Schulden haben und ob sie jemals in der Lage sein werden diese zurückzuzahlen. Im Falle Griechenlands vernahm ich gestern auf Deutschlandradio die unglaubliche Botschaft, dass die (Achtung, kein Witz!) Hypo Real Estate einer der Hauptgläubiger der Griechen ist. Und als wäre dies nicht schon kurios genug, erklärte man in der „Hintergrund“-Sendung (zu eigentlich jedem Thema absolut empfehlenswert!), dass die HRE ihr Griechenlandportfolio in den letzten Monaten um 50 Prozent vergrößert habe, zu einer Zeit also, als der deutsche Staat die Bank bereits massiv gestützt hat. Dazu fällt mir irgendwie nichts mehr ein

Ebenso wenig wie zu der Tatsache, dass irgendwelche amerikanische Ratingagenturen nach ihren ganz privaten Kriterien europäische Staaten bewerten. OK, das kann man ihnen nicht verbieten aber ich muss da eigentlich nur 1 und 1 zusammen zählen. Wem nützt das, wenn durch solche Bewertungen der Wert des Euros sinkt? Richtig, den Amerikanern! Nachtijall, ick hör Dir trapsen. Erschreckend ist auch, wie abhängig unsere Gemeinwesen von der Lage am Finanzmarkt sind. Wer noch irgend einen Beweis dafür brauchte, dass das Geld die Welt regiert, nun hat er ihn.

Was Griechenland selbst betrifft, so war mir als Zeitungsleser schon seit einiger Zeit klar, dass dort nicht alles mit rechten Dingen zu geht. Die obersten Währungshüter scheinen aber lieber Youtube-Videos zu schauen, wenn auch die falschen, denn auf der Videoplattform gibt es einige recht interessante Beiträge zum Thema.

Genau betrachtet hätten die Griechen höchstwahrscheinlich nicht einmal in die Euro-Zone aufgenommen werden dürfen, denn es gab bereits von Anfang an Bedenken, ob sie die Stabilitätskriterien würden einhalten können. In der gestrigen Diskussion kam z.B. das Argument, dass es kaum möglich ist, als Staat dauerhaft zu überleben, wenn wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Währung nicht zueinander im Verhältnis stehen. Mit anderen Worten: Haben die Griechen früher schlecht gewirtschaftet, wurde ihre Drachme abgewertet, heute nivelliert der Euro das Problem.

Das Kind ist nun einmal in den Brunnen gefallen und ich habe auch kein Patentrezept, was zu tun ist. Dass sich die einfachen Griechen dagegen wehren, dass sie allein die Zeche zahlen müssen, ist völlig klar; ihre politische Kaste wird sich ebenso wie in anderen Ländern verdünnisieren, wenn es zu stressig wird. Die Konten lagern sicher längst in der Schweiz oder sind mit Pfund und Dollar angefüllt. Den deutschen Politikern fällt in ihrer weisen Voraussicht, die nur bis zu besagter NRW-Wahl reicht, nichts Besseres ein, als um jeden tag zu pokern. Bekommen die Griechen nun das Geld oder fliegen sie aus der EU raus? Wie man’s macht, macht man’s eigentlich verkehrt, denn unterstützt man die Griechen und dann die Portugiesen, Spanier und Iren, wird das Ganze zum Fass ohne Boden. Überlässt man die Griechen ihren Problemen, riskiert man massive soziale Unruhen, in der Gewissheit, dass das Land über viele Jahre nicht wieder auf die Beine kommen wird. Aus meiner Sicht gibt es eigentlich nur eine praktikable Lösung und das ist ein massiver Eingriff ins Finanzsystem. Denn derzeit spekulieren die Börsen und Banken auf den großen Zusammenbruch, an dem sie sicher wieder gut verdienen werden. Wie immer eigentlich. Vielleicht zieht die Politik diesmal die richtigen bzw. überhaupt irgendwelche Lehren

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Eine Antwort zu “Griechenland – Schuldenland”
  1. reSpektive reSpektive sagt:

    [New Post] Griechenland – Schuldenland – via @twitoaster http://www.peer-spektive.de/politik/grie...
    via Twitoaster

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