Wenn hierzulande von Drogen die Rede ist, dann dreht sich die Diskussion meist um Süchtige und Suchtprävention, Organisierte und Beschaffungskriminalität oder um rechtliche Rahmenbedingungen, soll heißen: was ist erlaubt, was verboten. Lassen wir all diese Aspekte einmal außen vor, so lässt sich feststellen, dass vieles was in der so genannten ersten und zweiten Welt als Rauschmittel konsumiert wird, aus recht armen und häufig auch politisch instabilen Ländern kommt. In diesen Ländern hat der Anbau von Drogen auch eine wichtige wirtschaftliche Funktion als Möglichkeit für die einfache Bevölkerung, sich ein Einkommen zu erarbeiten, dient aber auf der anderen Seite auch dazu Machtkämpfe zwischen verschiedenen Interessengruppen zu finanzieren: Guerilla, Para-Militärs, Warlords, alle verdienen mit und rüsten Dank der Einnahmen aus dem Drogengeschäft weiter auf. Insbesondere die USA ist dafür bekannt, im Gegenzug den Regierungen solcher Länder militärisch „unter die Arme zu greifen“, um ihren Kampf gegen die Drogen in den Erzeugerländern zu führen. Über diese Vorgänge ist hierzulande immer noch recht wenig bekannt, weshalb ich hier auf zwei Romane und eine Reportage hinweisen möchte.

Das erste ist ein neues Buch zum Thema Opium aus Afghanistan: „Afghanistan Dragon – über Opiumanbau am Hindukusch“. Leider hatte ich noch nicht die Gelegenheit, das Buch selbst zu lesen, weshalb ich hier nur die Ankündigung zitieren will: „Der Schweizer UN-Drogenbeauftragte Professor Beat Hodler reist im UN-Auftrag an den Hindukusch, um den missbräuchlichen Opiumanbau in Afghanistan zu erforschen. Schon am Ausgangspunkt seiner Eruierungen in Kabul trifft er auf extreme Widersprüche, die zu entschlüsseln den Mediziner reizt, da die Behauptungen eines reichen Teppichseidenfabrikanten sinnfällig und bitter, doch dabei zugleich höchst seltsam klingen. Der Professor entschließt sich zu einem riskanten Unternehmen, gegen erhebliche Widerstände: Er zieht ins Hochgebirge nahe der Grenze zu Tadschikistan. Dort oben im äußersten Nordosten in einem kleinen Dorf lernt Hodler die Faktoren für den Mohnanbau sowie den Opiumabsatz in diesen Gebieten kennen, derweil der Dorfälteste gleichzeitig in einem Kabuler Gefängnis darüber grübelt, wer in der Hauptstadt ausgerechnet an seiner Verhaftung interessiert sein könnte. Der Professor trifft den kreativen, innovationsfreudigen Agraringenieur Khaled und dessen uneigennützige Geliebte Sanaubar, die ihren Lebensunterhalt mit dem Ritzen der Mohnkapseln verdient und sich um Shanzai kümmert, eine jugendliche Versehrte, die aufgrund eines Selbstmordattentats ihre Arme und ein Bein verloren hat, jedoch nicht ihren heiteren Lebensmut und unersättlichen Wissensdurst. Wiederholt gerät der Professor in Todesgefahr, da er argen Dunkelmännern verschiedenster Couleur begegnet, so Marodeuren, Söldnertrupps, al-Qaida-Terroristen, War Lords, Drogenbaronen, aber auch in Opiumgeschäfte verwickelten Diplomaten und Geheimdienstlern wie dem berüchtigten, sagenhaften US-Agent, der als der „weiße Ibrahim“ bekannt ist.“
Schon anhand dieser Beschreibung wird klar, dass das Thema kein einfaches ist, da zahllose Interessengruppen im Drogengeschäft mitmischen und jeder versucht, sein Geschäft zu machen. Wer sich einen Eindruck von der literarischen Qualität von Afghanistan Dragon machen will, der kann dies hier tun.

Dem amerikanischen „war on drugs“ widmet sich der Roman „Tage der Toten“ von Dan Winslow. Hauptthema des Krimis ist die Verstrickung von US-Geheimdiensten, insbesondere der CIA, in das mittelamerikanische Drogengeschäft, vor allem in Mexiko. Während offiziell ein erbarmungsloser Kampf gegen die Drogen geführt wird (Hauptheld Art Keller arbeitet für die DEA, nutzt die CIA bei Kenntnis höchster Regierungsstellen, die Infrastruktur der Drogenschmuggler für ihre eigenen Zwecke: Mit den Flugzeugen der „Federación“ werden Waffen zum Beispiel nach Honduras transportiert, um dort und im Nachbarland Nicaragua die „Kommunisten“ zu bekämpfen. Traurig an diesem Roman: Die Fakten, auf denen er basiert, sind wahr.

Während die beiden Bücher vor allem den „Thrill“ also Bandenkämpfe und Fehden zwischen Drogenhändlern und –jägern betonen, beschäftigt sich die Dokumentation „Koka, Terror und der Inkaaufstand“ mit dem Kokainanbau in Lateinamerika und dessen sozialen Strukturen. Hier verschwimmen die sonst so klaren Fronten schnell. Zum einen gehört die Kokapflanze seit Jahrtausenden zum kulturellen Erbe der Inkas. Wer würde in Mitteleuropa z.B. den Menschen den Alkohol verbieten wollen? Doch die Regierungen von Ländern wie Peru oder Kolumbien verfolgen den Anbau – auch dank finanzieller und politischer Alimentierung aus den USA – hartnäckig.
Über diesen traditionalistischen Ansatz hinaus, ist Koka oft das einzige Produkt, mit dem sich Geld verdienen lässt. Das liegt weniger daran, dass Ananas, Maniok & Co. nicht auch da gedeihen würden, wo die Rauschpflanze wächst. Das Problem ist vor allem eines logistischer Natur: Während die Drogenbanden besten ausgerüstet sind, Aufkauf und Vertrieb des Kokas zu bewerkstelligen, haben die armen Bauern kaum eine Chance, ihre legalen Produkte zu verkaufen. Wie auch, wenn der nächste Markt zig Kilometer entfernt ist, keine Straßen existieren und sich sowieso niemand Autos leisten kann. Der Staat hilft zwar bei der Umstellung der Produktion, dann lässt er die Bauern aber auf ihren Produkten sitzen.
Staatliche Macht lässt sich vor allem in Form der Armee blicken, die Guerilla und Para-Militärs bekämpft. Die Bauern stehen immer zwischen allen Fronten und werden bei diesem Kampf aufgerieben…

Man kann von dem Thema halten, was man will. Fakt ist: Die exorbitanten Gewinne mit Drogen lassen sich nur aufgrund deren Illegalität machen. Eine Legalisierung würde den mafiösen Strukturen schlagartig die Grundlage entziehen. Staaten wie Kolumbien könnten, statt im Kampf gegen die Drogen ihre Armee immer weiter aufzurüsten, in die Infrastruktur und in soziale Gerechtigkeit in ihrem Land investieren. Doch das wird wohl nicht geschehen, solange noch genügend mächtige Menschen am Drogenverkauf profitieren.

PS: Das Argument, eine Freigabe aller Drogen würde zu Chaos und Anarchie führen, hat das Beispiel Portugal widerlegt, wo Besitz und Gebrauch von Drogen – für den persönlichen Bedarf , inklusive Kokain und Heroin – im Juli 2001 entkriminalisiert wurden. Siehe hier:

Das normalisierte Drogenparadies am Ende Europas“ bzw. “Drug DECRIMINALIZATION IN PORTUGAL – Lessons for Creating Fair and Successful Drug Policies” (Pdf)

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Wulff lügt!

Ausgangsbild: Actionpress/Bundesregierung/Jesco Denzel

Noch-Bundespräsident Wulff hat gestern ARD und ZDF ein exklusives Interview gegeben. Ich muss gestehen, dass ich keine Lust hatte, mir den inszenierten Bußgang anzuschauen. Doch schon kurze Zeit später gingen die wichtigsten Aussagen durch die Nachrichten. U.a. behauptete der böse Wulff, dass er die BLÖD-Zeitung nur um eine Verschiebung der Veröffentlichung des Artikels zu seinem Kreditunwesen gebeten hätte. Dumm nur, dass die Springer-”Journalisten” schon von Anfang an behaupteten, dass Wulff, die Veröffentlichung verhindern wollte und u.a. mit “Krieg” und rechtlichen Konsequenzen gedroht hatte. Das Dementi des Blattes folgte auf dem Fusse. Nun ist BLÖD auch nicht gerade für Seriosität bekannt und man weiß nicht so recht, wem man denn nun vertrauen soll. Aber um ehrlich zu sein: Ich glaube nicht, dass die Zeitungsenten lügen. Denn dann könnte Wulff sie verklagen und das sähe auch für solch ein mächtiges Blatt nicht so toll aus. Wie auch immer – die Causa Wulff wird wohl bald geschlossen werden und der Christian sich nach einer neuen Arbeit umschauen.

Ich bin dafür, dass wir als nächsten Bundespräsidenten Pinoccio wählen, denn dann sehen wir wenigstens sofort, ob er gelogen hat oder nicht…

Und hier der Kommentar von Oliver Kalkofe:

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Vor einiger Zeit sah ich eine Folge der Deutschlandsafari mit Henryk M. Broder und Hamed Abdel-Samad gesheen. Dabei waren die beiden u.a. auf einem ganz offiziellen Kongress, der sich mit Nachhaltigkeit beschäftigte. Kaum zu glauben aber die (regierungstreuen) Fachleute, die da rumliefen, waren nicht mal in der Lage, das Wort Nachhaltigkeit vernünftig zu definieren. Dabei gibt es eine Definition, die sich eigentlich merken lässt und die zudem aus dem Schlussbericht der von der Bundesregierung eingesetzten Enquete-Kommission Globalisierung der Weltwirtschaft stammt: “Das Konzept der Nachhaltigkeit beschreibt die Nutzung eines regenerierbaren Systems in einer Weise, dass dieses System in seinen wesentlichen Eigenschaften erhalten bleibt und sein Bestand auf natürliche Weise regeneriert werden kann.”

Soweit so schlecht. Dass Nachhaltigkeit, also der sorgsame und sinnvolle Umgang mit Waren etc. und ihre Wiederverwendung in Zeiten zunehmender Rohstoffknappheit eine sinnvolle Idee ist, wird wohl kaum Jemand bestreiten, ebnso wie die Verwendung natürlicher Stoffe anstelle von menschlich hergestellten. Doch die Wiederverwendung allein wird kaum ausreichen. Das “Cradle To Cradle”-Konzept sieht Produkte vor, die nicht nur energetisch oder in verminderter Qualität genutzt werden (z.B. gehäckselte Plaste als Füllstoff), sondern die in gleichwertigen Funktionen weitere Lebenszyklen durchlaufen. Wer mehr dazu erfahren will, dem sei dieser Artikel von Dr. Eike Wenzel vom Institut für Trend- und Zukunftsforschung Heidelberg empfohlen: “Cradle-to-Cradle: Die nächste Industrielle Revolution klopft an unsere Tür.”

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Das Internet ist ein ganz wunderbarer Ort für alle, die im Laden schon oft vor den Regalen standen und dachten: „Das ist aber nicht genau das, was ich wollte!“. Ob es um Kleidung, Möbel oder Lebensmittel geht: das Internet eröffnet viele neue Welten und so findet man viel leichter genau das, was man sucht. Aber das Internet kann noch mehr und so bringt es auch viele neue Ideen, auf die man sonst vielleicht gar nicht gekommen wäre. Zwei völlig unterschiedliche aber gleichermaßen pfiffige Onlineshopping Ideen sollen hier vorgestellt werden.

Mit der ersten Onlineshopping Anregung wird es süß: es geht um Pralinen. Pralinen sind immer ein schönes Geschenk und auch für alle, die sich selbst ab und zu gerne eine leckere Kleinigkeit gönnen sind Pralinen genau das Richtige. Großpackungen aus dem Handel haben leider oft den Nachteil, dass immer ein paar ungeliebte Pralinen in der Schachtel bleiben. Auch lässt industriell gefertigte Ware oft pfiffige, spezielle Geschmacksrichtungen vermissen. Hier setzen viele Online Pralinenshops an und bieten die wunderbare Möglichkeit, seine ganz eigenen Pralinen zu erstellen.

Das Pralinen kreieren ist online ganz einfach: mit einer Art Baukasten-System setzt man sich aus den einzelnen Bestandteilen wie Hülse, Füllung, Überzug und Verzierung die eigene Wunschpraline zusammen. Nicht nur bei der Schokoladensorte für die Hülle, auch in Sachen Füllung steht eine Menge zur Auswahl. Exotische Geschmacksrichtungen wie Absinth, Melone oder Energy-Drink sind ebenso erhältlich wie die Klassiker Nougat, Eierlikör oder Rumtrüffel. Der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt und so puzzelt man sich tatsächlich eine ganz individuelle Praline zusammen.

Die zweite Onlineshopping Idee, die hier vorgestellt werden soll, ist vor allem etwas für junge Eltern: es geht um die Kinderzimmer Einrichtung. Wer beim Blick in die Kataloge gängiger Möbelhäuser nicht das Richtige findet, kann sich im Internet auch einmal im Bereich Kindergartenbedarf umsehen. Möbel für den Kindergarten sind nicht nur besonders sicher und langlebig, sie sind auch schön. Fröhliche Farben und helles, warmes Holz sorgen für eine schöne Atmosphäre und halten garantiert jedem wilden Spiel stand. Kinderstühle, Betten und Hochstühle finden sich hier genauso wieder wie im normalen Möbelhaus Angebot. Und auch Spielteppiche, Schaukelpferde und anderes Spielzeug ist im Kindergartenbedarf erhältlich. Wer also auf der Suche nach besonders langlebigen Kindermöbeln ist, sollte durchaus einen Blick in betreffende Online Shops wagen.

Wie man sieht steckt das Internet voller nützlicher und pfiffiger Ideen, die einem das Leben leichter machen können. Wer richtig sucht und sich auch einmal auf neue Pfade wagen möchte, kann hier auf überraschende und spannende Anregungen stoßen.

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Ein wenig Lachen musste ich schon, als ich heute morgen im Radio hörte, das Christine Lagarde, die mächtige IWF-Chefin vor den negativen Folgen der Wirtschaftskrise warnte. Das Wachstum schwäche sich ab und es bestehe die Gefahr, dass die Weltkonjunktur wegbreche. Langsam aber sicher wird’s albern. Das ist in etwa so, als wenn man davor warne, beim Autofahren das Gas wegzunehmen, um ja nicht aus der Fahrbahn geworfen zu werden. Dabei sollte man doch eigentlich denken, dass die gelegentliche Verlangsamung eine gute Idee ist, wenn man dauerhaft auf der Straße bleiben will. Ein Auto, das nur sicher fährt, wenn es immer schneller wird, würde ich eigentlich als Fehlkonstruktion bezeichnen.

Abseits aller Metaphern: Ich finde es schon bedenklich, wenn Frau Lagarde jetzt eine “Depression” herbeiredet, wobei auch dieser Ausdruck Bände spricht. Der Großteil der Depression besteht wohl bei denen, die Angst haben, weniger zu verkaufen. Für alle anderen sehe ich eigentlich nicht unbedingt einen Grund rumzuheulen. Fakt ist, dass der “Wohlstand” in Europa in den nächsten Jahren sinken wird. Das muss aber nicht unbedingt heißen, dass es uns allen schlechter geht. Alles nur eine Frage der Verteilung…

PS: Wenn ich diese Definition richtig verstehe heißt Konjunktur ja gerade “auf und ab”.

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