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Die digitale Fotografie hat die Welt der Fotos zwar verändert, doch trotz der Möglichkeit, die Fotos zu bearbeiten und online zu entwickeln, wird die Arbeit des Fotografen sicher nicht ersetzt werden. Ein professionelles Foto setzt das Fotoobjekt ins perfekte Licht und ist in verschiedenen Situationen einfach die bessere Wahl. Model-Sedcards beispielsweise müssen professionelle Fotos vom Fotografen im Fotostudio enthalten, um sich damit auf dem facettenreichen Markt bestens repräsentieren zu können. Eine gute Anlaufstelle ist zum Beispiel www.desfotos.de aus Wetzlar .

Doch nicht nur die Sedcards für Models setzen perfekte und hochprofessionelle Bilder und Fotos voraus, um auf den ersten Blick einen atemberaubenden Eindruck zu hinterlassen. Ein außergewöhnliches Portrait-Foto, das die Wand als beeindruckender Blickfang zieren soll, oder die Hochzeitsfotos zur Erinnerung an den schönsten Tag im Leben setzen ebenfalls die Professionalität voraus, die nur ein Fotograf mit einem geschulten Blick und technischem Know-How bieten kann.

Ein mittels digitaler Fotografie hergestelltes Bewerbungsfoto mit der eigenen Digicam ist keine gute Wahl. Ein Fotograf weiß, wie er die Person auf den Bewerbungsfotos im richtigen Licht und vor dem idealen Hintergrund platzieren muss. Gute Bewerbungsfotos nehmen in der heutigen Zeit einen immer stärkeren Einfluss auf die Chancen am Arbeitsmarkt.

Für alle Situationen, in denen die Bilder für wichtige Zwecke wie bei Model-Sedcards, einem Bewerbungsfoto, Hochzeitsfotos oder auch als besondere, ganz persönliche Geschenke benötigt werden, ist der professionelle Fotograf im Fotostudio die richtige Adresse.

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Ein Gespenst geht um in Deutschland und dieses Gespenst heißt Thilo Sarrazin. Nun will ich mit diesem einleitenden Satz die Bedeutung des Herren Bundesbankers und seiner Äußerungen nicht mit denen von Karl Marx und des Kommunistischen Manifestes gleich stellen. Nur dürfte in letzter Zeit kaum Jemand so viel Wirbel verursacht haben, wie der gebürtige Geraer. Dem Verkauf seines Buches „Deutschland schafft sich ab“ dürfte das alles andere als abträglich sein. Rein marketingtechnisch kann der Aufruhr Herrn Sarrzin also nur Recht sein. Das macht seine Thesen aber um keinen Deut besser.

Gelesen habe ich das Buch noch nicht, doch lässt sich z.B. bei Stern.de erfahren, worum es darin geht: Es geht kurz gesagt darum, wie die Muslime Deutschland erobern – und die Deutschen nichts dagegen tun. Nun gut, diesmal sind es also nicht „die Ausländer“ im Allgemeinen, sondern die Muslime, die uns „überfremden“ und uns ihren Lebensstil aufzwingen.

An den Rande gedrängt

Um eins voranzustellen: Ich kann Herr Sarrazins Furcht davor, Fremder im eigenen Land zu sein, ein Stück weit verstehen. Anlässlich einer Veranstaltung war ich einmal in Krefeld und dort trifft man im Stadtzentrum fast kaum noch einen Deutschen. In dieser geballten Form hatte ich das zuvor noch nicht erlebt, nicht einmal in Berlin-Kreuzberg. Das war sehr seltsam, fast schon unangenehm, doch ehrlich gesagt, habe ich mich davon nicht bedroht gefühlt. Auf der anderen Seite möchte ich da auch nicht leben. Nicht, weil ich etwas gegen Ausländer habe, sondern weil es einfach unangenehm ist, der „Außenstehende“ zu sein. Ein Gefühl, das viel „Migranten“, um diesen Ausdruck hier mal zu verwenden, ständig haben, insbesondere die, denen man ihre Herkunft von außerhalb Deutschlands auf den ersten Blick ansieht.

Dank Herrn Sarrazin wird in letzter Zeit wieder viel über Integration gesprochen aber meist nur im Zusammenhang mit der Unwilligkeit von Migranten, sich zu integrieren. Wie bitte aber sollte so eine Integration aussehen? Sollen alle, die hier ins Land kommen Christen werden? Das kann ich als Atheist nicht gutheißen, schließlich haben wir auch die Religionsfreiheit und damit auch die Freiheit von der Religion in unserem Grundgesetz verankert. Schon an diesem naheliegenden Beispiel wird deutlich dass wir uns die Zuwanderer nicht so einfach nach unseren Vorstellungen zurechtbiegen können, denn wer gibt so mir nichts dir nichts seine Glaubensgrundsätze auf. Hinzu kommen noch allerhand kulturelle Unterschiede, wie das Kopftuchtragen – um nur einmal das prominenteste zu nennen. Auch diese Andersartigkeit müssen wir akzeptieren, doch selbstverständlich gilt es, Grenzen zu setzen, wenn diese unseren eigenen Wertevorstellungen zuwider läuft. Frauen in Burkas möchte ich ehrlich gesagt auf deutschen Straßen nicht sehen. Eine Moschee muss ich aber akzeptieren auch wenn die christlichen Fundamentalisten meinen, dies sei der Untergang des Abendlandes. Ehrlich gesagt machen mir diese Leute wesentlich mehr Angst.

Diskutieren wir über unsere Werte

Wobei wir beim eigentlichen Kernproblem der Diskussion wären: Was sind eigentlich „unsere Wertevorstellungen“. Die Frage nach dem „unsere“ würde ich so beantworten: Zum „wir“ zählt jeder deutsche Staatsbürger. Und das schließt auch solche mit „Migrationshintergrund“ ein. (Wer „nur“ dauerhaft hier lebt, kann sich nur schwer in solche Grundsatzdiskussionen einbringen, wohingegen er oder sie z.B. auf kommunaler Ebene Verantwortung übernehmen kann.) Schon innerhalb eines relativ „einheitlichen“ Volkes gibt es zahlreiche verschiedene Vorstellungen darüber, was „richtig“ und was „falsch“ ist, kommen „andersartige“ Menschen hinzu, wird das Spektrum der möglichen Antworten größer. In einer Demokratie muss man in solch einem Fall darum ringen, welche Werte allgemeingültig sind, dass jeder damit leben kann. Problematisch wird es aber auch mit der konkreten Durchsetzung dieser Regeln. Man kann sich u.a. dafür entscheiden, dass es nicht zulässig ist, eine Frau zwangszuverheiraten (was ja übrigens bei uns nicht erlaubt ist), doch wo setzt man da die Grenzen? Ist es unzulässig, dass der Vater der potentiellen Braut befiehlt, den ausgesuchten Ehemann zu heiraten oder muss er sie erst mit körperlicher Gewalt zur Eheschließung zwingen, bevor das Gesetz einschreitet? Wer will und kann den Zwang überprüfen und gegebenenfalls dagegen vorgehen? Hier helfen uns Gesetze allein nicht weiter, hier braucht es das Bewusstsein jedes Einzelnen und den Mut, für entsprechende Vorstellungen auch einzutreten.

Insgesamt ist es viel erfolgsversprechender, demokratische Werte vorzuleben, als mit Bestrafung zu drohen. Dazu ist es absolut notwendig, dass die „Migranten“ auch stärker die Lebenswirklichkeit der Deutschen kennen lernen. Mich würde an dieser Stelle mal interessieren, welcher Leser dieser Zeilen schon einmal einen Ausländer zu sich eingeladen hat? Nehmen wir ein beliebtes Beispiel für „kulturelle Unterscheide“: die Zwangsheirat. Auch in Mitteleuropa hat es eine Weile gedauert, bevor sich solche Ideen wie eine Liebesheirat durchsetzen konnten. Zuvor spielten wirtschaftliche und soziale Auswahlkriterien eine wesentliche Rolle, weshalb die Eltern eine aus ihrer Sicht passende Ehe arrangierten. In Manchen, eher „rückständigen“ Kulturen ist das noch immer so, auch weil diese Variante der Eheschließung das Überleben der Familie sichert. Vielleicht braucht es einfach mehr Zeit, bis der Gedanke, dass dies nicht mehr nötig ist, bei einem eher traditionell ausgerichteten türkischen Mann ankommt. Allzu viel Hoffnungen sollte man aber nicht haben, denn schließlich hat die „Familie“ für diese Menschen noch einen wesentliche höheren Stellenwert als das individuelle Glück. Mit dem Finger auf sie zu zeigen, bringt überhaupt nichts. Solange der „konservative“ Vater keine Gesetze übertritt – und zum Beispiel seine Tochter schlägt – gibt es keinen Grund, ihn zu maßregeln. Schließlich unterwirft sich die Tochter, wenn sie sich unterwirft, freiwillig. Viel sinnvoller erscheint es mir, hier die Frau, die sich den Anforderungen ihrer Familie wiedersetzen will, zu unterstützen, zum Beispiel, indem man ihr hilft, eine Wohnung zu finden. Diese Unterstützung fängt freilich nicht erst an, wenn „Not am Manne“ ist, sondern schon viel früher. So ist es die Pflicht des Staates, dem Mädchen einen Zugang zu Bildung zu ermöglichen und ihr so mehr Möglichkeiten für ihre spätere persönliche Entwicklung zu geben.

Blut oder Boden?

Womit wir bei einem ganz anderen Problem wären, der Schulbildung: Wenn wir an die Diskussionen der letzten zeit denken (Stichwort Rütli-Schule), dann zeigt sich sehr oft, dass es eben kein ethnisches oder gar genetisches Problem (wie Thilo Sarrazin es gern hätte) ist, wenn Menschen von Aufstiegschancen ausgeschlossen sind. In keinem anderen europäischen Land ist der Schulabschluss eines Kindes so abhängig vom sozialen Hintergrund der Eltern. Diesbezüglich ist festzustellen, dass im Westen aber auch im Osten viele Ausländer als einfache Arbeiter nach Deutschland gekommen sind. Sie haben dann z.B. in den typischen Arbeitersiedlungen gelebt, wo man selbstverständlich unter sich ist – das ist bei deutschen Arbeitern auch nicht anders. Aus diesem Milieu hat man es, wie die einheimischen Kollegen nicht wirklich herausgeschafft. Und die, denen ein „Bildungsaufstieg“ gelungen ist, die haben, wie erst kürzlich bei der Diskussion um die anonymisierte Bewerbung wieder deutlich wurde, immer noch mehr Probleme einen Job zu bekommen als ein Deutscher mit vergleichbarem Abschluss. Wen wundert es eigentlich, wenn bei vielen Migranten in zweiter oder dritter Generation, die zum großen Teil deutsche Staatsbürger sind, Frust aufkommt und man meint, dass man ohne die Mehrheitsgesellschaft und deren Regeln besser lebt? Dass man sich auf “alte Werte” – in diesem Fall z.B. den Isalm – zurück besinnt oder gar eine religiös-politische Radikalisierung einsetzt? Wer wundert sich da über Parallelgesellschaften? Und gibt es die nicht auch bei den „bildungsfernen Schichten“ gebürtiger Deutscher? Ist das Ganze nicht eher ein soziales als ein ethnisches Problem?

Kommen wir zurück zu Herrn Sarrazin – übrigens ein urdeutscher Name, wie man meinen möchte. Ich kann und möchte nicht ausschließen, dass es „integrationsunwillige Ausländer“ gibt. Es ist aber in den vergangenen Jahrzehnten auch schon viel zu viel schief gelaufen, so dass es nicht verwundert, dass die „Migranten“ aufmüpfig werden. Die Aufgabe der Mehrheitsgesellschaft sollte es sein, auf sie zuzugehen und die zu stärken, die auf der Grundlage des für alle deutschen Staatsbürger bindenden Grundgesetzes ein friedliches Zusammenleben anstreben. Nur so lassen sich extremistische Strömungen zurückdrängen. Auf die vermeintlich Schwächeren einzuschlagen, so wie es uns auf unwürdige Art und Weise gerade unsere französischen Nachbarn mit den Roma vorführen, ist immer der einfachste Weg. Integration bedeutet viel Arbeit und kurzfristige Erfolge sind nicht zu erwarten. Und nicht zuletzt heißt es, die gesamt Gesellschaft für alle Menschen gerechter zu machen, dann hört auch der Neid gegenüber den angeblich zu Unrecht bevorzugten Ausländern auf.

Thilo Sarrazins Auslassungen zu genetischen Konstanten bei Juden etc. ist hingegen ein Griff in die dunkelste Kiste an Ressentiments. Er sagt damit nichts Anderes, als dass „die Deutschen“ und „die Ausländer“ einfach nicht zusammenpassen, quasi biologisch. Herr Goebbels hätte an solchen Aussagen seine wahre Freude gehabt. Doch machen wir uns doch nichts vor: die Deutschen sind längst kein „blutreines“ Volk mehr, auch wenn die Nationalsozialisten das gern so gehabt hätten und deren geistige Nachfolger dies immer noch als Ideal propagieren. Sarrazins Vorfahren kam als von der französischen katholischen Kirche verfolgte Hugenotten nach Preußen. Im 17. Jahrhundert wanderten ihrerseits zahllose Deutsche nach Nordamerika aus. Momentan ist Deutschland halt ein beliebtes Zuwanderungsland, weil es sich hier ganz gut leben lässt. Aus meiner Sicht ist auch noch genug Platz hier für Menschen, die anderswo Probleme oder keine Entwicklungschancen haben. Warum sollten sie also nicht hierher kommen? Das „deutsche Blut“ kann davon nur aufgefrischt werden…

Fazit

Um es abschließend noch einmal klar zu stellen: Unsere Gesellschaft wird zunehmend ungerechter, der gesellschaftliche Reichtum liegt in der Hand einiger weniger, der Rest schaut in die Röhre. Wer oben ist, sieht zu, dass er dort bleibt und Niemand von unten nachrückt. In solch einer Situation ist es immer schön, wenn man einen Sündenbock hat, der sich zu allem Überfluss auch noch äußerlich und kulturell vom „Durchschnittsbürger“ unterscheidet. Solange es Jemanden gibt, der unter mir steht, geht es mir gut – ein uralter menschlicher Charakterfehler. Thilo Sarrazin und seine Thesen haben wieder einmal gezeigt, dass dieser nicht die Schwäche von wenigen „Verführten“ ist, sondern ein allgemeines Problem aus der Mitte der Gesellschaft.

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Der erste Eindruck zählt. Das gilt nicht nur für das Äußere. Auch wenn wir einen Namen hören, bevor wir die Person überhaupt gesehen habe, verbindet sich damit bei uns eine Vorstellung, welcher Typ Mensch sich hinter „Heiko“, „Kerstin“ oder „Ulf“ verbirgt. Sofort entsteht ein Bild im Kopf, wie die Person aussehen könnte, wie alt sie ist oder wie intelligent. Selbstverständlich halten diese Vorstellungen nicht immer der Wirklichkeit stand, das ändert aber nichts daran, dass wir Namen stets auch bestimmte Eigenschaften zuordnen. Auf der Website Onomastik kann man sich ein Bild davon machen, welche Vorstellungen sich mit verschiedenen Namen verbinden. Ein Onogramm bzw. onomastisches [also namenkundliches] Assoziationsdiagramm zeigt diese Wahrnehmungen und Assoziationen zu einem Namen auf. Selbstverständlich können diese Wahrnehmungen individuell stark variieren, in der Gesamtheit werden aber Tendenzen deutlich.

der Vorname Pierre mit Bedeutung und Onogramm
“Peer” gab’s leider nicht :-(

Das Ganze ist ein Experiment, das vom Mitmachen lebt. Jeder Besucher der Seite bekommt zufällig Namen vorgelegt, die er dann einschätzen soll. Ziel des Versuches, ist es, herauszufinden, welche Bedeutungsaspekte Namen tatsächlich vermitteln.

Die Hypothese der Websitebetreiber ist, dass Eigenschaften wie Alter, geschlechtliche Ausprägung oder Wohlklang über weite Teile des Namenschatzes stärker variieren, als z.B. Intelligenz, Attraktivität oder Wohlstand. Mit anderen Worten: Die „soziale“ Komponente des Namens ist in unseren Vorstellungen stärker festgelegt.

Auf der Seite heiß es: „… Es wäre dann davon auszugehen, dass nicht der Name einen Charakterzug einer Person bestimmt, sondern Umfeld und sozialer Status der Namengeber, also der Eltern.“ Diese Hypothese kann aus meiner Sicht mit ziemlicher Sicherheit als richtig angenommen werden, da zum Zeitpunkt der Namensvergabe – als frisch Geborenes – das Kind noch keinerlei „Charakterzüge“ aufweist, also quasi ein unbeschriebenes Blatt ist. Andersherum ist es selbstverständlich so, das der soziale Status der Eltern die Namenswahl bestimmt, man denke nur an die ganzen unseligen „Kevins“ und „Cindys“ aber auch an „noblere“ Namen wie „Maximilian” oder „Bernadette“. Intelligentere Menschen dürften sich zum Beispiel auch weniger von einer aktuellen Mode als vielmehr von dem Gedanken leiten lassen, dass das Kind den Namen sein Leben lang trägt. Auch dürfte der Wunsch eine Rolle spielen, dem Kind über die Bedeutung seines Namens etwas auf dessen Lebensweg mitzugeben. Richtig ist jedoch folgende Schlussfolgerung: „D.h. bestimmte Namen sind in bestimmten Bevölkerungsschichten weiter verbreitet und daher am ehesten mit Charakteristika assoziiert, die in diesem Teil der Bevölkerung typisch sind.“

Selbstverständlich handelt es sich bei solchen Zuordnungen um Verallgemeinerungen. Trotzdem finde ich das Experiment recht interessant und werde es deshalb weiter verfolgen.

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Hörkurve Laut einer aktuellen Studie nimmt die Schwerhörigkeit dramatisch zu. So lasse sich schon bei 20 Prozent der Jugendlichen eine Schwerhörigkeit feststellen. Richtig verwundern kann das aber niemanden.

Bereits als der Walkman zu Beginn der 1980er in Mode kam, warnten Experten davor, dass die oftmals brutal laut eingestellten Geräte die Hörfähigkeit ihrer jugendlichen Träger negativ beeinflussen könnten. Natürlich war das typisches „Spießergebrabbel“ – gestört hat sich niemand daran. Heute heißen die Abspielgeräte iPhone oder Handy, geändert hat sich am Problem nichts. Im Gegenteil: Alt und jung isolieren sich gleichermaßen unter der privaten Schallglocke von der Außenwelt.
Während Niemand einem anderen verbieten kann, sich selbst zu schädigen, wurden in Diskotheken und bei Rockkonzerten zulässige Höchstgrenzen für die Beschallung eingeführt. Viel genutzt hat das nicht, denn nur wenige Veranstalter halten sich daran. Während kommerzielle Locations gelegentlich kontrolliert werden, dreht im Untergrund jeder die Anlage auf, bis es im Ohr klingelt. Bleibende Schäden sind da vorprogrammiert.

Doch nicht allein die „böse Popmusik“ ist Schuld am zunehmenden Unvermögen, zu hören. Gerade die in Städten vielerorts auftretenden Lärmpegel haben ihren Anteil am „Sinneswandel“: Straßenlärm, Baustellengeräusche, Maschinengeratter. Unser Ohr ist ein empfindliches Organ, doch in unserem Alltagsleben stehen wir praktisch ständig unter akustischem Beschuss. Kein Wunder, dass Ruhe solch ein kostbares Gut geworden ist. Bei aller Asozialität des Verhaltens, kann ich durchaus verstehen, dass Menschen gegen Kindergärten in ihrer Nähe klagen. Klar, dass das besonders oft in ruhigen Wohngegenden der Fall ist. Sollen doch die Gören dort kreischen, wo es eh schon laut ist, unterm Bahndamm zum Beispiel… So sichern wir heute schon, dass die Rentner von morgen nichts mehr hören. Selig sind die Tauben im Lärme!

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Über den eigentlichen Vorfall bei der Loveparade in Duisburg muss ich an dieser Stelle sicher nichts mehr schreiben – 21 Menschen starben bei einer Massenpanik in einem Tunnel. Dass jetzt nach den Ursachen für die Katastrophe gesucht wird, ist mehr als verständlich. Beobachtet man allerdings die jetzige Diskussion, so muss man konstatieren, dass da einiges schief läuft.

Schnell stand Rainer Schaller als Veranstalter der Loveparade im Zentrum der Kritik. Ehrlich gesagt, sehe ich da sein klein wenig anders: Die Schuld verteilt sich auf zahllose Schultern. Da sind zum einen die Lokalpolitiker, allen voran Oberbürgermeister Adolf Sauerland, die die Veranstaltung in ihrer Stadt haben wollten. Sieht ja auch gut aus, wenn man Kulturhauptstadt ist, noch solch eine gigantische Veranstaltung im Portfolio zu haben. Nur gibt es die selbstverständlich nicht umsonst. Als aller erstes bedarf es eines geeigneten Geländes. Und da hatte Duisburg nur ein altes Bahngelände zu bieten, unaufgeräumt, abgeschlossen und kaum ausreichend für die zu erwartende Anzahl an Besuchern. Kostenlose Großveranstaltungen unter freiem Himmel haben das grundlegende Problem, dass nur schwer absehbar ist, wie viele Menschen dem Ruf zur Party folgen. Ist das Wetter gut, platzt das Gelände aus allen Nähten, bei schlechtem Wetter verirren sich nur wenige hin. Im Sommer und im Ballungszentrum Ruhrgebiet konnten die Verantwortlichen eher davon ausgehen, dass die Zuschauerzahl recht hoch ausfällt. Das Gelände hätte also von vornherein sinnvollerweise größer ausgelegt werden können, um Reservekapazitäten zu haben. Ein Grundstück, auf dem vielleicht 300-400.000 Menschen Platz finden, ist ungeeignet wenn man die doppelt, wenn nicht gar dreifache Menge erwartet. Im Zweifelsfalle muss man sich überlegen, wohin man de „überschüssigen Gäste“ ableitet, um den Druck vom Veranstaltungsort zu nehmen. All dies ist scheinbar nicht passiert.

Als Jemand, der gelegentlich auch zu Großkonzerten unterwegs ist und selbst kleine veranstaltet, ist mir absolut fraglich, wie die Veranstalter auf die Idee kommen konnten, nur einen Zugang zum Gelände freizugeben, zudem ein hundert Meter langer Tunnel, in dem sich auch noch ein- und ausströmende Besucher begegnen. Da muss ich kein Fachmann sein, um zu wissen, dass das schief geht. Warnungen gab es ja genügend vorab.
Doch ist diese Fehlplanung Herrn Schaller anzulasten? Nicht wirklich, denn Polizei und Feuerwehr haben das Gelände so freigegeben. Sogar ein Panikforscher gab sein Urteil ab, das nicht hieß: So kann man das nicht machen! Was sollte ein Veranstalter mehr tun, als sich von allen, die offensichtlich Ahnung von der Materie haben, ein Urteil einzuholen? War es der Druck aus der Politik, der die „Sicherheitsorgane“ und den Experten ihre Bedenken vergessen ließen? Darüber kann ich an dieser Stelle nur spekulieren. Was wäre passiert, wenn die Polizei gesagt hätte: „Wir können die Veranstaltung unter diesen Umständen nicht absichern“ oder die Feuerwehr die Auflagen so erhöht hätte, dass entweder die Sicherheit gewährleistet oder die Veranstaltung abgesagt worden wäre? Eigentlich wäre das ihre Pflicht gewesen. Vielleicht hätte es für Duisburg einen kleinen Imageschaden gegeben, 21 Menschen wären jetzt aber höchstwahrscheinlich noch am Leben.

Herrn Schaller kann man aus meiner Sicht nur eins vorwerfen: Selbstüberschätzung! Erfolgreich ein Fitness-Imperium aufzubauen, ist eine Sache, eine Großveranstaltung dieser Dimension auszurichten, eine andere. Eigentlich hätte auch er merken müssen, dass die ganze Geschichte aus dem Ruder läuft. Aber so sind die Menschen nun mal; sie denken stets: „Es wird schon alles gut gehen“. Tut es auch meistens aber eben nicht immer. Diese Erkenntnis haben in Duisburg einige Technofans mit dem Leben bezahlt…

Im Nachgang ist zu befürchten, dass die Politik, die maßgeblich an der Katastrophe beteiligt war, sich für schärfere Gesetze stark machen wird und Großveranstaltungen schärfer als bisher unter die Lupe nimmt. Doch es ist so wie in den meisten Fällen, wenn profilierungssüchtige Volksvertreter nach Gesetzesverschärfungen schreien: Das Problem sind nicht die Gesetze, sondern ihre Anwendung! Solange die durch zahllose Ausnahmeregelungen ausgehebelt sowie absehbare Probleme wegdiskutiert werden und niemand den Mut hat, notwendige aber unpopuläre Entscheidungen zu treffen (z.B. durch Absage der Loveparade), werden sich solche Katastrophen wiederholen.

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