Archiv für die Kategorie: “Wirtschaft”

Es ist schon immer wieder erstaunlich, was sich die großen Konzerne einfallen lassen, um ihre Produkte an Mann und Frau und insbesondere an die Kinder zu bringen. Wobei bei letzteren natürlich das Problem besteht, dass da letztendlich die Eltern entscheiden, was auf den Tisch oder ins Spielzimmer kommt. Zwar können die Kleinen heulen, jammern und Terror machen, wenn sie nicht kriegen, was sie wollen aber auf Dauer würden die Erziehungsberechtigten sicher nichts kaufen, wovon sie denken, dass es nicht gesund oder gut für ihre Kinder ist. Deshalb lassen sich hochbezahlte Werbestrategen „Argumente“ einfallen, wie sie die Erwachsenen vom Nutzen des Produktes für den Nachwuchs überzeugen können. Ein besonders beliebter Trick ist es, den kaufkräftigen Eltern einzureden, dass die Speise x oder y für die Entwicklung der Kinder von Bedeutung ist, weil sie so viele gesunde Mineralstoffe oder weiß der Geier was enthält oder „so wertvoll wie ein kleines Steak“ ist. Dann sind die Großen beruhigt und die Kleinen bekommen das Zeug quasi noch aufgedrängt, weil es ja so schön leicht ist und wichtiges Calcium enthält.

Dumm nur, dass die Aussagen gerade bei vielen dieser auf Kinder zugeschnittenen aber auch bei Lifestyle-Produkten schlicht und ergreifend Lügen sind. Seit einigen Jahren gibt es mit Foodwatch eine von Staat und Lebensmittelindustrie unabhängige Organisation, die diese Lügen beim Namen nennt. Jährlich vergibt der Verein zum Beispiel den „Goldenen Windbeutel“ für die dreisteste Werbelüge, darüber hinaus engagiert sich Foodwatch in Kampagnen gegen Schadstoffe in Lebensmitteln oder klärt darüber auf, wer eigentlich an den Alkopops verdient, die von vielen Ärzten als „Einstiegsdroge“ in den Alkoholismus gebrandmarkt werden. Wer also wirklich etwas für bessere Lebensmittel tun will, der sollte unbedingt Foodwatch unterstützen.

Zurück aber zu Werbelüge: Der erste Preis – der Goldene Windbeutel 2011 – geht an Ferrero für sein heftig beworbenes Produkt „Milchschnitte“ – Wir erinnern uns, die „ist so schön leicht“ und „macht auch gar nicht voll“. Wer solch ein Teil schon einmal gegessen hat, weiß, das tatsächlich nicht viel hängen bleibt. Eine Art weiches Brot und dazwischen Creme. Das gute Stück ist aber alles andere als eien „leichte Zwischenmahlzeit“, denn es besteht zu 60 Prozent aus Fett und Zucker und ist damit heftiger als manch Stück Sahnetorte. Kindern schmeckt das natürlich, weil es süß ist. Wenn sie sich dann ständig von solch Zwischenmahlzeiten und Fastfood-Buletten ernähren, schlägt sich das bald auf den Hüften nieder. Eigentlich ist es eine Schande, dass diese Kampagnen nicht als „irreführende Werbung“ verboten werden. Vielleicht wird das ja noch. Bis dahin muss Foodwatch wohl noch einige „Goldene Windbeutel“ vergeben. Und wenn immer mehr Konsumenten mitbekommen, wie sie betrogen werden, dann verschwindet vielleicht auch irgendwann das Produkt aus den Kühlregalen. Leider ist anzunehmen, dass es dann bald etwas Neues gibt…

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Nach der globalen Finanzkrise waren sich eigentlich alle Regierungen einig, dass etwas geschehen muss. Doch machen wir uns nichts vor: Momentan geht eigentlich alles so weiter, wie gehabt. Das könnte sich in nächster Zeit jedoch ändern und tut es hoffentlich auch. Etwa 30 europäische Verbände und Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs) haben sich zu Financewatch zusammen getan, einer Lobbygruppe, die das Gebaren der Finanzwelt unter die Lupe nehmen und den Geldhändlern in die Karten schauen will. Ein sehr lobenswertes Unterfangen! Hoffen wir, dass Financewatch den Spekulanten zukünftig auf die Finger klopft, wenn die wieder neue Produkte wie „Credit Swaps“ erfinden, in die das Verfallsdatum bereits eingebaut ist…

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Lange Zeit habe ich überlegt, ob ich mich aktuell zu dem Thema Atomkraft äußere. Zum einen ist noch nicht klar, was in Japan und dort speziell in Fukushima noch geschehen wird – das Leid der Bevölkerung ist jetzt schon gigantisch. Zum anderen könnte man mir als entschiedenen Gegner der Atomkraft vorwerfen, diese Situation zu nutzen, um meinen Argumenten Nachdruck zu verleihen, quasi auf dem Rücken der Opfer in Japan. Selbiges wirft man gern auch den Grünen Parteien vor, sie würden Kapital aus der Katastrophe schlagen.
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Man stelle sich vor, ich erfände ein Produkt, das viele Menschen brauchen. Ich überzeuge sie mehr oder weniger gut davon, dass es besser ist als ähnliche, ältere Produkte, sage ihnen aber nicht, dass sie vorsichtig sein müssen, denn wenn sie es falsch benutzen, kann das auch schlimme Konsequenzen haben. Spätestens nach dem ersten Unfall, der auf dieses Produkt zurückzuführen ist, wäre ich weg vom Fenster und im Knast. Zu Recht, werden sicher alle sagen. Warum aber erzählt der uns solch ein Zeug? Das kann ich Euch, liebe Leser erklären.
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Wenn der Witz aber nun einen Bart(h) hat

Den Komiker Mario Barth kennen die meisten Deutschen sicher, spätestens seitdem der Berliner in den Werbespots eines großen Elektronikhändlers aufgetaucht ist und dort mit echter Berliner Schnauze die Waren anpreist. Doch auch der Comedian ist nicht immer witzig: Ein für Barth tätiger Rechtsanwalt mahnte die Hersteller eines T-Shirts ab, auf dem der zugegebenermaßen reichlich alberne Spruch “Nichts reimt sich auf Uschi” steht. Barth vermarktet T-Shirts mit diesem Slogan selbst und hat ihn sich als Marke schützen lassen. Das Blöde daran ist nur, dass der Spruch nachweislich gar nicht von ihm stammt und somit auch nicht sein geistiges Eigentum ist. Insofern muss der Komiker bei einer erneuten Prüfung seines Markenanspruches befürchten, dass ihm dieser aberkannt wird. Schließlich hat der Radiosender ffn aus dessen “Frühstyxradio”-Shows der Spruch stammt, selbigen schon vor Jahren auf T-Shirts drucken lassen.

Das eigentliche Problem abseits des konkreten Falles ist jedoch ein anderes. Immer wieder tauchen findige Geschäftsleute auf, die der Meinung sind, dieser oder jener Name, Slogan oder Sinnspruch ließen sich kommerziell verwerten. Dagegen ist erst einmal nichts einzuwenden und “Uschi”-Sprüche gehören nun wirklich nicht zum deutschen Kulturgut. Kritisch wird das Ganze, wenn sich, wie schon passiert, ein Geschäftsmann Mozart oder Bach schützen lässt und dann nicht nur die zur Kasse bittet, die zum Beispiel einen Bach-Wein oder Mozart-Kugeln herstellen, sonder auch die Veranstalter von Konzerten mit Musik der besagten Musiker, Archive oder wissenschaftliche Gesellschaften. Namen und Aussprüche, die quasi uns allen gehören, dürfen nicht „privatisiert“ werden. Man stelle sich vor, die NPD sicherte sich „Auf freiem Grund mit freiem Volke stehn.“ Und alle, die Goehtes Faust zitieren, müssten an die Rechtsaußenpartei zahlen…

Man kann nur hoffen, dass dem Treiben von Herrn Barth ein Riegel vorgeschoben wird. Und das die Gerichte vielleicht dafür sorgen, dass nicht alles als Marke einzutragen geht, was sich in Worte fassen lässt. Dinge von allgemeinem Interesse schon gar nicht, wie zum Beispiel die Namen historischer Persönlichkeiten. Sonst steht irgendwann im Geschichtsbuch hinter Napoleon oder Attila das berühmte ®.

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