Archiv für die Kategorie: “Wirtschaft”

Man stelle sich vor, ich erfände ein Produkt, das viele Menschen brauchen. Ich überzeuge sie mehr oder weniger gut davon, dass es besser ist als ähnliche, ältere Produkte, sage ihnen aber nicht, dass sie vorsichtig sein müssen, denn wenn sie es falsch benutzen, kann das auch schlimme Konsequenzen haben. Spätestens nach dem ersten Unfall, der auf dieses Produkt zurückzuführen ist, wäre ich weg vom Fenster und im Knast. Zu Recht, werden sicher alle sagen. Warum aber erzählt der uns solch ein Zeug? Das kann ich Euch, liebe Leser erklären.
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Wenn der Witz aber nun einen Bart(h) hat

Den Komiker Mario Barth kennen die meisten Deutschen sicher, spätestens seitdem der Berliner in den Werbespots eines großen Elektronikhändlers aufgetaucht ist und dort mit echter Berliner Schnauze die Waren anpreist. Doch auch der Comedian ist nicht immer witzig: Ein für Barth tätiger Rechtsanwalt mahnte die Hersteller eines T-Shirts ab, auf dem der zugegebenermaßen reichlich alberne Spruch “Nichts reimt sich auf Uschi” steht. Barth vermarktet T-Shirts mit diesem Slogan selbst und hat ihn sich als Marke schützen lassen. Das Blöde daran ist nur, dass der Spruch nachweislich gar nicht von ihm stammt und somit auch nicht sein geistiges Eigentum ist. Insofern muss der Komiker bei einer erneuten Prüfung seines Markenanspruches befürchten, dass ihm dieser aberkannt wird. Schließlich hat der Radiosender ffn aus dessen “Frühstyxradio”-Shows der Spruch stammt, selbigen schon vor Jahren auf T-Shirts drucken lassen.

Das eigentliche Problem abseits des konkreten Falles ist jedoch ein anderes. Immer wieder tauchen findige Geschäftsleute auf, die der Meinung sind, dieser oder jener Name, Slogan oder Sinnspruch ließen sich kommerziell verwerten. Dagegen ist erst einmal nichts einzuwenden und “Uschi”-Sprüche gehören nun wirklich nicht zum deutschen Kulturgut. Kritisch wird das Ganze, wenn sich, wie schon passiert, ein Geschäftsmann Mozart oder Bach schützen lässt und dann nicht nur die zur Kasse bittet, die zum Beispiel einen Bach-Wein oder Mozart-Kugeln herstellen, sonder auch die Veranstalter von Konzerten mit Musik der besagten Musiker, Archive oder wissenschaftliche Gesellschaften. Namen und Aussprüche, die quasi uns allen gehören, dürfen nicht „privatisiert“ werden. Man stelle sich vor, die NPD sicherte sich „Auf freiem Grund mit freiem Volke stehn.“ Und alle, die Goehtes Faust zitieren, müssten an die Rechtsaußenpartei zahlen…

Man kann nur hoffen, dass dem Treiben von Herrn Barth ein Riegel vorgeschoben wird. Und das die Gerichte vielleicht dafür sorgen, dass nicht alles als Marke einzutragen geht, was sich in Worte fassen lässt. Dinge von allgemeinem Interesse schon gar nicht, wie zum Beispiel die Namen historischer Persönlichkeiten. Sonst steht irgendwann im Geschichtsbuch hinter Napoleon oder Attila das berühmte ®.

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„Kein Produkt und kein Akteur des Finanzmarkts soll künftig mehr unreguliert oder unbeaufsichtigt sein“, hieß es im Abschlusskommuniqué des G20-Gipfeltreffens im April 2009 in London. Die Politiker der wichtigsten Industriemächte waren sich ausnahmsweise einmal einig. Die Banken müssen mehr Eigenkapital behalten und dürfen viele Finanzprodukte auch nicht mehr so einfach „ausbuchen“. Doch damit ist bei genauer Betrachtung noch keines der Probleme gelöst, denn das Geld sucht sich andere Wege. Von der Regulierung profitieren Hedge-Fonds, Private Equity-Firmen und andere mehr oder weniger undurchsichtige Unternehmungen, so genannte Schattenbanken. Auf diesem Sektor ist der staatliche Einflussnahme gering, manche Akteure wandern ab, Banken gründen eigene Fonds aus oder beteiligen sich an den entsprechenden Firmen. Es ändert sich nur die Umgebung, in der die hochriskanten Geschäft weiterhin getätigt werden.

Doch auch die Banken selbst als am stärksten regulierter Teil der Finanzbranche, haben keine weiße Weste. Anders ist kaum zu erklären, dass jetzt in den USA die Angst vor neuen Offenbarungen bei Wikileaks grassiert. Plattform-Gründer Assange hatte im vergangenen November angekündigt, dass er Papiere besitzt, die „ungeheuerliche Übertretungen“ und „unethische Praktiken“ offen legen würden. Was genau darunter zu verstehen ist, wird sich in Kürze zeigen. Die Richtung in der die Offenbarungen gehen werden, ist aber klar: viele Banken und andere Finanzdienstleister arbeiten nach dem Prinzip „Gewinne privatisieren, Verluste vergesellschaften“. Anders ist kaum zu erklären, dass z.B. die fünf größten US-Banken in der Finanzkrise zugelegt haben. Der Marktanteil von Bank of America, JP Morgan Chase, Citigroup, Wells Fargo und Goldman Sachs wuchs seit 2007 von 11,8 auf 13,3 Prozent. Wer ein wenig die Nachrichten aus der Finanzbranche verfolgt, kann trotz aller guten Ansätze mit Sicherheit sagen, dass es wieder zu neuen Krisen kommen wird. Das Beste ist also, die Finger von „risikolosen“ und „hochprofitablen“ Geschäften zu lassen und lieber eine kleinere Rendite in Kauf zu nehmen…

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Dass aus Indien viele hochqualifizierte Arbeitskräfte kommen, ist sicher bekannt. Aber das Schwellenland hat auch zahlrreiche Möglichkeiten zu bieten, Geld zu investieren. Angesichts der schnell wachsenden Volkswirtschaft kann nicht länger von Unsicherheitsfaktoren die Rede sein. Innerhalb von drei Jahren belief sich das Wachstum des Bruttoinlandsprodukt von Indien stets auf über neun Prozent. Dabei handelt es sich um das zweitgrößte Wirtschaftswachstum unter den G20-Staaten. Das Bruttoinlandsprodukt beträgt aktuell 1,4 Billionen Dollar. Platz 11 in der Weltrangliste.

Richtig, Indien ist ein Schwellenland und mancher Investor fürchtet bürokratische Hürden. Es stellt sich die Frage, in was genau sich gut Geld investieren lässt, ohne das Verwaltungskosten oder Transportkosten von Zulieferern die Gewinne verschlingen. Diese Befürchtungen beruhen aber vor allem auf Indiens Vergangenheit. Inzwischen ist ein Wandel eingetreten. Indien gehört zu den BRIC-Staaten, also jenen Schwellenländern mit einem hohen Wachstumspotential. Jüngste Investitionen in indische Aktien zogen hohe Gewinne nach sich. Wer sich dennoch vor Unsicherheiten oder dem Aufzehren der Dividenden fürchtet, dem seinen Investmentfonds wie Aktienfonds ans Herz gelegt. Bei solchen indischen Aktien erfolgt eine Streuung des Risikos.

Vieles deutet darauf hin, dass sich ein Risiko hier lohnt. Studien einiger deutscher Finanzinstitute prophezeien, dass das indische Wirtschaftswachstum anhalten wird. Mit diesem Wachstum geht logischerweise ein ansteigender Konsum einher. Und dieser steigende Konsum und dessen Gewinne erlauben den Unternehmen im Land kräftige Investitionen. Der Konsum soll in den nächsten Jahren um über 11 Prozent anwachsen. Fernseher, Autos und Elektroartikel allgemein werden nachgefragt. Vor allem junge, ehrgeizige Geschäftsleute machen aus ihren kreativen Einfällen Unternehmen, die auch auf dem europäischen Markt Fuß fassen. Derweil vergeben die Banken nicht gerade zögerlich Kredite für Projekte. Auch die Landwirtschaftsbetriebe rüsten um. Man wird sich zukünftig um effektivere Arbeitsweisen und Automatisierungen bemühen. Und dafür werden schließlich wieder Maschinen gebraucht.
Mit Private Equity kann auch der Privatanleger direkt in den Unternehmenserfolg investieren. Der Finanzdienstleister RWB bietet hier entsprechende Fonds. Wer sich in der Welt der Finanzdienstleistungen erst einmal einen Überblick verschaffen möchte, kann auf einer Website der RWB AG ein originelles Gesellschaftsspiel über dieses Thema testen.

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Oder: Auch billiges Essen gibt es nicht umsonst

Deutschland hat mal wieder einen Lebensmittelskandal. Diesmal ist es Dioxin in Eiern und in Fleisch, das uns den Appetit vermiest. Manchmal frage ich mich, ob wir ein Dritte-Welt-Land sind oder eine der wichtigsten Industrienationen. Doch hoppla, vielleicht liegt es ja genau daran: In einem Dritte-Welt-Land versorgen sich die meisten Menschen noch selbst – meist mehr schlecht als recht. Pflanzenschutzmittel und ähnliche Produkte sind zu teuer, Hühner müssen noch selbst geschlachtet werden oder kommen so gut wie nicht auf den Tisch. Bei uns gibt es für alle diese Zwecke eine Industrie, die uns übers ganze Jahr mit den Lebensmitteln versorgt, die eigentlich keine Lebensmittel mehr sind, sondern Produkte der Lebensmittelchemie.

 
Ein bisschen Chemie

Doch beginnen wir ganz am Anfang. Was ist eigentlich Dioxin? Ein Blick in die Wikipedia schafft Aufklärung: Dioxin gibt es nicht, nur Dioxine, denn dabei handelt es sich um eine Gruppe chemischer Substanzen, die Polychlorierten Dibenzodioxine und Dibenzofurane. Diese chemisch ähnlich aufgebauten Substanzen entstehen als Nebenprodukt in der Chemischen Industrie oder aber ungewollt bei unvollständigen Verbrennungsreaktionen. Technisch werden die Stoffe nicht genutzt.
Das Problem mit den Dioxinen: Sie sind hochgiftig, langlebig – d.h. chemisch stabil, wasser- und fettlöslich und recht mobil. So finden sich bei Verbrennungsprozessen entstanden Dioxine, durch den Wind breit in der Atmosphäre verteilt, nach dem absetzen oder abregnen auch im Wasser und im Boden wieder. Mit anderen Worten: Dioxine sind allgegenwärtig und ihre Aufnahme lässt sich kaum vermeiden. Nach der Katastrophe von Seveso hat man sich recht erfolgreich bemüht die Entstehung und Verbreitung von Dioxinen einzuschränken, so zum Beispiel durch Filteranlagen bei Müllverbrennungsanlagen.

 
Wie kommt das Dioxin ins Fleisch?

Soweit so schlecht. Wo kommen aber die aktuellen Dioxine her? In einem Statement des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz heißt es, der Schadstoff wäre über technisch hergestellte „Mischfettsäure“ in die Nahrung der Tiere und damit in Eier und Fleisch gekommen. Besagte Fette sind mineralischen Ursprungs und selbstverständlich nicht für den Verzehr bestimmt, weder für den von Tieren noch von Menschen. Sie werden vor allem im Maschinenbau als Schmierstoffe eingesetzt. Daneben gibt es aber auch noch eine andere Klasse technischer Fette, die aus „Schlachtnebenprodukten“, man könnte auch sagen Schlachtabfällen, hergestellt werden.

Was heißt das: Mineralische technische Fette können nicht an Tiere verfüttert werden. Höchstwahrscheinlich, da kenne ich mich nicht so gut aus, ist es sogar verboten, mineralische und organische Fette in den selben Anlagen herzustellen. Zumindest aber sollte man dies erwarten dürfen, denn Erölgeschmack will niemand aufs Brötchen. Es ist wohl einigermaßen unwahrscheinlich, dass die Dioxine auf diesem Wege also infolge einer ungenügenden Reinigung der Anlagen und der Kontaminierung der tierischen Fette geschehen ist.
Bei den entsprechenden „Technischen Fetten“ handelt es sich also mit hoher Wahrscheinlichkeit um solche aus „Schlachtnebenprodukten“. Zur Fettgewinnung „werden [die Fette] entweder direkt aus Fettgewebe geschmolzen (Schmalz, Tran, Talg) oder aus Milch (Butter) gewonnen. Für Lebensmittel verwendeten pflanzlichen Öle und Fette werden aus Ölpflanzen oder Ölsaat durch Pressung oder Extraktion mit Dampf oder Lösungsmitteln gewonnen. Dioxine entstehen zwischen 300 und 500 Grad Celsius, Temperaturen, bei denen tierische Fette im allgemeinen schon zerstört werden. Das bedeutet: Die Dioxine sind nicht bei der Herstellung der technischen Fette erzeugt wurden, sondern waren bereits im Rohmaterial und damit im Körper der geschlachteten Tiere enthalten – was nicht unwahrscheinlich ist, denn das Gift sammelt sich im Muskelfleisch – oder sie sind nicht über die Fette ins Futter gelangt. Diese Annahme würde sich auch mit den Aussagen der Verbraucherorganisation foodwatch decken, die ausschließt, dass die Dioxine anders als über Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in unsere Nahrungskette gelangt sein können. Mit anderen Worten: Wenn sie nicht schon im Fleisch / Fett der „verwerteten“ Tiere waren, dann sind sie höchstwahrscheinlich über pflanzliche Bestandteile des Futters zugeführt wurden.

 
Systemwechsel!

Selbstverständlich ist es kritikwürdig, dass die Schlacht- und Futtermittelbetriebe selbst nicht zu einer Kontrolle der Dioxinkonzentration in ihren Ausgangsstoffen und Produkten verpflichtet sind. Das sollte unbedingt geändert werden. Aber das allein wird nicht genügen. Die Landwirtschaft insgesamt muss sich ändern. So löblich es ist, wenn man schon Tiere schlachtet, diese komplett zu „verwerten“ und nichts verkommen zu lassen, so krank ist es doch, an Pflanzenfresser Tierreste zu verfüttern. Zumal es in unserer stark mit Schadstoffen belasteten Umwelt durch diese geschlossenen Prozesse zu einer immer stärkeren Anreicherung der Gifte kommt. Mit Sicherheit muss das ganze System der industriellen Landwirtschaft in Frage gestellt werden, das fordert mittlerweile sogar der Präsident des Deutschen Bauernbundes und CDU-Mitglied Kurt-Henning Klamroth.

 
An die eigene Nase fassen

Nicht vergessen werden darf bei der aktuellen Diskussion die Rolle des Verbrauchers. Eine industrialisierte Landwirtschaft ist nur denkbar, bei einem maßlosen „Hunger“ der Konsumenten und einer militanten „Geiz ist geil“-Mentalität. Immer mehr und immer billiger gibt es Lebensmittel eben nicht umsonst. Was wir an Geld sparen, bezahlen wir mit unserer Gesundheit. Ganz zu schweigen, von dem, was wir den Lebewesen, die wir verzehren und unser natürlichen Umwelt antuen…

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