Archiv für die Kategorie: “Wirtschaft”
Ein wenig Lachen musste ich schon, als ich heute morgen im Radio hörte, das Christine Lagarde, die mächtige IWF-Chefin vor den negativen Folgen der Wirtschaftskrise warnte. Das Wachstum schwäche sich ab und es bestehe die Gefahr, dass die Weltkonjunktur wegbreche. Langsam aber sicher wird’s albern. Das ist in etwa so, als wenn man davor warne, beim Autofahren das Gas wegzunehmen, um ja nicht aus der Fahrbahn geworfen zu werden. Dabei sollte man doch eigentlich denken, dass die gelegentliche Verlangsamung eine gute Idee ist, wenn man dauerhaft auf der Straße bleiben will. Ein Auto, das nur sicher fährt, wenn es immer schneller wird, würde ich eigentlich als Fehlkonstruktion bezeichnen.
Abseits aller Metaphern: Ich finde es schon bedenklich, wenn Frau Lagarde jetzt eine “Depression” herbeiredet, wobei auch dieser Ausdruck Bände spricht. Der Großteil der Depression besteht wohl bei denen, die Angst haben, weniger zu verkaufen. Für alle anderen sehe ich eigentlich nicht unbedingt einen Grund rumzuheulen. Fakt ist, dass der “Wohlstand” in Europa in den nächsten Jahren sinken wird. Das muss aber nicht unbedingt heißen, dass es uns allen schlechter geht. Alles nur eine Frage der Verteilung…
PS: Wenn ich diese Definition richtig verstehe heißt Konjunktur ja gerade “auf und ab”.
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Derzeit kann ich mir ein Grinsen kaum verkneifen. Wenn man sieht, mit welcher Penetranz gerade wieder eine Krise unseres Geldsystems inszeniert wird. Staaten, die Pleite gehen oder Dank der Abstufung einer einzelnen Rating-Agentur (oder sollte es nicht besser Rate-Agentur heißen) ins Trudeln geraten. Ein „A“ wird durch ein „+“ ersetzt und schon brechen die Börsenkurse weg wie frisches Knäckebrot unter einem 12-Tonner-LKW. Was ist da eigentlich los, fragt man sich als Laie – mit der Realität kann das ja eigentlich nichts zu tun haben. Geht’s jetzt um die Wurst, gar um die Currywurst? Müssen wir unseren tollen Lebensstil aufgeben und verarmen alle?
Griechenland hat viele Schulden, Italien, die USA aber auch die Bundesrepublik. Das ist nicht erst seit gestern bekannt. Im Gegenteil – eigentlich wussten alle, die an der Einführung des Euro arbeiteten – darunter auch die Staats- und Großbanken der beteiligten Länder – dass das Land für die Währungsunion nicht reif ist. Trotzdem bekamen die Griechen ihren Euro – wie hätte das auch ausgesehen, eine europäische Finanzunion ohne die Wiege Europas? Auch dass die USA schon seit Jahren weit über ihre Verhältnisse lebt und dass daran die ständige Kriegsspielerei der Amis einen großen Anteil hat, ist sicher keine Überraschung. Dass sich da etwas ändern muss, kein Geheimnis.
„Ich glaube nicht an eine Wirtschaftskrise. Die Angst davor scheint übertrieben. Die Auftragsbücher in der Wirtschaft sind voll und müssen erst mal abgearbeitet werden. Die Banken werden weiter stabil bleiben. Das, was sich an den Börsen abspielt, sind immer Spekulationen – nach oben oder nach unten.“
Edgar Most, Mitglied der Geschäftsleitung der Deutschen Bank
Warum, so fragt sich der normale Mensch, entsteht jetzt diese Hektik an den Börsen? Die Antwort mag ein wenig nach Verschwörungstheorie klingen aber ich denke, dass es hier mal wieder um die große Absahne geht. Die Finanzwirtschaft hat schon seit einiger Zeit nichts mehr mit der Realwirtschaft zu tun, sonst gäbe es kaum diese „Vertrauenskrisen“. Das ist bei genauerem Hinsehen nicht viel mehr als Kaffeesatzleserei. Eigentlich sollten sich die Börsenmakler an den langfristigen politischen Entwicklungen orientieren, statt dessen reagieren sie wie eine Horde aufgeschreckter Hühner, wenn’s mal knallt. Dumm nur, dass Dank riesiger Spekulationsblasen beim hektischen Geldverschieben unter Umständen ganze Volkswirtschaften in sich zusammen brechen. Und sich einzelne Akteure bereichern, denn sonst gäbe es diese Betriebsamkeit auch nicht.
Wenn es nach mir ginge, würden die Börsen einmal im Monat für einen Arbeitstag geöffnet, damit wieder ein bisschen mehr Hirn und etwas weniger Hektik Einzug hält. Ganz abgesehen von den anderen Dingen, die geregelt werden müssten (s. Interview Edgar Most). Und ganz zu schweigen von der Änderung unseres perversen Geldsystems, denn die Zahlungsmittel sind längst schon von einer praktischen, den Handel erleichternden Erfindung zu einer Geißel der Menschheit geworden. Und wie das Geldsystem tatsächlich funktioniert, weiß eigentlich keiner mehr…
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Es ist schon immer wieder erstaunlich, was sich die großen Konzerne einfallen lassen, um ihre Produkte an Mann und Frau und insbesondere an die Kinder zu bringen. Wobei bei letzteren natürlich das Problem besteht, dass da letztendlich die Eltern entscheiden, was auf den Tisch oder ins Spielzimmer kommt. Zwar können die Kleinen heulen, jammern und Terror machen, wenn sie nicht kriegen, was sie wollen aber auf Dauer würden die Erziehungsberechtigten sicher nichts kaufen, wovon sie denken, dass es nicht gesund oder gut für ihre Kinder ist. Deshalb lassen sich hochbezahlte Werbestrategen „Argumente“ einfallen, wie sie die Erwachsenen vom Nutzen des Produktes für den Nachwuchs überzeugen können. Ein besonders beliebter Trick ist es, den kaufkräftigen Eltern einzureden, dass die Speise x oder y für die Entwicklung der Kinder von Bedeutung ist, weil sie so viele gesunde Mineralstoffe oder weiß der Geier was enthält oder „so wertvoll wie ein kleines Steak“ ist. Dann sind die Großen beruhigt und die Kleinen bekommen das Zeug quasi noch aufgedrängt, weil es ja so schön leicht ist und wichtiges Calcium enthält.
Dumm nur, dass die Aussagen gerade bei vielen dieser auf Kinder zugeschnittenen aber auch bei Lifestyle-Produkten schlicht und ergreifend Lügen sind. Seit einigen Jahren gibt es mit Foodwatch eine von Staat und Lebensmittelindustrie unabhängige Organisation, die diese Lügen beim Namen nennt. Jährlich vergibt der Verein zum Beispiel den „Goldenen Windbeutel“ für die dreisteste Werbelüge, darüber hinaus engagiert sich Foodwatch in Kampagnen gegen Schadstoffe in Lebensmitteln oder klärt darüber auf, wer eigentlich an den Alkopops verdient, die von vielen Ärzten als „Einstiegsdroge“ in den Alkoholismus gebrandmarkt werden. Wer also wirklich etwas für bessere Lebensmittel tun will, der sollte unbedingt Foodwatch unterstützen.
Zurück aber zu Werbelüge: Der erste Preis – der Goldene Windbeutel 2011 – geht an Ferrero für sein heftig beworbenes Produkt „Milchschnitte“ – Wir erinnern uns, die „ist so schön leicht“ und „macht auch gar nicht voll“. Wer solch ein Teil schon einmal gegessen hat, weiß, das tatsächlich nicht viel hängen bleibt. Eine Art weiches Brot und dazwischen Creme. Das gute Stück ist aber alles andere als eien „leichte Zwischenmahlzeit“, denn es besteht zu 60 Prozent aus Fett und Zucker und ist damit heftiger als manch Stück Sahnetorte. Kindern schmeckt das natürlich, weil es süß ist. Wenn sie sich dann ständig von solch Zwischenmahlzeiten und Fastfood-Buletten ernähren, schlägt sich das bald auf den Hüften nieder. Eigentlich ist es eine Schande, dass diese Kampagnen nicht als „irreführende Werbung“ verboten werden. Vielleicht wird das ja noch. Bis dahin muss Foodwatch wohl noch einige „Goldene Windbeutel“ vergeben. Und wenn immer mehr Konsumenten mitbekommen, wie sie betrogen werden, dann verschwindet vielleicht auch irgendwann das Produkt aus den Kühlregalen. Leider ist anzunehmen, dass es dann bald etwas Neues gibt…
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Nach der globalen Finanzkrise waren sich eigentlich alle Regierungen einig, dass etwas geschehen muss. Doch machen wir uns nichts vor: Momentan geht eigentlich alles so weiter, wie gehabt. Das könnte sich in nächster Zeit jedoch ändern und tut es hoffentlich auch. Etwa 30 europäische Verbände und Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs) haben sich zu Financewatch zusammen getan, einer Lobbygruppe, die das Gebaren der Finanzwelt unter die Lupe nehmen und den Geldhändlern in die Karten schauen will. Ein sehr lobenswertes Unterfangen! Hoffen wir, dass Financewatch den Spekulanten zukünftig auf die Finger klopft, wenn die wieder neue Produkte wie „Credit Swaps“ erfinden, in die das Verfallsdatum bereits eingebaut ist…
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Lange Zeit habe ich überlegt, ob ich mich aktuell zu dem Thema Atomkraft äußere. Zum einen ist noch nicht klar, was in Japan und dort speziell in Fukushima noch geschehen wird – das Leid der Bevölkerung ist jetzt schon gigantisch. Zum anderen könnte man mir als entschiedenen Gegner der Atomkraft vorwerfen, diese Situation zu nutzen, um meinen Argumenten Nachdruck zu verleihen, quasi auf dem Rücken der Opfer in Japan. Selbiges wirft man gern auch den Grünen Parteien vor, sie würden Kapital aus der Katastrophe schlagen.
Den Rest des Eintrages lesen »
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