Archiv für die Kategorie: “Wirtschaft”
Unsere Handys werden in zunehmenden Maße zu intelligenten, kleinen Taschencomputern, die tatsächlich den Kosenamen Smartphone verdienen. Diese kleinen Wunderhandys wurden in vergangenen Zeiten meist entsprechend der Marktanteile der Hersteller mit deren eigenen Betriebssystemen ausgeliefert. Insbesondere durch Windows Mobile und Google Android hat sich die Welt allerdings verändert. Nicht Hersteller greifen in den Markt ein und wollen die Verbreitung ihrer Betriebssysteme mit Macht forcieren. Mit Apple trat zudem ein neuer Akteur in den Markt ein, der ein sehr starkes proprietäres Betriebssystem erdacht hat. Den Rest des Eintrages lesen »
Keine Kommentare »
Wer kennt sie nicht, die mehr oder weniger lustigen Werbespots gegen Raubkopierer? Wer sich ohne dafür zu zahlen oder auch nur ohne Erlaubnis, urheberrechtlich geschützte Inhalte aus dem Netz lädt und diese gar noch verbreitet, der macht sich strafbar. Das sagen ganz klar unsere Gesetze und an die hat sich bekanntlich jeder zu halten, will er nicht gesiebte Luft atmen.
Doch was für den Normalverbraucher selbstverständlich ist, hat offenbar für das gern als Datenkrake verschrieene Suchmaschinenunternehmen Google keine Relevanz. Seit einiger Zeit arbeiten die Amerikaner an einer digitalen Bibliothek, für die sie schon über sieben Millionen Bücher eingescannt haben. Selbstverständlich ohne die Zustimmung der Autoren dazu einzuholen. Ganz offenkundig ist es Unternehmenspolitik bei Google, erst einmal Fakten zu schaffen und dann abzuwarten, was passiert. Nicht anders verhält es sich bei dem Kartenprojekt Google Street View. Wem es nicht passt, dass sein Haus und seine Straße weltweit und damit unter anderem auch für Kreditvergebende Banken per Internet einsehbar ist, der kann ja klagen! Was die digitale Bibliothek betrifft, so hat das die Buchbranche im Heimatland Googles getan. Es wurde ein Vergleich geschlossen, der den Autoren zumindest ein bescheidenes Entgelt sichert. Nach massivem Widerstand wurde zumindest ein Teil der ausländischen Bücher von dem Vergleich ausgenommen, schließlich unterliegen die nicht dem amerikanischen Urheberrecht, sondern dem ihres Heimatlandes. Ein analoger Vergleich ist in Deutschland erst einmal nicht zu erwarten. Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger und mit ihr viele Urheber sehen nicht ein, warum sie die rechtswidrige Praxis des Internetkonzerns nachträglich legitimieren sollten. Zudem gibt es auch andere Projekte wie die „Deutsche Digitale Bibliothek“, die ihrerseits den Buchbestand im Netz verfügbar machen will, auf legale, wenn auch etwas langwierigere Weise. Warum sollten diese Projekte durch einen Vergleich mit Google benachteiligt werden?
Keine Kommentare »
Die Sächsische Zeitung aus Dresden überraschte ihre Leser heute mit folgender Meldung: „Ein sächsischer Beamter klagt gegen den Freistaat auf Kostenübernahme für das Potenzmittel Viagra. Er hatte insgesamt drei Potenzmittel verschrieben bekommen und verlangt deshalb einen Zuschuss über die Hälfte des Preises von rund 748 Euro.“ Das Landesamt für Finanzen lehnte die Forderung selbstverständlich ab, mit der Begründung, dass es sich bei der Behandlung um keine Heilbehandlung sondern um einen Erhöhung der Lebensqualität handele.
Wäre es nicht so traurig, könnte man drüber lachen. Welcher Beschäftigte in der freien Wirtschaft würde sich getrauen, seinen Arbeitgeber für Viagra zur Kasse zu bitten? So etwas kann sich nur ein Beamter erlauben. Wenn man nicht gerade Pornostar ist, sollte die sexuelle Leistungskraft während der Arbeitszeit eigentlich keine Rolle spielen. Mir ist natürlich klar, dass Impotenz durchaus eine psychische Belastung sein kann. Gerade jemand, der als Beamter ständig im Rahmen seiner Entscheidungsfreiräume über Wohl und Wehe anderer bestimmt, kann ein wenig Selbstvertrauen gut gebrauchen. Wüsste der abgewiesene Bittsteller, dass der Herr hinter dem Tresen keinen mehr hochkriegt, würde er vielleicht nicht mit gesenktem Haupt und demütig das Amt verlassen, um beim nächsten Mal die erforderlichen Anträge vollständig ausgefüllt und in zehnfacher Ausfertigung pflichtschuldig auf den Tisch zu legen. Stattdessen ginge er mit einem süffisanten Grinsen zur Türe hinaus, dem Beamten beim nächsten Besuch ein „Wie steht’s… um mein Anliegen?“ zur Begrüßung zuwerfend.
Sexuelle Potenz hat auch immer was mit Machtgefühlen zu tun. Wer sich als Mann in Zweifel gezogen sieht, kann vielleicht wirklich nicht mehr vorbehaltlos über Anträge entscheiden, ganz zu schweigen vom persönlichen Leid, das eine solche Situation mit sich bringt. Aber mal ganz ehrlich: Muss dafür wirklich der Steuerzahler zur Kasse gebeten werden? Haben Beamte nicht ihre eigenen Krankenkassen, die diese Kosten übernehmen können? Wie weit geht eigentlich die Vorsorge des Staates für seine „Diener“?
PS: Das Verwaltungsgericht Leipzig gab übrigens dem Beamten recht. Jetzt muss sich das Oberverwaltungsgericht Bautzen mit dem Streit befassen
Keine Kommentare »
Der aktuelle Hype der Mediengesellschaft ist der iPad, ein Apple-Tablet PC, der gestern von Steve Jobs in San Francisco vorgestellt wurde. Zwar ist das Gerät, das in der einfachsten Version knapp 500 Dollar kosten soll, nicht gerade das, was man als billig bezeichnen würde, doch teuer ist das Hightech-Gerät auch nicht. Schließlich muss die potentielle Kundschaft es sich leisten können. Dass das neuste Gadget aus der Apfel-Schmiede bezahlbar bleibt, liegt vor allem daran, dass es in Fernost gefertigt wird. Der taiwanesische Elektrokonzern Foxconn, der auch für andere Technikunternehmen Handys, Computer oder Spielkonsolen baut, lässt es in der chinesischen Sonderwirtschaftszone Shenzhen zusammen schrauben.
Die chinesischen Sonderwirtschaftszonen sind eine seltsame Mischung aus Staatssozialismus und Frühkapitalismus. Die Arbeiter schlafen in Sälen auf dem Fabrikgelände, arbeiten sechs Tage die Woche und verdienen etwa 200 Euro im Monat. Das ist in China nicht wenig Geld – das Durchschnittseinkommen eines Stadtbewohners liegt im Monat bei etwa 80 Euro, auf dem Lande sind es gerade einmal 25 Euro im Schnitt. Mit anderen Worten: Sparte ein Chinese 5 Prozent seines Einkommens (das sind 4,00 bzw. 1,25 Euro), könnte er sich das iPad nach sieben bzw. nach fast 22 ½ Jahren leisten. Die iPad-Bauer bräuchten „nur“ knapp drei Jahre. Höchstwahrscheinlich werden diese Menschen aber niemals solch ein Gerät besitzen, schließlich haben sie ganz andere Sorgen…
1 Kommentar »
Bereits im Jahr 1824 entdeckte der französische Mathematiker und Physiker Jean Baptiste Joseph Fourier den „Glashauseffekt“, 1958 begann der US-Klimaforscher Charles D. Keeling mit der systematischen Erforschung der globalen Erwärmung. Weitere Jahrzehnte dauerte es, bis die Klimaerwärmung von großen Teilen der Forschung als Fakt akzeptiert wurde. Und erst langsam setzt sich auch in breiten Teilen der Bevölkerung die Auffassung durch, dass uns ein Klimawandel bevorsteht, der für die ganze Menschheit dramatische Folgen haben kann. Nur noch wenige Skeptiker zweifeln daran, dass die sich abzeichnende Erwärmung menschengemacht und keine „statistische“ Schwankung ist. Ein paar Unbelehrbare freuen sich halb im Scherz darüber, dass es bei uns in Europa wärmer wird, doch auch diesen Zeitgenossen sollte aufgefallen sein, dass sich zum Beispiel Unwetter und Klimaanomalien häufen. Vom unbeschwerten „endless summer“ kann also keine Rede sein, ganz zu schweigen davon, dass die heimische Vegetation als Basis unserer Ernährung und Erholung Schäden von einer dauerhaften Erwärmung davontragen würde. Es ist also allerhöchste Zeit, etwas zu tun.
Als wesentliche Triebkraft der Klimaerwärmung wurde das durch Verbrennungsprozesse fossiler Rohstoffe freigesetzte Kohlendioxid identifiziert. Die logische Schlussfolgerung daraus liegt auf der Hand: Es gilt den Einsatz fossiler Brennstoffe zu reduzieren. Dies kann durch Substitution geschehen oder aber durch Einsparung.
Die große Trägheit der natürlichen Systeme hat zur Folge, dass wir das Kohlendioxid in der Atmosphäre nicht von heute auf morgen reduzieren können. Selbst wenn ab dem morgigen Tag kein Gramm CO2 mehr ausgestoßen würde, dauerte es ca. 20 Jahre, bis der Anstieg der Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre gestoppt wäre, erst dann würde sie langsam wieder absinken. In der Realität waren wir jedoch noch nie so weit von einer Kohlendioxid-Reduktion entfernt wie zur Zeit! Wissenschaftler befürchten, dass irgendwann auch „nichtlineare Effekte“ eintreten. So könnten die Ozeane als größte globale CO2-Speicher wegfallen, weil das Lösungsvermögen für das Treibhausgas erschöpft ist.
Sollte die Lage kritisch werden, erinnert sich die Menschheit mit Sicherheit an ihre Kohlendioxidfreien Methoden zur Energieerzeugung. Dass die „CO2-freie“ Verbrennung von Kohle oder Öl nicht als Augenwischerei ist, sollte jedem physikalisch gebildeten Menschen klar sein, die Endlagerung des Gases kostet zusätzliche Energien, die den Wirkungsgrad der Verbrennung unnötig schmälern, ganz zu schweigen von „Nebeneffekten“ wie der Versauerung des Wassers beim Verklappen von CO2 im Meer oder ähnlichen hanebüchenen Vorhaben.
Den alternativen Energien wird immer nachgesagt, dass sie nicht in der Lage wären, unseren Energiebedarf zu decken und es ist davon auszugehen, dass die derzeit vorhandenen Techniken und die Form ihrer Anwendung dazu wirklich nicht in der Lage sind. Und genau hierin besteht eine weitere Gefahr der Diskussion über den Klimawandel. In kritischen Situationen werden die Anhänger der Atomkraft wieder massiv auf den Plan treten und diese als Lösung all unserer Probleme feiern. Maschinen – ob mobil oder stationär – lassen sich mit Atomstrom antreiben, erstere müssen selbstverständlich mit den entsprechenden Akkumulatoren ausgerüstet werden – Häuser beheizen, die Kommunikation aufrecht erhalten. Es gibt eigentlich nichts, was sich nicht durch Atomstrom substituieren ließe. Die Freunde schneller und einfacher Lösungen werden jubeln. Doch bei genauer Betrachtung ist das logischerweise eine Milchmädchenrechnung: Mit jedem neugebauten Atomkraftwerk erhöht sich die Gefahr einer Reaktorkatastrophe, schließlich ist jede vom Menschen erdachte Technik fehlbar und eine 100-%ige Sicherheit kann es nicht geben. Doch selbst wenn uns solche Katastrophen erspart bleiben, ist noch immer nicht geklärt, was mit den radioaktiven Rückständen geschehen soll. Eine dauerhafte Lösung ist nicht in Sicht, kann es auch nicht geben, denn die Strahlungsintensität nimmt nur extrem langsam ab – die Halbwertszeit von Plutonium liegt bei über 24.000 Jahren, von Uran 235 bei 700 Millionen Jahren, bei Uran 238 gar bei 4 Milliarden Jahren. Wer kann über solche Zeiträume die Sicherheit unterirdischer Lager garantieren? Da bliebt nur, den Strahlenmüll ins All zu schießen…
Sollte der Klimawandel zu einer „Rückbesinnung“ auf die Atomkraft führen, so wäre dies tragisch. Quasi handelte es sich dabei um die Wiederholung der Geschichte. Als unsere Vorfahren begannen Kohle aus der Erde zu graben und nach Öl zu bohren, dachte noch niemand an die Folgen in hundert oder mehr Jahren. Wir hingegen wissen heutzutage, welche Gefahren von der Atomenergie ausgehen, weshalb wir ihre Nutzung auf ein Mindestmaß beschränken sollten.
Vielmehr erscheint es sinnvoll unsere geistige und materielle Energie in die Erforschung alternativer Energiequellen zu investieren. Auf diesem Wege hat es bereits schon viele Erfolge gegeben aber auch einige Fehlentwicklungen. Man denke an die nicht allzu weit zurückliegenden Diskussionen zum Biospritanbau in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion. Auch die Ökobilanz anderer alternativer Energien fällt nicht immer positiv aus. Wenn für die Herstellung zum Beispiel eines Windrades mehr Energie verbraucht wird, als es in seiner Lebensdauer erzeugt, dann ist das nicht gut. Sicher ist, dass die Sonne noch so lange scheint, wie wir Menschen existieren, das Wind weht und Wasser fließt. Erdwärme und Gezeitenenergie sind weitere mögliche Quellen. Insbesondere die solare Kraft harrt der effektiveren Nutzung. Globale Lösungen – selbstverständlich ist es sinnvoller Sonnenergie dort zu erzeugen, wo es viel Sonne und die entsprechenden Flächen gibt, z.B. in Wüsten – werden neben lokalen stehen müssen, z.B. neben Blockkraftwerken für eine Siedlung. Die großindustrielle zentralisiere Energieerzeugung wird an Bedeutung verlieren, der verlustreiche Transport wird zurückgehen.
Fürs Erste ist es unvermeidlich, dass wir unseren Energiehunger drosseln. Vieles von dem, was wir erzeugen und konsumieren ist überflüssig oder zumindest verzichtbar, genauso wie ein nicht unerheblicher Teil des Verkehrs. Ohne Einschränkungen bezüglich unseres „Lebensstandards“ werden wir den Klimawandel wohl kaum überstehen. Es ist nur noch eine Frage, wann uns – oder unseren Nachfahren – die Rechnung für unser Fehlverhalten präsentiert wird; nur die Höhe können wir (vielleicht) noch beeinflussen. Damit das Erwachen nicht zu böse wird, müssen wir endlich in die Gänge kommen…
Keine Kommentare »
|