Laut einer aktuellen Studie nimmt die Schwerhörigkeit dramatisch zu. So lasse sich schon bei 20 Prozent der Jugendlichen eine Schwerhörigkeit feststellen. Richtig verwundern kann das aber niemanden.
Bereits als der Walkman zu Beginn der 1980er in Mode kam, warnten Experten davor, dass die oftmals brutal laut eingestellten Geräte die Hörfähigkeit ihrer jugendlichen Träger negativ beeinflussen könnten. Natürlich war das typisches „Spießergebrabbel“ – gestört hat sich niemand daran. Heute heißen die Abspielgeräte iPhone oder Handy, geändert hat sich am Problem nichts. Im Gegenteil: Alt und jung isolieren sich gleichermaßen unter der privaten Schallglocke von der Außenwelt.
Während Niemand einem anderen verbieten kann, sich selbst zu schädigen, wurden in Diskotheken und bei Rockkonzerten zulässige Höchstgrenzen für die Beschallung eingeführt. Viel genutzt hat das nicht, denn nur wenige Veranstalter halten sich daran. Während kommerzielle Locations gelegentlich kontrolliert werden, dreht im Untergrund jeder die Anlage auf, bis es im Ohr klingelt. Bleibende Schäden sind da vorprogrammiert.
Doch nicht allein die „böse Popmusik“ ist Schuld am zunehmenden Unvermögen, zu hören. Gerade die in Städten vielerorts auftretenden Lärmpegel haben ihren Anteil am „Sinneswandel“: Straßenlärm, Baustellengeräusche, Maschinengeratter. Unser Ohr ist ein empfindliches Organ, doch in unserem Alltagsleben stehen wir praktisch ständig unter akustischem Beschuss. Kein Wunder, dass Ruhe solch ein kostbares Gut geworden ist. Bei aller Asozialität des Verhaltens, kann ich durchaus verstehen, dass Menschen gegen Kindergärten in ihrer Nähe klagen. Klar, dass das besonders oft in ruhigen Wohngegenden der Fall ist. Sollen doch die Gören dort kreischen, wo es eh schon laut ist, unterm Bahndamm zum Beispiel… So sichern wir heute schon, dass die Rentner von morgen nichts mehr hören. Selig sind die Tauben im Lärme!
In Kürze wird das Europäische Patentamt eine weitreichende Entscheidung treffen, die unser aller Leben beeinflussen könnte. Es geht grob gesprochen darum, ob Unternehmen Patente auf Tiere und Pflanzen zugesprochen bekommen. Und dabei geht es nicht um gentechnisch veränderte Lebewesen, sondern um solche, die das Ergebnis einer konventionellen Züchtung sind.
Patentiert werden sollen vor allem für den Menschen als Lebensmittel nutzbare Pflanzen und Tiere, womit man die Landwirtschaft, die ja letztendlich unser aller Ernährung dient, in die Hände einiger Großkonzerne geben würde. Denn genau die sind es, bekannte Namen wie Monsanto oder Bayer, die versuchen Dank Patenten ihre Allmachtsphantasien durchzusetzen.
Für alle, die bisher noch nicht den Namen Monsanto gehört haben…
Ein Patent soll ja in erster Linie eine Erfindung und deren kommerzielle Verwertung schützen. Eine Erfindung ist dann gegeben, wenn sich jemand zum Beispiel ein neues Verfahren zur Herstellung einer Substanz einfallen lassen hat, das sich von allen bisherigen Verfahren deutlich unterscheidet. Wenn dabei zum Beispiel einige Verfahrensschritte eingespart werden können oder ein Produkt aus billigeren Ausgangsstoffen oder in bisher nicht realisierbarer Qualität hergestellt werden kann, dann lässt sich aus einer Erfindung auch ein finanzieller Nutzen ziehen. Das spezielle Verfahren wird also geschützt, alle Nutzer zahlen Lizenzgebühren, wenn sie das geistige Eigentum andere für ihre Zwecke anwenden wollen oder sie sind gezwungen eine noch bessere Erfindung zu machen, die sich wiederum deutlich genug von der des Vorgängers unterscheidet. Ob solch ein gravierender Unterschied bzw. eine qualitative Weiterentwicklung vorliegt, entscheiden Patentämter, staatliche Einrichtungen.
Bei gentechnisch veränderten Saatgut haben Konzerne wie Monsanto, Syngenta oder BASF bereits erfolgreich ihre Patente durchgesetzt. Mal abgesehen von all den Nebenwirkungen und den Methoden, mit denen diese Konzerne den Bauern die Verwendung ihrer Produkte erst schmackhaft machen, um sie dann in totale Abhängigkeit zu treiben, indem sie ihnen zum Beispiel die Verwendung anderen Saatgutes verbieten, kann man hier noch verstehen, dass eine gewisse Erfindungsleistung vorliegt. Bei Züchtungen besteht jedoch der allgemeingültige Ansatz, dass die Zuchterfolge anderer quasi wieder den Pool für neue Züchtungen bilden. Mit der Patentierung von konventionellen Züchtungen könnte dieser Grundsatz fallen.
Ausgangspunkt der aktuellen Diskussion ist das so genannte Brokkoli-Patent (EP 1069819). Der Firma Plant Bioscience wurde dieses im Jahre 2002 gewährt, ursprünglich für ein Verfahren mit dessen Hilfe sich Varianten des Gemüse ermitteln ließen, die besonders viel von einer Klasse krebsvorbeugender Substanzen enthielten. Diese wurden dann für die weitere Zucht verwendet, die entstehenden Hybriden wiesen somit eine höheren Gehalt besagter Substanzen auf. Patentwürdig ist bei genauerer Betrachtung eigentlich nur das Verfahren zur Bestimmung des Substanzgehaltes, die Züchtung selbst erfolgt nach den Gesetzen der Natur, so wie sie von dem Naturforsche Gregor Mendel in den 1860er Jahren entdeckte. Dank unklarer Gesetzesformulierung und konzernfreundlicher Auslegung des Rechts wurde das Patent jedoch auch auf das Endprodukt, den nach der Vorauswahl gezüchteten Brokkoli erteilt. Ein unglücklicher Präzedenzfall, der weit reichende Folgen haben könnte. Mit den entsprechenden Kriegskassen ausgerüstet, wird es den Großkonzernen gelingen, den Saatgutmarkt aber auch die Folgemärkte bis hin zum konsumfertigen Lebensmittel für sich in Beschlag zu nehmen. Denn jeder, der das patentierte Produkt nutzt oder weiter verarbeitet, wird dann zur Kasse gebeten. Die Preise für die Ernährung steigen ebenso wie die Profite der Patentinhaber. Kleinere Saatgut-Unternehmen, die eigene Produkte nicht patentieren können, werden vom Markt verdrängt, es kommt zu einer Monopolisierung und zu einem Verlust an Saatgutvielfalt. Die Bauern als Nutzer des Saatgutes werden von den Großkonzernen abhängig und damit wir alle, denn schließlich müssen wir tagtäglich essen. Wollen wir das wirklich?
Der gesunde Menschenverstand gebietet es, dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten, sonst gehört tatsächlich bald alle Macht den Konzernen!
Die Hersteller von Heizungstechnik haben in den letzten Jahren viele neue Entwicklungen für Heizungsanlagen auf den Markt gebracht. Die Heizungsmodernisierung bei Altanlagen bietet noch viel Potenzial.
Der nächste Winter kommt bestimmt. Auch Preiserhöhungen für Öl und Gas lassen sicher nicht lange auf sich warten. Eine Möglichkeit, hier Energie und somit Kosten zu sparen, ist der Einsatz moderner Heizungstechnik bei der Wärmeerzeugung für Warmwasser und die Raumheizung.
Trotzdem zeigen verschiedene Studien und Umfragen der Hersteller von Heizungstechnik und der verschiedenen Bundesämter für den Klima- und Umweltschutz, dass viele Bauherren beim Einsatz von erneuerbaren Energien und bei der Modernisierung ihrer Heizung noch sehr zögerlich sind. Ein Grund dafür sind sicher die hohen Anschaffungskosten für die neue Heizungsanlage. Zwar fördert der Staat derartige Anlagen über KFW-Förderprogramm oder BAFA-Darlehen, doch muss der Anlagenbetreiber trotzdem noch tief in die Tasche greifen und sich nicht selten auf Amortisationszeiten von über zehn Jahren einstellen. Zudem sind die staatlichen Förderprogramme für Viele recht unübersichtlich und bei einigen kann man davon ausgehen, dass sie aufgrund der aktuellen Haushaltslöcher bald gestoppt werden.
Es ist noch nicht so lange her, da konnten sich Bauherren und Betreiber von Heizungsanlagen nur entscheiden, ob sie Öl oder Gas als Energieträger verwenden wollten. Auch hier liegt ein Problem für den zögerlichen Einsatz von modernen Wärmeerzeugungsanlagen. Der Laie und selbst Fachleute können die möglichen Varianten bei der Wärmeerzeugung kaum noch überschauen. Zwar findet man heute fast bei jedem Neubau eine thermische Solaranlage oder auch eine Wärmepumpe aber in den Heizungskellern von älteren Gebäuden arbeiten oft noch echte Decksschleudern und Energiefresser.
Für die Heizungsmodernisierung im Gebäudebestand haben sich die Entwicklungsabteilungen der Hersteller von Heizungstechnik in den letzten Jahren Etliches einfallen lassen. Das Zauberwort heißt Hybridtechnologie. Hier arbeiten mehrere Wärmeerzeugungsanlagen parallel. So kann man eine Solaranlage, eine Wärmepumpe und eine Pelletsheizung miteinander kombinieren. Die Kombination der einzelnen Anlagen erfolgt über Pufferspeicher oder Kombispeicher, die als Energieverteiler und Sammler arbeiten.
Die Zukunft der Heizungsmodernisierung ist vielversprechend: So werden in den kommenden Jahren verstärkt Mini-BHKWs (Blockheizkraftwerke) auf den Markt kommen, die Strom und Wärme parallel erzeugen und so höhrere Wirkungsgrade realisieren. Auch die Brennstoffzelle wird iM Heizungsbreich nicht mehr lange auf sich warten lassen.
Ich rege mich ja eher selten auf – im fortgeschrittenen Alter werde ich eher ruhiger. Aber was ich heute lesen durfte, ging mir dann doch mächtig gegen den Strich:
Das Deutsche Atomforum begrüßt das Ergebnis der heutigen Abstimmungen im finnischen Parlament… : ‚All diese Entscheidungen im finnischen Parlament sind das Resultat einer Koalition der Vernunft über Parteigrenzen hinweg. Weitsichtig erkennen die Abgeordneten den Beitrag der Kernenergie für effizienten Klimaschutz und langfristige Versorgungssicherheit an. Auch wenn der Neubau von Kernkraftwerken in Deutschland nicht zur Debatte steht, ist Finnland für uns ein Vorbild an ideologiefreier Diskussion und nachhaltiger sowie realistischer Betrachtung der Kernenergie’, erklärte Dr. Ralf Güldner, Präsident des Deutschen Atomforums.“
Selbstverständlich ist es richtig, dass weniger Kohlendioxid frei gesetzt wird, wenn Energie nicht durch die Verbrennung fossiler Rohstoffe, sondern aus Atomkraft erzeugt wird aber das ist auch der einzige Vorteil. Eine Frage, die bis heute noch nicht mit absoluter Sicherheit geklärt ist, ist, was mit den Abfällen passiert, die bei der Kernreaktion zurück blieben. Momentan stehen die in irgendwelchen militärisch gesicherten Hallen rum und warten auf eine „Endlösung“.
Diese Rückstände sind, anders als zum Beispiel Asche bei der Kohleverbrennung wirklich dauerhaft gefährlich. Selbstverständlich sind auch die Verbrennungsrückstände von Kohle nicht völlig harmlos, denn in der Asche können unter anderem Schwermetalle enthalten sein, die, wenn sie ins Grundwasser gelangen, Schaden anrichten. Doch ist diese Gefahr im Großen und Ganzen recht gut beherrschbar, was man bei radioaktivem Müll nicht behaupten kann. Radioaktive Elemente haben Halbwertszeiten von zum Teil mehreren Tausend Jahren, d.h., in dieser Zeit ist die Strahlungsintensität gerade mal auf die Hälfte der Ausgangsintensität gesunken. Ungefährlich ist das Material dann noch lange nicht.
Zudem habe ich auch Null Vertrauen in die Herren von der Atomindustrie. Was passiert, wenn man die unbeobachtet machen lässt, sieht man sehr schön bei der Asse II. „Rinjekippt und verjessen“. Aus den Augen, aus dem Sinn. Und wenn das Ganze doch wieder ans Tageslicht kommt, dann muss der Steuerzahler für die Beseitigung der Schäden aufkommen. Ganz große Klasse, das! Als jemand, der ein wenig Ahnung von Chemie hat, frage ich mich, wie man eigentlich auf die Idee kommen kann, potentiell gefährliche Stoffe in Metallfässern in einem Salzbergwerk zu lagern. Da muss man schon ganz schön bescheuert sein oder sich einen Dreck um die Folgen scheren. „Aber solange kein Wasser eindringt, kann doch nichts passieren.“ Richtig. Aber wer will mit 100-prozentiger Sicherheit die Stabilität geologischer Formationen in den nächsten tausend Jahren vorhersagen? Wobei: In der Asse hätte man das gekonnt – da war eigentlich schon in den 1970er absehbar, dass Wasser eindringen wird.
Kurz und knapp: Atomenergie hat mit Klimaschutz nicht das Geringste zu tun und mit Nachhaltigkeit schon gar nichts. Die „langfristige Versorgungssicherheit“ ist ebenfalls eine Augenwischerei – Uran ist mittlerweile ebenfalls knapp, andere Techniken, die z.B. auf Thorium beruhen, noch längst nicht marktreif. und wahrscheinlich noch gefährlicher.
Die Lösung kann aus meiner Sicht nur heißen: Umstellen auf regenerative Energien, Dezentralisierung der Energieversorgung (was den großen Energieversorgern natürlich nicht passt) und vor allem ENERGIE SPAREN. Letzteres geht vor allem Dank einer Rückführung der immanenten Überproduktion an nutzlosen Konsumgütern. Das Mantra vom ewigen Wachstum muss endlich aufhören!
Wer sich über die dreisten Lügen der Atomlobby direkt beschweren will, der kann die hier tun, beim Verfasser obiger Meldung:
INFORUM Verlags- und Verwaltungsgesellschaft mbH
Informationskreis KernEnergie
Robert-Koch-Platz 4
10115 Berlin
Hier mein Schreiben: Schämen Sie sich eigentlich nicht, solch einen Schwachsinn zu schreiben:
“Das Deutsche Atomforum begrüßt das Ergebnis der heutigen Abstimmungen im finnischen Parlament über zwei Neubau-Anträge für Kernkraftwerke, denn die Abgeordneten erkennen damit die große Bedeutung der Kernkraft für Klimaschutz und Wirtschaftsentwicklung an.”
Es wird endlich Zeit, dass die Kernkraftwerke abgeschaltet werden. Wahrscheinlich muss aber erst eins in die Luft gehen, bevor sich etwas ändert. Ich hoffe es zwar nicht aber mit der ständigen Verlängerung der Laufzeiten steigen die Chancen für solch einen Supergau.
Die Diskussion um das Steuerpaket hält an. Wirtschaftsminister Brüderle verspricht in einem aktuellen Interview noch immer „keine Steuererhöhungen“, doch mehr „Netto vom Brutto“ oder anders ausgedrückt, mehr Geld in der Tasche werden vor allem die nicht haben, die eh schon nicht viel haben. Wenn selbst das Deutsche Institut für Wirtschaftsförderung, das ja sicher niemand als verlängerten Arm der Linken bezeichnen wird, davor warnt, dass die Kluft zwischen arm und reich in Deutschland immer größer wird und der Bundesregierung vorwirft, dies mit ihrem Sparpaket, das hohe Einkommen verschone und niedere belaste, weiter verschärfe, dann sollten auch die konservativen Parteien in sich gehen.
Die Gesamtsituation ist derzeit alles andere als gut: Die Finanzkrise wirft noch immer ihre Schatten auf die Realwirtschaft und niemand kann mit Sicherheit sagen, dass das Schlimmste bereits ausgestanden sei. Beim Gebaren der Finanzjongleure würde es kaum verwundern, wenn in nächster Zeit wieder irgendein schwarzes Loch entdeckt wird, in das der Steuerzahler sein sauer verdientes Geld schütten darf, um Schlimmeres zu vermeiden. Die Politik tut ja auch nichts dafür, dass diesen Herrschaften das Handwerk gelegt wird. Die heiß diskutierte Transaktionssteuer wird nicht kommen, denn auf internationalem Parkett hat sie wenige Anhänger. Das wissen Frau Merkel und ihre Mannschaft, deshalb können sie Versprechungen machen, die sie sowieso nie einlösen müssen. Aber wir haben’s ja versucht…!
Griechenland ist pleite und daran sind nicht allein die Griechen schuld. Schon bei der Gründung der Euro-Zone hätte den Fachleuten auffallen müssen, dass im Mutterland der Demokratie nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Aber wer hätte den Mut gehabt, beim Projekt Euro ausgerechnet die Griechen auszuschließen? Der schöne Schein war wichtiger und jetzt zahlen wir dafür die Rechnung.
Die Länder und Kommunen Deutschlands sind seit langem stark verschuldet. Das liegt nicht unbedingt daran, dass die alle so schlecht gewirtschaftet haben, was teilweise sicher auch der Fall ist, sondern vor allem daran, dass Land und Kommunen immer mehr Aufgaben vom Bund übertragen bekamen, ohne mit den entsprechenden Mitteln ausgestattet zu werden. Was passiert aber, wenn das Geld wirklich alle ist? Dann stehen ganze Städte und Gemeinden unter Zwangsverwaltung und ihr Entscheidungs- und Handlungsspielraum ist dahin. Wahrgenommen werden nur noch Pflichtaufgaben. Wen trifft es aber am härtesten, wenn die „Kür“ wegfällt, so wie derzeit zum Beispiel massiv die Ausgaben für Jugendarbeit und Kultur gekürzt werden. Selbstverständlich die, die auf kostenlose und preisgünstige Angebote zurückgreifen müssen.
Ehrlich gesagt bin ich der Meinung, dass es jetzt an der Zeit für Rot-Rot-Grün ist. SPD, Linke und Grüne sollten sich endlich zusammen raufen und ein Programm erstellen, wie die Situation zu bereinigen ist, ohne vor allem die „unteren Schichten“ zu belasten, „Das Soziale“ schreiben die Parteien in ihrem Programm schließlich ganz groß! Dabei wird es nicht genügen, ein paar pfiffige Wege zu finden, Geld locker zu machen und im Prinzip alles so zu lassen, wie es ist. Notwendig ist vielmehr eine komplette Umgestaltung der Gesellschaft hin zu einer gerechteren Erscheinungsform. Der Kapitalismus, so wie wir ihn heute kennen, hat ausgespielt. Eine neue Organisation des Zusammenlebens ist vonnöten auch um die Ressourcen unseres Planeten nicht vollends zu verbraten und nachfolgende Generationen nicht vor kaum lösbare Aufgaben zu stellen. Sicher, die Menschheit hat bisher immer überlebt und sie würde höchstwahrscheinlich selbst nach einem Atomkrieg nicht völlig von der Bildfläche verschwinden aber wir müssen uns fragen: Wollen wir das?
Doch selbst wenn die Entwicklung nicht so dramatisch verläuft, werden wir uns von heißgeliebten Allgemeinplätzen trennen müssen, wie der Notwendigkeit des Wachstums, dem Mantra der Wirtschaftsliberalen. Ungebremstes Wachstum bedeutet nämlich nicht eine ständige Zunahme des Wohlstandes; nachdem ein Optimum überschritten ist, überwiegen die negativen Effekte. Nicht zu vergessen die entscheidende Frage: Worin besteht überhaupt Wohlstand? Das Materielle allein macht nicht glücklich, das wissen wir längst. Selbstverständlich schafft die Wirtschaft die Basis unseres gesellschaftlichen Reichtums aber sie ist auf der anderen Seite auch nicht alleiniger Sinn unserer Existenz ebenso wenig wie der Grund für die Existenz unseres Staates. Eigentlich sollte es doch vielmehr darum gehen, dass die Menschen im Großen und Ganzen glücklich und zufrieden leben können. Sie sollten ohne Existenzängste und ohne die ständige Hatz nach immer mehr ein sinnvolles und sowohl für sie als auch für ihre Mitmenschen gewinnbringendes Leben führen können. Die derzeitigen Rahmenbedingungen erlauben dies nur einer kleinen Schicht. Der Rest strampelt sich im Hamsterrad des Alltags ab und verpulvert dabei Lebensenergie und -lust, nur damit wir uns bis zur Halskrause mit Produkten zuschütten können. Daran muss sich endlich etwas ändern und solange dies noch mit politischen Mitteln und gemeinsamen gesellschaftlichen Anstrengungen möglich ist, sollten wir diese Chance nutzen. Sonst folgt irgendwann ein böses Erwachen…
Wie auch immer die politische Entwicklung weiter verläuft, wir werden alle lernen müssen, zu verzichten. Freiwillig oder gezwungenermaßen. So wie wir jetzt leben, wird es nicht ewig weiter gehen, so viel ist sicher.