Archiv für die Kategorie: “Kultur”

Ein Freund hat mir dieses Video geschickt. (Wer sich ein wenig auskennt, sieht, dass es in Leipzig aufgenommen ist.) Mir ist natürlich vollkommen klar, dass es Leute geben wird, die der Meinung sind, dass man “soetwas nicht macht”. Warum eigentlich nicht? Ehrlich gesagt finde ich es sogar ganz schön mutig, sich so zu exponieren, denn eins ist sicher: Manche Leute haben ratz-fatz ein Urteil parat.
Bevor hier aber jemand die Nazi-Keule heraus holt, höre er sich bitte den Text genau an! Hintergrundinformationen zur Band gibt es auf der Steinkind-Website.
Das Lied ist übrigens schon zweieinhalb Jahre alt. Hat also nichts mit Stuttgart 21 zu tun…

PS: Die Musik ist nicht ganz so mein Ding aber der Text ist groß!

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Die Diskussion um die Integrationsfähigkeit von Muslimen hat einiges bewegt in Deutschland. Nicht nur zahlreiche Politiker mussten sich zu dem Thema äußern – sie bringt auch die christlichen Eiferer wieder auf den Plan, ob nun Politik-Laien oder Profis. Die Fanantiker werden nicht müde zu betonen, dass wir eine christlich geprägte Kultur sind. Das ist richtig, denn die Kreuzträger haben unser Land noch fest im Griff! Die Trennung von Kirche und Staat hingegen steht nur auf dem Papier…

Art 56
Der Bundespräsident leistet bei seinem Amtsantritt vor den versammelten Mitgliedern des Bundestages und des Bundesrates folgenden Eid:
“Ich schwöre, daß ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.”
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Die Amerikaner haben es mit ihren Kriegen. Vor dem „war on terrorism“ gab es bereits einen „war on drugs“. Beides Kriege, die nicht zu gewinnen sind. Denn so wie es immer wieder Terroristen geben wird, so lange die sozialen Voraussetzungen dafür vorhanden sind, so lange wird es auch „Drogenmissbrauch“ geben, so lange es neugierige Menschen gibt, die gern einmal andere Bewusstseinszustände erleben oder dem Alltag entfliehen möchten.

Während man beim Terrorismus sicher aktiv etwas gegen potentielle Gewalttäter tun muss, gibt er beim Drogengebrauch nur eingeschränkt die Möglichkeit zur Einflussnahme. Persönlich gehe ich davon aus, dass die meisten Menschen, einmal erwachsen, alt genug sind, zu wissen, was sie wollen und was nicht. Sicher muss man extrem gefährliche Drogen wie Heroin oder Crack in ihrer Verwendung einschränken, zum Beispiel indem man den Zugang zu ihnen erschwert. Eher „harmlose“ Drogen wie Cannabis zu verbannen, ist nicht nur dumm, sondern auch gefährlich, da man kriminelle Strukturen stärkt, ganz nach dem Grundsatz: Wo ein Bedarf ist, da ist auch ein Markt. Wohin eine rigide Drogenpolitik führt, zeigen aktuelle Meldungen aus Mexiko. Auch hier überdenkt man eine Legalisierung bestimmter Drogen – die einfachste Art diesen Sumpf trocken zu legen. Den Rest des Eintrages lesen »

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Der erste Eindruck zählt. Das gilt nicht nur für das Äußere. Auch wenn wir einen Namen hören, bevor wir die Person überhaupt gesehen habe, verbindet sich damit bei uns eine Vorstellung, welcher Typ Mensch sich hinter „Heiko“, „Kerstin“ oder „Ulf“ verbirgt. Sofort entsteht ein Bild im Kopf, wie die Person aussehen könnte, wie alt sie ist oder wie intelligent. Selbstverständlich halten diese Vorstellungen nicht immer der Wirklichkeit stand, das ändert aber nichts daran, dass wir Namen stets auch bestimmte Eigenschaften zuordnen. Auf der Website Onomastik kann man sich ein Bild davon machen, welche Vorstellungen sich mit verschiedenen Namen verbinden. Ein Onogramm bzw. onomastisches [also namenkundliches] Assoziationsdiagramm zeigt diese Wahrnehmungen und Assoziationen zu einem Namen auf. Selbstverständlich können diese Wahrnehmungen individuell stark variieren, in der Gesamtheit werden aber Tendenzen deutlich. Den Rest des Eintrages lesen »

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Wer kennt sie nicht, die zahllosen Hinweise darauf, dass die Verletzung des Urheberrechts eine Straftat ist. Man denke nur an den Kinospot, bei dem eine Mutter mit ihren drei Kindern vors Gefängnis zieht, um dem eingesperrten Vater ein Ständchen zu bringen. Die Botschaft ist klar: Wer Filme illegal downloaded oder DVDs kopiert, ist ein Verbrecher. Doch ist das wirklich so?
Ich bin noch in einer Zeit aufgewachsen, in der das Kopieren von Musik an der Tagesordnung war. Hatte ein Freund eine Platte, in deren Besitz man selbst gern wäre, die man sich aber nicht leisten konnte oder an die man Dank der Systemgrenzen nicht heran kam, so ging man zu besagtem Freund, ausgerüstet mit einer Leerkassette und bannte sich das Gewünschte auf Tape oder MC, wie manche sagen. Später dann, als die CD ihren Siegeszug antrat, war das Kopieren wesentlich leichter – wer einen Rechner hatte, hatte innerhalb weniger Minuten ein Duplikat gleicher Tonqualität, was bei Tapes meist nicht der Fall war, erhöhte sich doch mit jeder Überspielung der Rauschpegel.
Im großen Stile haben wir jedoch niemals Tonträger kopiert. Niemand aus meinem Freundeskreis sah sich angehalten, dass aktuelle Album irgendeiner Popgröße 100mal zu vervielfältigen und das Ergebnis zu einem weit unter dem Ladenpreis liegenden Obolus unters Volk zu bringen. Gerade nach 1990 konnte man solche Tonträger auf den Märkten unserer polnischen Nachbarn erstehen, ein Massenphänomen wurde zumindest bei uns nicht daraus. Ganz einfach auch deshalb, weil das Vertrauen in die Qualität der so erstandenen Ware nicht sonderlich hoch war.

Ganz abgesehen davon, welche negativen Effekte die Verfolgung von „Raubkopierern“ auf das Verhältnis zwischen Unternehmen und potentiellen Kunden hat, kann ich für mich konstatieren, dass der Austausch an Musik eher dazu geführt hat, dass ich mich wesentlich intensiver mit der Materie beschäftigte und schlussendlich mehr konsumierte. Gerade in der Adoleszenz, wenn das Geld knapp und die Offenheit groß ist, werden die entscheidenden Weichen für die Ausbildung eines eigenen Geschmacks gestellt. Wer da einhundert Prozent „gesetzeskonform“ im Sinne der Industrie agiert, der wird kaum über ein beschränktes musikalisches Weltbild hinaus kommen. Dank der so genannten Privatkopie eröffnen sich dem Interessierten neue Möglichkeiten, sich quasi weiterzubilden. Gefällt die Musik, kommt es auch häufig dazu, dass das Album oder einer seiner Nachfolger dann im Original angeschafft werden. Das funktioniert selbstverständlich nur, wenn der potentielle Käufer besagten Künstler kennt und eine Vorstellung davon hat, was für ein Produkt er erwirbt. Im Mainstream ließe sich argumentieren, dass diese Aufgabe von Hitparaden, Musikzeitschriften etc. übernommen wird und das ist nicht ganz falsch. Nur laufen dort meist nur die nach otimaler Zielgruppenkompatibilität ausgesuchten Singles. Ein Album, das ebenfalls verkauf werden soll und den Künstler in all seinen Facetten zeigt, besteht aber nun mal nicht nur aus ein, zwei Hits. Eine langfristige Bindung oder gar Identifikation mit dem Idol, die die Voraussetzung für dauerhaften kommerziellen Erfolg ist, lässt sich so nicht erreichen.

Kommen wir zurück zum Ausgangspunkt. Wir sollten uns als Konsumenten kein schlechtes Gewissen einreden lassen. Wenn wir unsere Kopien nur privat nutzen, gibt es keinen Grund, uns als Verbrecher zu fühlen. Dabei sollten wir jedoch das Maß nicht verlieren. Tausende Spielfilme und zehntausende mp3s auf der Festplatte braucht kein Mensch – ganz abgesehen davon, dass den meisten schlicht die Zeit fehlen wird, sich wirklich damit zu beschäftigen. Wer seinem Jäger- und Sammlertrieb mit urheberrechtlich geschütztem Material auslebt, darf sich nicht wundern, wenn er Ärger bekommt. Die Industrie sucht noch immer krampfhaft nach Schuldigen für den Einbruch des Geschäftes. Die gleiche Industrie, die mit der Einführung der CD das massenhafte Kopieren von Tonträgern erst möglich gemacht und lange Jahre künstlerisch Wertvolles zum Wohle des schnellen Profits zurück gestellt hat. Hier wird ein letzter Abwehrkampf geführt, der schlussendlcih verloren gehen muss. Wie ein sinnvoller Ausgleich zwischen den Interessen der Künstler als Urheber, der Musikbranche als Verwerter und den Konsumenten aussehen kann, muss erst die Zukunft zeigen.

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