Archiv für die Kategorie: “Kultur”

Der erste Eindruck zählt. Das gilt nicht nur für das Äußere. Auch wenn wir einen Namen hören, bevor wir die Person überhaupt gesehen habe, verbindet sich damit bei uns eine Vorstellung, welcher Typ Mensch sich hinter „Heiko“, „Kerstin“ oder „Ulf“ verbirgt. Sofort entsteht ein Bild im Kopf, wie die Person aussehen könnte, wie alt sie ist oder wie intelligent. Selbstverständlich halten diese Vorstellungen nicht immer der Wirklichkeit stand, das ändert aber nichts daran, dass wir Namen stets auch bestimmte Eigenschaften zuordnen. Auf der Website Onomastik kann man sich ein Bild davon machen, welche Vorstellungen sich mit verschiedenen Namen verbinden. Ein Onogramm bzw. onomastisches [also namenkundliches] Assoziationsdiagramm zeigt diese Wahrnehmungen und Assoziationen zu einem Namen auf. Selbstverständlich können diese Wahrnehmungen individuell stark variieren, in der Gesamtheit werden aber Tendenzen deutlich.

der Vorname Pierre mit Bedeutung und Onogramm
“Peer” gab’s leider nicht :-(

Das Ganze ist ein Experiment, das vom Mitmachen lebt. Jeder Besucher der Seite bekommt zufällig Namen vorgelegt, die er dann einschätzen soll. Ziel des Versuches, ist es, herauszufinden, welche Bedeutungsaspekte Namen tatsächlich vermitteln.

Die Hypothese der Websitebetreiber ist, dass Eigenschaften wie Alter, geschlechtliche Ausprägung oder Wohlklang über weite Teile des Namenschatzes stärker variieren, als z.B. Intelligenz, Attraktivität oder Wohlstand. Mit anderen Worten: Die „soziale“ Komponente des Namens ist in unseren Vorstellungen stärker festgelegt.

Auf der Seite heiß es: „… Es wäre dann davon auszugehen, dass nicht der Name einen Charakterzug einer Person bestimmt, sondern Umfeld und sozialer Status der Namengeber, also der Eltern.“ Diese Hypothese kann aus meiner Sicht mit ziemlicher Sicherheit als richtig angenommen werden, da zum Zeitpunkt der Namensvergabe – als frisch Geborenes – das Kind noch keinerlei „Charakterzüge“ aufweist, also quasi ein unbeschriebenes Blatt ist. Andersherum ist es selbstverständlich so, das der soziale Status der Eltern die Namenswahl bestimmt, man denke nur an die ganzen unseligen „Kevins“ und „Cindys“ aber auch an „noblere“ Namen wie „Maximilian” oder „Bernadette“. Intelligentere Menschen dürften sich zum Beispiel auch weniger von einer aktuellen Mode als vielmehr von dem Gedanken leiten lassen, dass das Kind den Namen sein Leben lang trägt. Auch dürfte der Wunsch eine Rolle spielen, dem Kind über die Bedeutung seines Namens etwas auf dessen Lebensweg mitzugeben. Richtig ist jedoch folgende Schlussfolgerung: „D.h. bestimmte Namen sind in bestimmten Bevölkerungsschichten weiter verbreitet und daher am ehesten mit Charakteristika assoziiert, die in diesem Teil der Bevölkerung typisch sind.“

Selbstverständlich handelt es sich bei solchen Zuordnungen um Verallgemeinerungen. Trotzdem finde ich das Experiment recht interessant und werde es deshalb weiter verfolgen.

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Wer kennt sie nicht, die zahllosen Hinweise darauf, dass die Verletzung des Urheberrechts eine Straftat ist. Man denke nur an den Kinospot, bei dem eine Mutter mit ihren drei Kindern vors Gefängnis zieht, um dem eingesperrten Vater ein Ständchen zu bringen. Die Botschaft ist klar: Wer Filme illegal downloaded oder DVDs kopiert, ist ein Verbrecher. Doch ist das wirklich so?
Ich bin noch in einer Zeit aufgewachsen, in der das Kopieren von Musik an der Tagesordnung war. Hatte ein Freund eine Platte, in deren Besitz man selbst gern wäre, die man sich aber nicht leisten konnte oder an die man Dank der Systemgrenzen nicht heran kam, so ging man zu besagtem Freund, ausgerüstet mit einer Leerkassette und bannte sich das Gewünschte auf Tape oder MC, wie manche sagen. Später dann, als die CD ihren Siegeszug antrat, war das Kopieren wesentlich leichter – wer einen Rechner hatte, hatte innerhalb weniger Minuten ein Duplikat gleicher Tonqualität, was bei Tapes meist nicht der Fall war, erhöhte sich doch mit jeder Überspielung der Rauschpegel.
Im großen Stile haben wir jedoch niemals Tonträger kopiert. Niemand aus meinem Freundeskreis sah sich angehalten, dass aktuelle Album irgendeiner Popgröße 100mal zu vervielfältigen und das Ergebnis zu einem weit unter dem Ladenpreis liegenden Obolus unters Volk zu bringen. Gerade nach 1990 konnte man solche Tonträger auf den Märkten unserer polnischen Nachbarn erstehen, ein Massenphänomen wurde zumindest bei uns nicht daraus. Ganz einfach auch deshalb, weil das Vertrauen in die Qualität der so erstandenen Ware nicht sonderlich hoch war.

Ganz abgesehen davon, welche negativen Effekte die Verfolgung von „Raubkopierern“ auf das Verhältnis zwischen Unternehmen und potentiellen Kunden hat, kann ich für mich konstatieren, dass der Austausch an Musik eher dazu geführt hat, dass ich mich wesentlich intensiver mit der Materie beschäftigte und schlussendlich mehr konsumierte. Gerade in der Adoleszenz, wenn das Geld knapp und die Offenheit groß ist, werden die entscheidenden Weichen für die Ausbildung eines eigenen Geschmacks gestellt. Wer da einhundert Prozent „gesetzeskonform“ im Sinne der Industrie agiert, der wird kaum über ein beschränktes musikalisches Weltbild hinaus kommen. Dank der so genannten Privatkopie eröffnen sich dem Interessierten neue Möglichkeiten, sich quasi weiterzubilden. Gefällt die Musik, kommt es auch häufig dazu, dass das Album oder einer seiner Nachfolger dann im Original angeschafft werden. Das funktioniert selbstverständlich nur, wenn der potentielle Käufer besagten Künstler kennt und eine Vorstellung davon hat, was für ein Produkt er erwirbt. Im Mainstream ließe sich argumentieren, dass diese Aufgabe von Hitparaden, Musikzeitschriften etc. übernommen wird und das ist nicht ganz falsch. Nur laufen dort meist nur die nach otimaler Zielgruppenkompatibilität ausgesuchten Singles. Ein Album, das ebenfalls verkauf werden soll und den Künstler in all seinen Facetten zeigt, besteht aber nun mal nicht nur aus ein, zwei Hits. Eine langfristige Bindung oder gar Identifikation mit dem Idol, die die Voraussetzung für dauerhaften kommerziellen Erfolg ist, lässt sich so nicht erreichen.

Kommen wir zurück zum Ausgangspunkt. Wir sollten uns als Konsumenten kein schlechtes Gewissen einreden lassen. Wenn wir unsere Kopien nur privat nutzen, gibt es keinen Grund, uns als Verbrecher zu fühlen. Dabei sollten wir jedoch das Maß nicht verlieren. Tausende Spielfilme und zehntausende mp3s auf der Festplatte braucht kein Mensch – ganz abgesehen davon, dass den meisten schlicht die Zeit fehlen wird, sich wirklich damit zu beschäftigen. Wer seinem Jäger- und Sammlertrieb mit urheberrechtlich geschütztem Material auslebt, darf sich nicht wundern, wenn er Ärger bekommt. Die Industrie sucht noch immer krampfhaft nach Schuldigen für den Einbruch des Geschäftes. Die gleiche Industrie, die mit der Einführung der CD das massenhafte Kopieren von Tonträgern erst möglich gemacht und lange Jahre künstlerisch Wertvolles zum Wohle des schnellen Profits zurück gestellt hat. Hier wird ein letzter Abwehrkampf geführt, der schlussendlcih verloren gehen muss. Wie ein sinnvoller Ausgleich zwischen den Interessen der Künstler als Urheber, der Musikbranche als Verwerter und den Konsumenten aussehen kann, muss erst die Zukunft zeigen.

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Es gibt viele Dinge, die das Internet kulturell angeblich verschlimmbessert hat. Die Kommunikation sei oberflächlicher geworden, Orthografie und Grammatik und da insbesondere Groß- und Kleinschreibung und Zeichensetzung hätten gelitten, Freundschaften würden durch das massiver „adden“ in sozialen Netzwerken entwertet. Über die Stichhaltigkeit dieser Meinugnen kann man durchaus streiten, muss man aber nicht, da sich sowieso erst auf lange Sicht zeigen wird, welche Effekte von Dauer sind und welche nicht. Was man aber heutzutage schon ganz sicher sehen kann, ist, dass die Menschen dank der unendlichen Weiten des Internets und der quasi unüberschaubaren Anzahl von Angeboten wieder zu Jägern und Sammlern werden. Den Rest des Eintrages lesen »

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Ganz ehrlich gesagt ist mir die katholische Kirche ziemlich egal. Weder glaube ich an den lieben noch an irgendeinen anderen Gott, noch interessiert mich die Institution an sich, denn in meinem Leben spielt sie keine Rolle. Doch leider ist das in Wirklichkeit nicht so. Obwohl wir quasi in einem säkularen Staat leben, haben Katholiken und Protestanten als wichtigste christliche Kirchen einen deutlichen Einfluss in unserer Gesellschaft. Häufig genug sind gerade die oberen Etagen der kirchlichen Hierarchien ein Hort konservativer Weltanschauung, die alles verdammt, was anders ist und hehre moralische Grundsätze aufstellt, denen die Gläubigen nacheifern sollen. Bischof Mixa ist ein beredtes Beispiel für diese stockkonservative Kirchenführung. Der Bischof von Augsburg verglich unter anderem Abtreibungen mit dem Holocaust, machte den Atheismus für Nationalsozialismus und Kommunismus gleichermaßen verantwortlich oder die sexuelle Revolution für den Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche. Den Rest des Eintrages lesen »

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Na endlich spricht’s mal jemand klar aus: Wir müssen unseren Fleischkonsum drastisch reduzieren! Zu diesem Ergebnis kam ein internationales Team von Wissenschaftlern und nicht etwa eine Gruppe militanter Tierschützer.
Die Argumente für diese Forderung sind logisch und erschreckend zugleich. Der Fleischkonsum hat sich in den vergangenen 30 Jahren verdreifacht, mit Folgen nicht nur für die Gesundheit der Menschen. Daran, dass ein direkter Zusammenhang zwischen fettem Fleisch und Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems besteht, dürfte kaum jemand zweifeln. Doch auch auf den Zustand unseres Planeten bezogen, macht zu viel Fleisch krank. Die gigantische Anzahl der Tiere, die für die Fleischproduktion gehalten wird, beansprucht eine große Landfläche – man denke nur an die Rodung von Regenwäldern für Viehweiden – und die Massentierhaltung verseucht das Grundwasser mit Exkrementen. Der Transport von Futter und Fleisch verschlingt zudem gewaltige Ressourcen an Treibstoffen.
Vergessen werden darf auch nicht, dass die Haltungsbedingungen vieler Tiere einfach nur als katastrophal zu bezeichnen sind, von einem artgerechten Leben kann keine Rede sein. Seuchen verbreiten sich in der Massentierhaltung rasend. Wir haben wahrscheinlich noch alle die Bilder von „gekeulten“ Rindern (BSE), Hühnern und Gänsen (Geflügelpest, euphemistisch auch als Vogelgrippe bezeichnet) im Kopf.

Klar, man kann diese Zustände anprangern und die bösen Fleischproduzenten verdammen. Aber das allein genügt nicht. Der jüngste Skandal bei Wiesenhof ist ein beredtes Zeugnis dafür, dass es auch in einem relativ fortschrittlichen Land wie Deutschland (andernorts wird noch weniger Wert auf Tierfreundlichkeit gelegt) keine Sicherheit gibt. Solange nicht alles ständig kontrolliert wird, finden sich immer Möglichkeiten, die Gewinnmarge zu erhöhen. Die Lösung ist einfach „weniger“. Wenn weniger Fleisch verbraucht wird, wird weniger hergestellt und weniger Betriebe lassen sich auch besser überwachen. Das ist gut für jeden Einzelnen und für die Welt als Ganzes. Übrigens gilt das nicht nur für Fleisch…

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