Archiv für die Kategorie: “Kultur”

Die Reichen und Schönen haben es vorgemacht: Falten lassen sich ganz einfach Wegspritzen und schon sieht man jünger und glatter aus, was gleichbedeutend ist mit “erfolgreicher”. Eine Formel, die bisher so zu stimmen schien, doch jetzt gibt es das erste prominente Opfer des Faltenfrei-Wahns zu beklagen. Die australische Hollywood-Schauspielerin Nicole Kidman hat derzeit Probleme, neue Rollen zu bekommen. Einer der Gründe dürfte auch darin zu suchen sein, dass Kidman reichlich Gebrauch von dem gesichtsglättenden Botox gemacht hat. Dabei hätte sie wissen müssen, dass die Gesichtsmimik durch das Nervengift nachträglich beeinflusst wird. Dabei ist die Mimik neben der Körpersprache eines der wichtigsten Werkzeuge einer Schauspielerin, denn vor allem durch die kleinen Veränderungen im Gesicht, das Rümpfen der Nase, den Schmollmund oder die plötzliche Erstarrung der Gesichtszüge drückt sie die Gedanken und Gefühle der durch sie dargestellten Figuren aus. Mit der durch Botox induzierten Ausdruckslosigkeit gleicht Kidman einer der seelenlosen Computeranimationen billig hergestellter Trickfilme. Das ist ungefähr so, als wenn ein Zimmermann seinen Hobel vergolden würde, der dann zwar wunderschön aussieht aber zum Arbeiten nicht mehr taugt.
Der Knick in ihrer Karriere hat Nicole Kidman dazu gebracht, sich erstmals mit einem Manager zusammen zu tun, der ihr wieder auf die Beine helfen soll. Hoffentlich rät der ihr, die Spritzerei sein zu lassen, denn eine leblose Maske fällt auf dem Laufsteg vielleicht nicht auf, in Film und Theater stört sie ungemein.
Botox, das wird gern vergessen, ist übrigens eines der stärksten bekannten Gifte. Es wird auch zu therapeutischen Zwecken zum Beispiel zum Lösen von Muskelverkrampfungen eingesetzt. Wie allen Medikamente kann es bei seiner Verwendung auch zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen. Ein Grund mehr, mit dem Nebengift besonders verantwortungsvoll umzugehen…

Botox to Go! Ä Spritzerl hier, ä Spritzerl da: Würdevolles Altern ist in Zeiten der Instant-Schönheit kein Thema mehr…

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Lange Zeit habe ich darüber nachgedacht, ob ich mich zu dem Fall äußern soll, schließlich ging der Selbstmord des depressiven Hannoveraner Keepers durch die ganze Presse und der Tod eines Menschen ist wahrlich kein guter Anlass für dumme Sprüche. Aber vielleicht für Grundsatzdiskussionen…
Ich muss gestehen, dass mir der Tod des Fußballers nicht besonders nahe ging. Werder interessiere ich mich sonderlich für den Sport, noch sagte mir bis zu seinem unglücklichen Ableben der Name etwas. Es besteht zudem auch keinerlei weitläufiges Bekanntschafts- oder Verwandtschaftsverhältnis, welches mich mit dem Manne verbunden hätte. Ich sehe also keinerlei Grund zu trauern. Das mag jetzt erst einmal boshaft klingen aber ich kann mir ja nur etwas zu Herzen nehmen, was mich betrifft. Täglich sterben in unserem Lande hunderte Menschen, wenn nicht gar mehr, ganz zu schweigen von den Menschen in anderen Teilen der Welt, die Kriege, Hunger und Seuchen dahinraffen. Für die alle persönlich Trauer zu empfinden, ist mir schlichtweg nicht möglich, wiewohl mir selbstverständlich klar ist, dass der Tod eines Menschen für die ihm Nahestehenden ein einschneidendes und schmerzhaftes Erlebnis ist. Die Trauer dieser Menschen will ich nicht diskreditieren. Was mich jedoch stört, ist der regelrechte Totenkult um Enke. Plötzlich kennt ihn Jeder und leidet mit an seinem tragischen Schicksal. Man ist sich nicht einmal zu blöd dazu, den Sarg im Stadion aufzubahren, und eine Totenfeier wie für ein verstorbenes Staatsoberhaupt zu inszenieren. Entschuldigen Sie bitte aber ich halte das für geschmacklos und zudem für reichlich verlogen.
Depression ist eine Krankheit, das ist richtig. Bis zu einem bestimmten Punkt lässt sie sich medikamentös und psychologisch behandeln. Doch an ihre Ursachen geht kaum jemand, obwohl sie bekannt sind. Neben all den biochemischen Voraussetzungen im Gehirn lösen vor allem Stress und Leistungsdruck Depressionen aus. Stressresistenz und Leistungsfähigkeit sind aber genau die beiden Faktoren, die uns im alltäglichen Leben so erfolgreich machen. Finden wir es als Gesellschaft nicht toll, wenn sich ein Mitarbeiter für seien Firma voll ins Zeug legt, 10, 12, 14 Stunden täglich? Lieben wir sie nicht, die Sieger, die jede scheinbar aussichtslose Situation zu ihren Gunsten verändern können? Wären wir nicht auch gerne Alle angesehen, reich und begehrt?

Wie immer im Leben gibt es nichts umsonst. Irgendwer zahlt immer den Preis dafür. Sei es der Workaholic, der nach einigen Jahren vor dem Burnout steht, seien es die Kinder, welche Mutter oder Vater nie zu Gesicht bekommen, sei es der Leistungssportler, der sich immer mehr schindet oder gar zu unerlaubten Mittelchen greift oder der Fernfahrer, der im Stress unkonzentriert oder wegen übersteigerter Risikofreude einen Unfall verursacht. Natürlich lassen sich solche Dinge nie hundertprozentig ausschließen, ich denke aber, wir sind kurz davor die Schraube zu überdrehen. Wir sollten endlich aufhören, immer besser und schneller als alle anderen sein zu wollen. Dann sind wir vielleicht nicht mehr die Exportweltmeister aber dafür geht es uns mental besser. Verhungern werden wir sicher nicht und die Welt geht davon auch nicht unter. Im Gegenteil!

Vielleicht hat der Fall Robert wenigstens ein was Gutes und es bekennen sich mehr Menschen dazu, dass sie dieses mörderische Tempo nicht mehr durchhalten. Mit fällt dazu eine gern zitierte Anekdote aus dem Römischen Reich ein: Als ein Senator vorschlug, alle Sklaven sollten mit einem weißen Band am Arm gekennzeichnet werden, riet ein anderer davon ab: Wenn die Sklaven sähen, wie viele sie sind, dann würden sie sich nicht unterdrücken lassen, sondern aufbegehren. Wenn wir feststellen würden, dass „Ausfälle“ wie der Robert Enkes längst nicht mehr nur das Problem einer kleinen Minderheit sind, was würde dann passieren?

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Nicht alles, was im Internet steht ist richtig und sinnvoll.

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Was in den Fernsehshows der öffentlich-rechtlichen Sender abgeliefert wird, ist meist unterirdisch…

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