Archiv für die Kategorie: “Beziehung”

Mit Klatsch und Tratsch verdient eine Menge Leute Geld und das nicht einmal schlecht. Das geht natürlich nur, weil eine Nachfrage existiert. Wenn all die Millionen Leser der Yellow Press statt an Gerüchten über Stars an Hintergrundinformationen über die Situation im Irak, an Fakten zum Thema Atomausstieg oder an Analysen zu Vor- und Nachteilen der Kopfpauschale für das Gesundheitssystem interessiert wäre, dann gäbe es all die Zeitungen und Zeitschriften nicht. Die existieren aber immer noch und das liegt am Klatschbedürfnis der Menschen. Ist ja im Prinzip auch nicht allzu schlimm, wenn Müller und Meyer über Schulze tratschen. So interessant ist Schulze dann auch wieder nicht und damit verebbt das Gerede meist nach kurzer Zeit.
Versetzt man sich jedoch in die Rolle eines Prominenten, dann sieht das schon anders aus, denn wer gelegentlich oder oft auf Bildschirm oder Kinoleinwand präsent ist, dem ist Aufmerksamkeit in allen Lebenslagen sicher. Derzeit steht der schottische Schauspieler Ewan McGregor (u.a. Star Wars, Train Spotting) im „centre of attraction“, wurde der verheiratete Mime doch eng umschlungen mit Kollegin Mélanie Laurent in Paris gesehen und fotografiert. Die Society-Presse spekuliert nun darüber, ob der Vater zweier Kinder eine Affäre am Laufen hat oder ob das Ganze harmlos ist. Eine Spekulation, an der ich mich nicht beteiligen möchte, da ich keinerlei Einblick in das Liebesleben McGregors habe – wie höchstwahrscheinlich auch die meisten „Experten“ nicht. Ich stelle mir nur vor, was wäre wenn ich am morgen die Emails checke und im Newsletter einer großen Klatschzeitung Bilder von mir und einer Dame sehe, Arm in Arm. Und mir dabei vorstelle, dass meine Frau, meine Kollegen, Freunde und Bekannte das ebenfalls sehen. Da kann man nur hoffen, dass die Fotografen so fair waren, Herr McGregor darüber zu informieren, dass er „abgeschossen“ wurde. Damit wäre ihm wenigstens die Möglichkeit gegeben, seiner Frau zu beichten und um Verzeihung zu bitten – immer vorausgesetzt es ist überhaupt etwas passiert – bevor die beim Morgenkaffee aus den Schuhen kippt.
Eine Gefahr besteht immer bei dieser überhitzten Berichterstattung über die Stars. Möglicherweise sind solche „Aufreger“ nämlich inszeniert und der „betroffene“ Schauspieler sitzt lachend im Kreise seiner Familie und freut sich über die zusätzliche Popularität…

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Jeder Mensch erlebt irgendwann mal schlimme Dinge, wird erniedrigt, beleidigt, belogen oder betrogen, manche trifft es sogar recht häufig. Um nicht zu explodieren, muss man sich da ab und zu Luft machen. Da es in unserer dichtbesiedelten Welt schwer ist, sich irgendwo in die Natur zu begeben und einfach loszuschreien, ohne gleich in einer psychiatrischen Anstalt zu landen, braucht es andere Kanäle, den Frust loszuwerden. Zum Glück gibt es ja das Internet. Dass sich einen ganze Menge gefrustete Menschen in den Weiten des Weltnetzes bewegen, ist leicht anhand der oft hämischen, unterirdisch bösartigen und unhöflichen Einträgen in Gästebüchern, Blogs und Foren festzustellen. Im Glauben an die Anonymität des Netzes lässt da manch Schreiber seine finstersten Seiten durchblicken.
Die Website abgehakt.net geht da einen anderen Weg. Wer will, kann seinen Eintrag hier als psychologisches Ventil benutzen, ohne irgendwem zu schaden. Die Regeln sind klar: „Keine Namen. Keine Vornamen, keine Nachnamen. Keine Orte oder identifizierbare Detailbeschreibungen. Keine Fäkalsprache. Nicht veröffentlicht werden: Namen, wiedererkennbare persönliche Angaben, Obszönes und sinnlose Hass-Tiraden, Nummern von Personalausweisen, Handys oder Autokennzeichen.“ Ist auch Alles nicht so wichtig. Einfach Dampf ablassen und dann ist das Thema abgehakt. Beim nächsten persönlichen Treffen ist ein Großteil des Ärgers verraucht und man kann auch wieder normal miteinander reden. Da sage noch mal jemand, das Internet fördere die Gewaltbereitschaft…

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Wie eine gute Geschäftsdee Jung und Alt zusammenbringt.

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Das Beenden einer Beziehung ist keine Nebensache.

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Sex ist eine feine Sache. Im „Normalfall“ findet die zwischen zwei Menschen statt und das ist auch gut so. Doch leider leben wir ja in einer Leistungsgesellschaft und so ist das intime Beisammensein längst zu einer Art Sport mutiert, bei dem die öffentliche Zurschaustellung eine entscheidende Rolle spielt. Die Website www.wie-war-ich.de leistet dem noch Vorschub.
Anhand von 22 Fragen, die zu beantworten sind, kann sie ihm seine Leistungsfähigkeit und Ausdauer bescheinigen, er ihr auch. Auf dem Umweg übers Internet natürlich.
Um an dem albernen Spielchen teilnehmen zu können, ist es selbstverständlich notwendig, sich zu registrieren. Selbsterfoscher müssen nur einen (fiktiven) Name eingeben, soll die Partnerin ihren Senf dazugeben, braucht es eine Email-Adresse. Wenn die Bewertung des Lovers mies ausfällt, bekommt die Dame dann wahrscheinlich Werbung von einer Partnerbörse…

Ich hab’s übrigens bis Frage elf durchgehalten und dann das Ganze weggeklickt. So’n Schmarrn! Meine Frau weigert sich übrigens hartnäckig die Frage „Wie war ich?“ zu beantworten. Das ist ihr einfach zu blöd. Ich habe da volles Verständnis dafür…

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