Archiv für die Kategorie: “aktuell”

Derzeit läuft gerade eine heftige Diskussion im Netz über die, unter dem Banner des Schutzes von geistigem Eigentum”, vorangetriebene Netzzensur – Stichworte SOPA und ACTA. Während die Netzgemeinde im Kampf gegen das US-amerikanische SOPA-Gesetz gerade (vorübergehnd)einen Sieg errungen hat, hat das EU-Parlament gerade mit dem Ratifizierungsprozess für ACTA begonnen. U.a. die Kampagnen-Plattform Avaaz macht dagegen mobil.

Lautstark in die Diskussion eingemischt hat sich am Montag der CDU-Hinterbänkler Ansgar Heveling, der mit markigen Worten verkündet: “Netzgemeinde, ihr werdet den Kampf verlieren!” Brisant daran ist vor allem, dass Heveling Mitglied der Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ ist, einer Kommission, welche die Auswirkungen des Internets auf Politik und Gesellschaft untersuchen soll. Das ist in etwas so, als wenn ein fundamentaler Christ sich über die gesellschaftlichen Wirkungen des Atheismus äußern sollte. Auch wenn viele Netzaktivisten Heveling jetzt mangelnde Sachkenntnis vorwerfen, so glaube ich, das sein Problem eigentlich ein anderes ist: Er will die Zeit zurückdrehen, weil er das Netz vor allem als Bedrohung sieht, als Bedrohung der Welt, wie er sie gern hätte.

Im Netz kursieren schon zahllose boshafte Kommentare, bei Twitter hat es Heveling schon zu einem eigenen Hashtag geschafft. #hevelingfacts. Und auch eine satirische Replik gibt es schon, die die Absurdität der Hevelingschen “Argumentation” bloß stellt.

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Eine Hasstirade auf die derzeit dümmste Sendung im Deutschen Fernsehen

Derzeit läuft die x-te (ja, die wievielte denn eigentlich) Staffel des so genannten Dschungelcamps, einer widerlichen Selektionsshow, die so weit unter Niveau ist, dass sie eigentlich verboten gehört. Knapp sieben Millionen Menschen scheint das nicht zu stören, denn sie schauen sich diesen Dreck im australischen Dreck an. Präsentiert von den scheinheiligen Moderationsattrappen Dirk Bach und Sonja Zietlow, deren IQ nur geringfügig über dem ihrer „Fähäns“ liegt, fressen B- und C-Prominente Würmer, halten ihre Brustimplantate in die Kamera oder keifen sich gegenseitig voll. Nicht zu vergessen, die medienwirksamen Nervenzusammenbrüche der zerrütteten Ex-Stars.

Im Dschungelcamp präsentiert sich die Medienindustrie auf ihre zynischste und brutalste Art und gleichzeitig bekommt jeder, der Willens ist zu sehen, wie weit die Verblödung und Verrohung des Volkshohlkörpers vorangeschritten ist.

So grausam das ist, so ist das bildungsferne Urwald-Spektakel die eine Seite, viel schlimmer aus meiner Sicht ist, dass selbst „seriöse“ Zeitungen diesem Quotenshit Platz einräumen, von all den promigeilen Internetportalen, Quatsch- und Tratschblogs und „Leifsteil“-Magazinen mal abgesehen. Selbst beim besten Willen ist es kaum möglich, den Titten von Frau Schäfer zu entgehen oder mitzubekommen, wer gerade von seinem Einsatz im Ekel-TV erlöst wurde. Warum eigentlich: Wenn Mändy, Sindü und Kävin das so wollen? Nein, vor allem, weil auch das bescheuertste Publikum noch immer Geld in der Tasche hat, das man aus selbiger ziehen kann. Reichlich Gelegenheit für die „Medien“ billigen „Content“ zu erzeugen, um den herum sich hübsche Anzeigen schalten lassen. Das ist zwar alles komplett hirnlos aber einträglich. Und solange es genügend Vollpfeifen gibt, die sich vom Gang nach Canberra und weiter einen Anschub ihrer schon längst verendeten Karriere erhoffen, und solange es noch genügend unterbelichtete, boshafte Menschen gibt, die sich daran freuen, wenn Andere fertig gemacht werden, solange wird es solch abartige und menschenverachtende Sendungen geben. Schöne neue Welt.

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Wulff lügt!

Ausgangsbild: Actionpress/Bundesregierung/Jesco Denzel

Noch-Bundespräsident Wulff hat gestern ARD und ZDF ein exklusives Interview gegeben. Ich muss gestehen, dass ich keine Lust hatte, mir den inszenierten Bußgang anzuschauen. Doch schon kurze Zeit später gingen die wichtigsten Aussagen durch die Nachrichten. U.a. behauptete der böse Wulff, dass er die BLÖD-Zeitung nur um eine Verschiebung der Veröffentlichung des Artikels zu seinem Kreditunwesen gebeten hätte. Dumm nur, dass die Springer-”Journalisten” schon von Anfang an behaupteten, dass Wulff, die Veröffentlichung verhindern wollte und u.a. mit “Krieg” und rechtlichen Konsequenzen gedroht hatte. Das Dementi des Blattes folgte auf dem Fusse. Nun ist BLÖD auch nicht gerade für Seriosität bekannt und man weiß nicht so recht, wem man denn nun vertrauen soll. Aber um ehrlich zu sein: Ich glaube nicht, dass die Zeitungsenten lügen. Denn dann könnte Wulff sie verklagen und das sähe auch für solch ein mächtiges Blatt nicht so toll aus. Wie auch immer – die Causa Wulff wird wohl bald geschlossen werden und der Christian sich nach einer neuen Arbeit umschauen.

Ich bin dafür, dass wir als nächsten Bundespräsidenten Pinoccio wählen, denn dann sehen wir wenigstens sofort, ob er gelogen hat oder nicht…

Und hier der Kommentar von Oliver Kalkofe:

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Zwei Männer, die schon jahrelang unschuldige Menschen morden, überfällt schlagartig das schlechte Gewissen und sie nehmen sich das Leben. Nicht jedoch, ohne zuvor ihren Wohnwagen anzuzünden. Was sollte die beiden dazu bewegt haben? Der geglückte Banküberfall etwa? Oder hat da doch jemand nachgeholfen, allerdings nicht mit Schusswaffen, denn die meisten Anwohner des Tatortes wollen keine Schüsse gehört haben. Sehr seltsam. Doch das ist noch längst nicht Alles.
Die zum Killertrio gehörige Frau sprengt das Wohnhaus, in dessen völlig ausgebrannter Ruine noch Bekennervideos gefunden wurden, obwohl man jahrelang heimlich still und leise vor sich hinmordete. Ehrlich gesagt erinnert mich das wieder einmal an den 11. September, als in der Nähe eines Flughafens in einem Fahrzeug eine arabische Fluganleitung und ein Koran gefunden wurden. Bei den Amerikanern heißen diese Art von „Beweisen“ smoking gun, also man überrascht den Mörder noch mit rauchender Pistole in der Hand. Das ändert allerdings nichts daran, dass diese „ultimativen Beweise“ alles andere als glaubwürdig sind.

So unglaublich wie das Ende der „Döner-Killer“ inszeniert ist, so wenig nachvollziehbar ist es, dass die drei so lange Zeit angeblich unentdeckt bleiben konnten. Der Verfassungsschutz hatte nach offiziellen Angaben ihre Spur verloren, und das obwohl die Neonazi-Szene nachgewiesenermaßen von V-Leuten durchsetzt ist. Nicht zu vergessen: Es existiert ein Video, welches das Trio bei den Demonstrationen am 13. Februar 2011 in Dresden zeigt! Und warum hatte man die beiden Herren nicht schon verhaftet, als man die Rohrbombe und den Sprengstoff in ihrer Werkstatt fand? Warum wurde der Einsatz eines mit dieser Aufgabe betrauten SEKs kurzfristig abgebrochen?

Wer mir erzählt, dass es sich hier nur um eine bedauerliche Folge von Pannen handelt, dem unterstelle ich zumindest politische Naivität. In einem Land in dem Antifaschisten kriminalisiert werden und Nazis ihre Strukturen mit Geld aus der Staatskasse aufbauen, in dem ein führender Verfassungsschützer nach Beendigung seiner Tätigkeit in einem Rechtsaußen-Verlag publiziert… kann ich nicht an Zufälle glauben.

In Deutschland läuft grundsätzlich etwas schief und die Politik, aber auch die ganze Gesellschaft, muss sich fragen lassen, ob sie ernsthaft gegen undemokratische Tendenzen und ein Wiedererstarken des Nationalsozialismus eintritt. Stattdessen beschwört man gern den linken oder islamischen Extremismus, wobei man von diesen beiden Formen des Terrors in Deutschland kaum etwas merkt, rechte Gewalt jedoch alltäglich ist. Brennende alternative Jugendklubs, verprügelte Ausländer oder erschlagene Obdachlose sind aber offensichtlich kein dauerhaft interessantes Thema für die deutsche Mehrheitsgesellschaft. Die kapriziert sich lieber auf die angebliche Islamisierung Europas und den „Linksruck“ von etablierten Parteien. Dabei übersieht man gern die hausgemachten Probleme. Doch wen wundert’s, schließlich sind Typen wie Uwe B., Uwe M. und Beate Z. Bruder, Schwester, Tochter, Sohn, Schulkamerad oder Arbeitskollege vom deutschen Hinz und Kunz und da zeigt man gern Verständnis. Während die Opfer ja nur „Ausländer“ waren oder Assis oder Zecken…

„Ist das Terror, wenn Angehörige ausgegrenzter Minderheiten täglich Angst in unterschiedlichen Abstufungen erleben? Wenn tagtäglich die großen Kanonen des Privatfernsehens auf sie gerichtet sind und manisch grinsende Zauberlehrlinge mit dem Finger am Abzug Omni-Potenz-Euphorie erleben? Sind Generalverdacht, Diffamierung, Leben als Spießrutenlauf Terror? Oder ist es erst Terror, wenn ein Nazi-Mörder jemandem wegen ihrer oder seiner Hautfarbe, Frisur, sexueller Orientierung in den Kopf schießt? Oder vielleicht auch dann nicht?
Der Terror – er muss von den Anderen ausgehen. Sonst ist es kein Terror.“

Ist das Terror? / Skadi Frankenstein

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Steve Jobs ist tot. Das wird wohl sicher die wichtigste Meldung des Tages werden. Zahllose Menschen rund um den Globus trauern um den Apple-Gründer und Technik-Guru. Persönlich muss ich mich da allerdings ausschließen. Weder interessieren mich die Apple-Produkte noch habe ich eine irgendwie emotionale Beziehung zu Steve Jobs, bewundere ihn nicht oder vergöttere ihn gar. Selbstverständlich habe ich Verständnis und Mitgefühl für die Angehörigen und Freunde, die den Verlust eines geliebten Menschen beklagen…
Unbestreitbar ist: Steve Jobs und sein Unternehmen haben einen starken Einfluss auf die Kommunikationstechnik und das Kommunikationsverhalten gehabt und werden es sicher auch noch eine Weile haben. Vergessen werden sollte dabei allerdings nicht, dass es sich bei iPhone & Co. um Gadgets handelt, die ausschließlich in unserer “westlich-zivilisierte” Welt eine positive Bedeutung haben. In den Ländern, wo die Geräte unter zum Teil unmenschlichen Bedingungen hergestellt werden, kann sich sowieso nur eine kleine Oberschicht diese Spielereien leisten.
Man kann es als Koinzidenz bezeichnen, dass gerade jetzt der Film “Blood In The Mobile” herauskommt, der zeigt, welche Auswirkung unser Rausch nach neuer Technik und unser Desinteresse an den Menschen in anderen Teilen der Welt hat. Vielleicht ist der Tod Steve Jobs eine gute Gelegenheit, unsere Technikgläubigkeit in Frage zu stellen.

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