Das Berufsleben ist heutzutage eine sehr wechselvolle Sache. Zum einen schreitet in vielen Berufen die technische Entwicklung so schnell voran, dass sich innerhalb nur weniger Jahre in manchen Branchen grundlegende Dinge ändern. Man denke nur an die Mikroelektronikindustrie. Zum anderen gibt es mittlerweile kaum noch einen Arbeitnehmer, der sein ganzes Leben ein und denselben Job macht. Das Umlernen oder Umschulen gehört für viele zum Alltag. Doch auch Selbstständige sind davon „betroffen“. Wer in seinem Business erfolgreich sein will, der muss über seine eigentliche Arbeit hinaus zumindest die Grundbegriffe von Finanzbuchhaltung, Steuerrecht, Marketing etc. beherrschen, um nicht Gefahr zu laufen, trotz einer guten Geschäftsidee zu scheitern.
Der Bedarf an Wissen ist groß und so verwundert es nicht, dass sich zahllose Anbieter auf dem Markt für Weiterbildung und Seminare tummeln. Für welchen sich der einzelne Wissensdurstige entscheidet, hängt von vielen Faktoren ab. Zum einen selbstverständlich von Termin und Dauer der Weiterbildung. Nicht immer passt jeder Zeitpunkt und der Aufwand muss selbstverständlich im Verhältnis zum Nutzen stehen. Ein Selbstständiger wird es sich kaum zeitlich leisten können, zwei Wochen ein Seminar zu besuchen und während dieser Weiterbildung nicht für seine Kunden erreichbar zu sein. Auch gibt es in vielen Branchen Stoßzeiten, in denen jede Minute zählt und Perioden, in denen nicht viel passiert. Letztere eignen sich logischerweise besser für die Weiterbildung.
Entscheidend sind selbstverständlich auch die Kosten für die Weiterbildung. Für abhängig Beschäftigte trägt die der Arbeitgeber, immer vorausgesetzt, das Seminar hat etwas mit den beruflichen Aufgaben des Mitarbeiters zu tun. Als Angestellter tut man gut daran, seinen Chef von der Notwendigkeit einer Weiterbildung zu überzeugen, denn man fällt ja zumindest ein paar Tage aus und erzeugt zusätzliche Kosten. Um die zu minimieren, lohnt es sich, nach Fördermöglichkeiten zu schauen. Oftmals steuern Handwerkskammer, Arbeitsamt oder Berufsgenossenschaft ihren Teil bei. Das gilt selbstverständlich auch für die Weiterbildung Selbstständiger. Da viele von ihnen (zwangsweise) Mitglied in der IHK sind, ist es für sie sinnvoll, sich dort über Förderangebote für die Weiterbildung zu informieren.
„Die Lebensmittelindustrie verkauft Zuckerbomben als gesundes Kinderfrühstück und Tütensuppen als Naturprodukte. Warum? Weil Verbraucher sich bisher nicht genug dagegen gewehrt haben.“
(foodwatch)
Da ich in meinem letzten Beitrag etwas zu Werbung geschrieben habe, wollen wir gleich einmal beim Thema bleiben. Das Werbung nicht immer ganz die Wahrheit sagt, dass wissen mündige Verbraucher selbstverständlich. Doch manches, was da wortreich beworben wird, entspricht so gar nicht den übermittelten Botschaften. Da das insbesondere bei Lebensmitteln nicht nur eine Lappalie ist, verleiht die Organisation foodwatch jährlich den „Goldenen Windbeutel“, die Auszeichnung für die dreisteste Werbelüge. So soll Druck auf die Unternehmen erzeugt werden, die Produkte zu verbessern und sie ehrlich zu beschriften. Wer über den goldenen Windbeutel 2010 abstimmen will, der kann dies bis zum 22. April auf abgespeist.de tun. Zur Auswahl stehen in diesem Jahr „Beo Heimat Apfel-Birne“ von Carlsberg, eine Biolimonade an der so gut wie nichts Bio ist, die dafür aber ordentlich Zucker enthält. Ein weiterer Kandidat ist die Pastasoße „Bertolli Gegrilltes Gemüse“ von Unilever, deren angeblich “verbesserte Rezeptur” im Zusetzen von Aroma, Zitronensäure (E330) und Geschmacksverstärker besteht. Ebenfalls gut im Rennen ist die „Gelbe Zitrone Zitrone-Physalis“-Wellness-Saft von Pfanner, der zwar Unmengen Zucker aber dafür keine Spur von Physalis enthält. Bewerber Nummer vier ist die „Duett Champignon Crème-Suppe“ von Escoffier. Das magere Instant-Süppchen kommt, beworben von Starkoch Schuhbeck, zu unschlagbar ungünstigem Preis gleich in zwei Teil-Dosen daher, besser schmeckt es davon aber auch nicht. Und Kandidat Nummer fünf ist der Monte Drink von Zott, der eigentlich für Kinder gedacht ist. Dummerweise enthält die „Zwischenmahlzeit“ für die Kleinen mehr Zucker als die gleiche Menge Cola. Unglaublich, nicht?
Für die einen ist das Internet eine große Selbstbedinungstheke, für die anderen der Feind schlechthin. Der Streit darum, ob Inhalte im Netz etwas kosten dürfen bzw. wie man im weltweiten Netz Geld verdient, wird immer deutlicher geführt. Bei kress.de stehen sich heute David Eicher und Thomas Koch gegenüber. Eicher, inhaber der Münchner Agentur Webguerillias gehört zu den Mitverfassen eines Media-Manifests, in dem zwölf Thesen zur Media-Messung im Web 2.0 aufgestellt werden. Der Düsseldorfer Thomas Koch gehört zur Geschäftsleitung der Agentur Crossmedia und es ist wohl keine Beleidigung, ihn als alten Haudegen der Werbebranche zu bezeichnen. Und diese Werbebranche ist selbstverständlich darauf angewiesen, ihren Kunden irgendwie glaubhaft zu machen, welche Werbemaßnahme Erfolg verspricht und was man durchaus weglassen kann.
Während Eichler die Einführung von Messgrößen für Social Media vorantreiben will und die Bedeutung der Communitys heraushebt, bezweifelt Koch die Relevanz der Web2.0-Aktivisten für große Marken, allein aufgrund ihrer geringen Zahl. Eichler sieht diese Vorreiter des Internetzeitalters widerum als Meinungsbildner und ist sich sicher, dass die eingesetzten Mittel für Social Media-Kampagnen sinnvoll verwendet sind.
Das Argument, dass z.B. bei Facebook acht Millionen deutsche Nutzer angemeldet sind, was eine durchaus Ernst zu nehmende Größe ist, bügelt Koch mit den Worten ab: “Die [Nutzer] tauschen sich doch nicht über Marken aus. Rund 90% der Facebook-Nutzer schreiben nur Müll und tauschen private Fotos aus.” Womit er aus Werber-Sicht sicher nicht ganz Unrecht hat. Koch zeigt sich überzeugt, dass wie bisher auch, nur etwa zehn Prozent der Nutzer auch aktiv sind, also in diesem Falle werbeaffin. Social Media sei somit noch weit davon entfernt, ein Massen-Markt zu sein.
Für Eichler trägt dieses Argument nicht. Auf Facebook bezogen fragt er: “Was können Werbungtreibende mit 800.000 qualifizierten Kontakten erreichen – und wie viel Geld müssten sie in die klassischen Medien stecken, um annähernd so viel zu erreichen?” Für ihn zeichnet sich die Werbung im Social Meda-Bereich durch eine hohe Effektivität in der Konsumentenansprache aus.
Koch kontert mit einem einfachen aber vernünftigen Argument: “Es gibt über 10.000 Marken, die in Deutschland werben. Ich persönlich habe nicht vor, mit diesen 10.000 Marken in Verbindung oder Dialog zu treten.” Da wir aber trotzdem Produkte von diesem Marken kaufen, muss die klassische Werbung den Hauptanteil der Zielgruppenansprache übernehmen. Das leuchtet ein…
Es ist aus meiner Sicht sehr amüsant, das Gespräch zu lesen. Viele gute Argumente werden in der typischen Werbersprache ausgetauscht. Wer sich allerdings ein endgültiges Ergebnis, einen klaren Sieger erwartet, den wird das Gespräch nicht zufrieden stellen können. Wahrscheinlich liegt die Wahrheit wie immer irgendwo dazwischen. Gerade große Marken werden in den kommenden Jahren kaum auf den direkten Kontakt zum Kunden verzichten können, das gebietet allein schon die Notwendigkeit, das eigene Image im Blick zu behalten und positiv zu gestalten. Ob sich diese Aktivitäten allerdings finanziell auszahlen, das lässt sich nicht mit absoluter Sicherheit sagen. Insofern sollte man Social Media wohl eher dem Bereich PR zuordnen, als der Werbung. Während PR oder Öffentlichkeitsarbeit eher langfristig angelegt ist und das Bild / Image einer Marke bestimmt, zielt Werbung auf kurzfristigere Erfolge, namentlich auf Verkäufe ab. Während bei letzterem ein finanzieller Nutzen recht leicht zuzuordnen ist (“Wie viel Geld habe ich zur Einführung des Produktes ausgegeben?” und “Wie hoch sind meine Umsätze und Gewinne durch den Verkauf des Produktes?”) ist das bei PR kaum möglich. Erfolgreich im Geschäft bleibt aber wohl nur der Unternehmer, der in beide Bereiche investiert…
Hier noch ein ganz witziges Video, das ich ebenfalls bei kress gefunden habe und das nur kanpp am Thema vorbei geht :
Na endlich spricht’s mal jemand klar aus: Wir müssen unseren Fleischkonsum drastisch reduzieren! Zu diesem Ergebnis kam ein internationales Team von Wissenschaftlern und nicht etwa eine Gruppe militanter Tierschützer.
Die Argumente für diese Forderung sind logisch und erschreckend zugleich. Der Fleischkonsum hat sich in den vergangenen 30 Jahren verdreifacht, mit Folgen nicht nur für die Gesundheit der Menschen. Daran, dass ein direkter Zusammenhang zwischen fettem Fleisch und Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems besteht, dürfte kaum jemand zweifeln. Doch auch auf den Zustand unseres Planeten bezogen, macht zu viel Fleisch krank. Die gigantische Anzahl der Tiere, die für die Fleischproduktion gehalten wird, beansprucht eine große Landfläche – man denke nur an die Rodung von Regenwäldern für Viehweiden – und die Massentierhaltung verseucht das Grundwasser mit Exkrementen. Der Transport von Futter und Fleisch verschlingt zudem gewaltige Ressourcen an Treibstoffen.
Vergessen werden darf auch nicht, dass die Haltungsbedingungen vieler Tiere einfach nur als katastrophal zu bezeichnen sind, von einem artgerechten Leben kann keine Rede sein. Seuchen verbreiten sich in der Massentierhaltung rasend. Wir haben wahrscheinlich noch alle die Bilder von „gekeulten“ Rindern (BSE), Hühnern und Gänsen (Geflügelpest, euphemistisch auch als Vogelgrippe bezeichnet) im Kopf.
Klar, man kann diese Zustände anprangern und die bösen Fleischproduzenten verdammen. Aber das allein genügt nicht. Der jüngste Skandal bei Wiesenhof ist ein beredtes Zeugnis dafür, dass es auch in einem relativ fortschrittlichen Land wie Deutschland (andernorts wird noch weniger Wert auf Tierfreundlichkeit gelegt) keine Sicherheit gibt. Solange nicht alles ständig kontrolliert wird, finden sich immer Möglichkeiten, die Gewinnmarge zu erhöhen. Die Lösung ist einfach „weniger“. Wenn weniger Fleisch verbraucht wird, wird weniger hergestellt und weniger Betriebe lassen sich auch besser überwachen. Das ist gut für jeden Einzelnen und für die Welt als Ganzes. Übrigens gilt das nicht nur für Fleisch…
Deutschland ist stolz auf den Titel des Exportweltmeisters, doch nicht alle Güter, die wir in fremde Länder liefern geben ernsthaft Anlass dazu. Nach den USA (30%) und Russland (23%) ist Deutschland (11%) das Land, das weltweit den größten Anteil an den Waffenexporten hält; in den vergangenen Jahren hat sich der Umfang der Exporte verdoppelt. Und bei diesen Waffen handelt es sich nicht um Jagdgewehre, sondern um Kriegswaffen, um Panzer, Militärfahrzeuge, U-Boote und Kriegsschiffe. Nicht in der Statistik erfasst sind Gewehre, Pistolen oder Handgranaten…
Das Stockholmer Institut für Friedensforschung bescheinigt unserem Land, dass wir deutlich restriktiver als andere Staaten bei der Ausfuhr der Waffen handeln, was die Ausfuhr von Waffen in Krisengebiete betrifft. Auf der anderen Seite hat der Bundestag bisher noch keine Möglichkeit, sein Veto gegen Waffengeschäfte einzulegen. Momentan gibt es Bestrebungen, das zu ändern.
Doch machen wir nichts vor: Die Unmasse an Waffen, die hergestellt wird, macht unseren Planeten alles andere als sicherer, im Gegenteil. Zahlreiche „alte Waffen“ werden von uns und unseren Nato-Partnern ausgemustert und nicht etwa verschrottet, sondern an zum Teil zweifelhafte Regimes verkauft. So sollte der indonesische Diktator Suharto ausgediente Kriegsschiffe der Nationalen Volksarmee der DDR erhalten, mit deren Hilfe er das widerrechtlich besetzte Osttimor bei der Stange halten wollte. Friedensaktivisten beschädigten die Schiffe und machten durch ihre Aktion auf das geplante Geschäft aufmerksam. Indonesien bekam die schrottreifen Schiffe dann doch inklusive eines Millionenkredits für ihre Instandsetzung und Modernisierung. Bei dem Verkauf spielte übrigens der berühmt-berüchtigte Herr Pfahls eine wesentliche Rolle.
In Zeiten, in denen viel über Nachhaltigkeit diskutiert wird, müssen wir uns fragen, warum wir überhaupt Waffen in großen Mengen herstellen und verkaufen. Was verspricht sich unsere Politik, was versprechen wir uns davon, Staaten wie Griechenland und die Türkei im großen Umfang mit U-Booten zu beliefern – eines der wichtigsten und finanziell umfangreichsten Geschäfte der vergangenen Jahre? Ich weiß, die Länder müssen sich verteidigen können, doch gegen wen bitte sehr? Gegen die internationalen Terroristen? Mit U-Booten? Gegen somalische Piraten? Oder gegen die Nachbarn, die widerrechtlich zur Hintertür hereinkommen. Wozu diese ständige „Vertreidigungsbereitschaft“ führt, sieht man schön am Beispiel Indien und Pakistan. Die beiden Nachbarn, die sich seit Jahrzehnten um die Oberherrschaft in der Region Kashmir streiten – die Chinesen haben hier übrigens auch die Hand im Spiel – sind mittlerweile im Besitz von Atomwaffen. Was in der Demokratie Indien noch einigermaßen vertretbar zu sein scheint ist in solch einem politisch instabilen Land wie Pakistan eine latente Gefahr. Was, wenn die Taliban, die bekanntermaßen in der afghanisch-pakistanischen Grenzregion ihre Basislager aufgeschlagen haben, in den Besitz einer solchen Waffe kämen? Dann nützen auch die schönsten U-Boote nichts mehr.
Waffen bedeuten Macht und jedes noch so kleine Land meint, ohne Waffen nicht auskommen zu können. Doch machen wir uns nichts vor: Wenn in politischen Konkurrenzsituationen die eine Seite Waffen hat, dann hat bald auch die andere welche. Sicherheit entsteht so keine, nur das Potential für einen bewaffneten Konflikt erhöht sich.
Es ist die Logik der Waffenherstellung, dass sie der Kriege bedarf. Denn nur wo Waren verbraucht werden, entsteht neuer Bedarf. Wir sollten uns wirklich überlegen – und damit meine ich die ganze „zivilisierte“ Welt, ob wir nicht die Zahl aller Waffen drastisch reduzieren sollten. Die Arbeitsplätze, die durch den Abbau der Produktionskapazitäten verloren gingen, wären bedauerlich aber sicher könnten die Fachleute auch andere, wesentlich sinnvollere Dinge herstellen. Sicher, die Gewinnmarge wäre sicher nicht mehr ganz so hoch. Aber ist das nicht ein kleiner Preis für eine etwas freidlichere Welt…
Deutsche Wertarbeit schafft ewigen Frieden weltweit…
Zum Glück gibt es aber auch Menschen wie Jürgen Grässlin: