Archiv für Februar 2010

Gutscheine sind ein probates Mittel des Handels, Kundschaft anzulocken. In „realen Leben“ wie im Internet dienen die Gutscheine vor allem dazu, neue Kundschaft ins Geschäft oder eben auf die Website zu locken. Während Läden an die Kundschaft herantreten müssen, indem sie zum Beispiel Anzeigen in Zeitungen schalten, Coupons beilegen oder meist gut aussehende junge Damen durch die Einkaufspassagen schicken, die das Werbematerial verteilen, lassen sich im Internet die Gutscheine relativ leicht an den Mann und die Frau bringen. Ein Klick auf ein entsprechendes Banner oder das Versenden einer Mail zum Beispiel als Dank für eine Anmeldung bei einem Newsletter genügt meist, um den potentiellen Kunden zum shoppen zu animieren. Manch Gutschein wird direkt durch so genannte Cookies, kurze Einträge zum Informationsaustausch zwischen Computerprogrammen, eingelöst, andere erst durch die Eingabe zugesendeter Codes. Während erstere Rabatte allen Nutzern gleichermaßen gewährt werden, sind Code-Gutscheine individualisiert.
Da die Zahl der Onlineshops nahezu unüberschaubar ist, gibt es auch endlos viele Gutscheinangebote. Wem die Jagd nach Schnäppchen zu aufwendig ist, der kann sich auf die Spürnasen von Rabatt- und Gutscheinseiten wie Value Voucher verlassen. Die Betreiber durchstöbern das Netz nach aktuellen Gutscheinen und Sonderangeboten und präsentieren ihre Funde den Lesern in Form von Datenbanken und Blogs. Letztere verfügen über so genannte Rss-Feeds, mit deren Hilfe man auf dem Laufenden bleiben kann, ohne ständig die Seite nach Neuerungen durchstöbern zu müssen.

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Mit Klatsch und Tratsch verdient eine Menge Leute Geld und das nicht einmal schlecht. Das geht natürlich nur, weil eine Nachfrage existiert. Wenn all die Millionen Leser der Yellow Press statt an Gerüchten über Stars an Hintergrundinformationen über die Situation im Irak, an Fakten zum Thema Atomausstieg oder an Analysen zu Vor- und Nachteilen der Kopfpauschale für das Gesundheitssystem interessiert wäre, dann gäbe es all die Zeitungen und Zeitschriften nicht. Die existieren aber immer noch und das liegt am Klatschbedürfnis der Menschen. Ist ja im Prinzip auch nicht allzu schlimm, wenn Müller und Meyer über Schulze tratschen. So interessant ist Schulze dann auch wieder nicht und damit verebbt das Gerede meist nach kurzer Zeit.
Versetzt man sich jedoch in die Rolle eines Prominenten, dann sieht das schon anders aus, denn wer gelegentlich oder oft auf Bildschirm oder Kinoleinwand präsent ist, dem ist Aufmerksamkeit in allen Lebenslagen sicher. Derzeit steht der schottische Schauspieler Ewan McGregor (u.a. Star Wars, Train Spotting) im „centre of attraction“, wurde der verheiratete Mime doch eng umschlungen mit Kollegin Mélanie Laurent in Paris gesehen und fotografiert. Die Society-Presse spekuliert nun darüber, ob der Vater zweier Kinder eine Affäre am Laufen hat oder ob das Ganze harmlos ist. Eine Spekulation, an der ich mich nicht beteiligen möchte, da ich keinerlei Einblick in das Liebesleben McGregors habe – wie höchstwahrscheinlich auch die meisten „Experten“ nicht. Ich stelle mir nur vor, was wäre wenn ich am morgen die Emails checke und im Newsletter einer großen Klatschzeitung Bilder von mir und einer Dame sehe, Arm in Arm. Und mir dabei vorstelle, dass meine Frau, meine Kollegen, Freunde und Bekannte das ebenfalls sehen. Da kann man nur hoffen, dass die Fotografen so fair waren, Herr McGregor darüber zu informieren, dass er „abgeschossen“ wurde. Damit wäre ihm wenigstens die Möglichkeit gegeben, seiner Frau zu beichten und um Verzeihung zu bitten – immer vorausgesetzt es ist überhaupt etwas passiert – bevor die beim Morgenkaffee aus den Schuhen kippt und sich gleich auf Partnersuche macht.
Eine Gefahr besteht immer bei dieser überhitzten Berichterstattung über die Stars. Möglicherweise sind solche „Aufreger“ nämlich inszeniert und der „betroffene“ Schauspieler sitzt lachend im Kreise seiner Familie und freut sich über die zusätzliche Popularität…

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Dass der Ton in Internetforen zum Teil recht rüde ist, fällt jedem auf, der sich auf ebenjene Diskussionsebene begibt. In der (vermuteten) Anonymität, versteckt hinter einer virtuellen Persönlichkeit meint Mancher die einfachsten Regeln des guten Anstandes nicht beachten zu müssen. Da wird gepöbelt, beleidigt und diffamiert, was die Tastatur hergibt. Zugegebenermaßen das Medium erleichtert auch Missverständnisse, denn ganz ohne jeden Gesichtsausdruck oder Unterton kommt sicher auch vieles falsch an, oft härter und boshafter als es gemeint ist – der Internetuser kann sich deshalb einer Reihe so genannter Emoticons bedienen – kleiner Symbole, die stellvertretend mit dem Auge zwinkern, lächeln oder böse schauen.
Doch gerade viele Technikabhängige, die kaum hinter ihren Geräten hervorkommen, nutzen Foren oder Kommentarfunktionen, um ihren Frust an der Welt abzubauen. So ist dies offensichtlich auch im Forum der Technik-Seite engadget.com geschehen, was Chefredakteur Joshua Topolsky dazu veranlasst hat, zumindest vorübergehend die Kommentarfunktionen abschalten zu lassen. Angesichts dieser Tatsache erregt sich die Internetgemeinde und hat umgehend die böse Zensurkeule zur Hand. Ich sehe das nicht so und gebe Topolsky Recht, wenn er sagt: „Some of you out there in the world of anonymous grandstanding have gotten the impression that you run the place, but that’s simply not the case.” Gerade im Netz muss man ab und zu zeigen, wer der Herr im Hause ist. Denn dass, was viele Pöbelkommentatoren nicht begreifen zu scheinen, ist, dass niemand verpflichtet ist, die geliebten Dienste aufrecht zu erhalten. Wenn für die Betreiber Kosten und Nutzen – nicht nur die finanziellen, auch die emotionalen – in keinem Verhältnis mehr zueinander stehen, dann haben sie auch das Recht, das Handtuch zu werfen und davon hat letztendlich niemand was. Wenn Einige die Freiheit des Web2.0 nur dazu nutzen, Dampf abzulassen, dann wird auf Dauer ein Teil der Möglichkeiten zur Partizipation wieder verschwinden. Mancher mag denken, dass sich die Anbieter das überhaupt nicht leisten können aber das ist ein Trugschluss. Wer kann mit Sicherheit sagen, ob in zwanzig Jahren z.B. WordPress noch existiert und ob eine in viele kleine und Kleinstanbieter zerfallende Bloggerlandschaft dann noch zum Mittun einlädt. Schon jetzt geben sicher auch nicht wenige Privat-Schreiber auf, wenn sie sich ständig Anfeindungen ausgesetzt sehen. Der Vielfalt tut Vandalismus auf jeden Fall nicht gut. Wem irgendwas nicht passt, der kann und soll das sagen aber auf eine Weise, dass die Kritik als solche ankommt. Wer mit seinen Hassgefühlen auf die Welt nicht klar kommt, der nehme am nächsten Marathon teil, hacke Holz, gehe headbangen bei einem Metalkonzert oder werde Mitglied im lokalen Boxclub. Körperliche Aktivität ist immer noch das beste Mittel gegen Aggressionsstau. An Regeln wird er sich trotzdem halten müssen…

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Initiative Nachrichtenaufklärung kürt die Top Ten der vernachlässigten Themen 2009

Jeden Tag versorgen uns die Medien mit zahllosen Nachrichten aus aller Welt, von wichtigen politischen Entscheidungen, wirtschaftlichen Erfolgen, Natur- und anderen Katastrophen, Sportereignissen, Promischicksalen und vielem mehr. Doch sind wir uns eigentlich immer sicher, dass das, was uns da präsentiert ist, wirklich wichtig ist? Neben all denen, die aufgrund ihrer gesellschaftlichen Stellung im Rampenlicht stehen oder durch das Schicksal schlagartig in ebenjenes gezerrt werden, gibt es viele Menschen, die unbeachtet von all dem Rummel mit ihren ganz eigenen Problemen zu kämpfen haben. Und es gibt Sachverhalte, die durch die einseitige Darstellung in der Öffentlichkeit auch nur einseitig diskutiert werden.
Die Initiative Nachrichtenaufklärung hat sich zum Ziel gesetzt, wichtige Nachrichten und Themen vor allem aus dem deutschsprachigen Raum, die in den Medien nicht genügend berücksichtigt wurden, stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. Zu diesem Zwecke kürt der Verein seit 1997 die „Top Themen des Jahres“, also die zehn wichtigsten Themen, welche die Initiative für unterrepräsentiert in den Medien hält. Themenvorschläge kann jedermann einreichen, eine Jury wählt die Top Ten aus. In diesem Jahr gehört dazu unter anderem die Tatsache, dass Pflegebedürftige oft allein gelassen werden, wenn sie ins Krankenhaus müssen (Platz 1). Ebenfalls unglaublich und Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen kaum eine Meldung wert, ist der Umgang der staatlichen Rechtspfleger mit der UN-Konvention, welche die zwangsweise Einweisung von Menschen in die Psychiatrie verbietet (Platz 2). Bemerkenswert für die Juroren der Initiative ist unter anderem auch, dass die anhaltende Kriegsberichterstattung von zivilen Friedensstrategien ablenkt oder dass es kaum Meldungen über rechtswidrige Anwendung von Polizeigewalt in Deutschland gibt.

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